ABE: Allgemeine Kfz-Betriebserlaubnis

Was bedeutet ABE für ein Fahrzeug?

Was bedeutet ABE für ein Fahrzeug?

Wer sich ein eigenes Fahrzeug zulegt, darf nicht einfach ungehindert drauf losfahren. Stattdessen müssen einige Vorschriften berücksichtigt und gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Neben der Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens benötigt jedes Fahrzeug die sogenannte Betriebserlaubnis.

Mit ihr wird sozusagen belegt, dass das jeweilige Kfz auch den entsprechenden nationalen Vorschriften genügt. Dabei gibt es zum einen die Einzelbetriebserlaubnis (kurz: EBE) und zum anderen die allgemeine Betriebserlaubnis (kurz: ABE).

In unserem Ratgeber wollen wir uns mit sämtlichen Fragen rund um das Thema „ABE für das Auto“ befassen. Welche gesetzliche Grundlage kommt hierbei zum Tragen? Welche Verpflichtungen treffen den Inhaber einer ABE? Wie und wo kann die Betriebserlaubnis für ein Kfz beantragt werden? Was gilt im Falle einer Verkehrskontrolle, wenn das Fahrzeug keine Betriebserlaubnis hat? Lesen Sie hier mehr zu diesen und weiteren Fragen.

Betriebserlaubnis fürs Auto: Gesetzliche Grundlage

In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (kurz: StVZO) finden sich gesetzliche Regelungen zur Betriebserlaubnis in Abschnitt B. Nummer II, welcher die §§ 18 und folgende umfasst. Der Part trägt die Überschrift „Betriebserlaubnis und Bauartgenehmigung“.

EU-Betriebserlaubnis für ein Kfz: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

EU-Betriebserlaubnis für ein Kfz: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Hierbei regelt § 19 StVZO die Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis.

In Absatz 1 der Vorschrift ist festgelegt, dass diese zu erteilen ist, wenn das jeweilige Kfz den Vorschriften der StVZO entspricht und zudem den Vorschriften zu ihrer Ausführung erlassenen Anweisungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Außerdem müssen die Regelungen der EWG-Verordnung Nr. 3821/85 gewahrt sein.

Die ABE ist nunmehr in § 20 StVZO gesetzlich normiert. Sie bezieht sich auf reihenweise zu fertigende oder gefertigte Fahrzeuge, bei denen dem Hersteller nach einer entsprechenden Prüfung die allgemeine Betriebserlaubnis erteilt werden kann.

Dazu muss er allerdings die Gewähr für eine zuverlässige Ausübung der damit einhergehenden Befugnisse bieten.

Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Typengenehmigung, was bedeutet, dass alle diesem Typ entsprechenden Fahrzeuge einen Nachweis erhalten. Dieser belegt, dass das Kfz der nationalen Typgenehmigung entspricht und somit geführt werden darf.

Wer ist für die Erteilung einer ABE zuständig?

Gemäß § 20 Absatz 2 StVZO entscheidet das Kraftfahrt-Bundesamt, ob eine ABE erteilt wird oder nicht. Als Abkürzung für das in Flensburg ansässige Kraftfahrt-Bundesamt ist KBA geläufig. Hier wird zudem auch das Fahreignungsregister geführt.

Wird beim KBA die allgemeine Betriebserlaubnis beantragt, kann dieses einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder aber eine andere Stelle mit der jeweiligen Begutachtung beauftragen. Ferner bestimmt es, welche Unterlagen zwecks Antragstellung erforderlich und einzureichen sind. Hierzu sind in der Regel entsprechende Formulare auf der Internetseite des KBA zu verwenden.

Sofern der Antrag beim KBA zur ABE-Erteilung ferner die Genehmigung für eine wahlweise Ausrüstung umfasst, kann in die ABE mit aufgenommen werden, welche Teile an- und eingebaut werden dürfen. Dies gilt auch für den nachträglichen Ein- und Ausbau.

Wird die allgemeine Betriebserlaubnis vom KBA erteilt, so trifft den Inhaber die Verpflichtung, für jedes dem Typ entsprechende Fahrzeug einen Fahrzeugbrief auszufüllen.

Das Kraftfahrtbundesamt erteilt die Betriebserlaubnis für Mofa, Motorrad, Pkw und Co.

Das Kraftfahrtbundesamt erteilt die Betriebserlaubnis für Mofa, Motorrad, Pkw und Co.

Jene Verpflichtung ist in § 20 Absatz 3 Satz 1 StVZO festgelegt. Dabei werden vonseiten des KBA entsprechende Vordrucke bereitgestellt.

Hierbei sind vom Inhaber der ABE die jeweiligen Angaben über das Fahrzeug einzutragen. Sind mehrere Hersteller am Fahrzeugbau beteiligt, so trifft besagte Verpflichtung jeden Hersteller in Bezug auf die von ihm hergestellten Teile. Alternativ kann aber auch ein Inhaber der ABE das Ausfüllen übernehmen.

Des Weiteren muss der Inhaber einer ABE entsprechend der Regelung des § 20 Absatz 3a StVZO seiner Verpflichtung nachgehen, für jedes dem Typ entsprechende Fahrzeug eine Datenbestätigung auszufüllen, in der die Angaben zur Beschaffenheit des Fahrzeugs einzutragen sind.

Wie lange bleibt die Betriebserlaubnis wirksam?

Eine weitere Frage, die sich in diesem Kontext häufig stellt, ist die, wie lange die Betriebserlaubnis wirksam bleibt. Wie dies zu beantworten ist, verrät § 19 Absatz 2 StVZO. Darin ist festgelegt, dass die ABE bis zur endgültigen Außerbetriebssetzung bestehen bleibt, sofern sie nicht zuvor ausdrücklich entzogen wird. Zudem erlischt sie gemäß besagter Norm mitunter dann, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die

1. die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird,
2. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder
3. das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird.

ABE: Was gilt bei einzelnen Fahrzeugteilen?

Sofern bestimmte Fahrzeugteile eine technische Einheit bilden, können auch diese eine ABE bekommen. Dies gilt beispielsweise für den Einbau bestimmter Felgentypen. Wer sein Fahrtzeug also tunen möchte, muss darauf achten, dass die entsprechenden Fahrzeugteile auch von der ABE erfasst sind.

Sofern hierbei Fahrzeugteile verwendet werden, die aus dem EU-Ausland stammen und nach Deutschland eingeführt werden, müssen diese eine sogenannte EWG-Betriebserlaubnis haben. Dazu muss ein entsprechendes amtliches E-Prüfzeichen auf dem Fahrzeugteil sein.

Soll die Betriebserlaubnis für ein Moped oder ein Mofa erteilt werden, müssen auch hier die entsprechenden E-Prüfzeichen an den eingebauten Teilen sichtbar sein.

ABE: Welche Sanktionen bringt ein Verstoß mit sich?

Betriebserlaubnis: Für ein Kleinkraftrad oder einen Radlader muss sie erteilt werden.

Betriebserlaubnis: Für ein Kleinkraftrad oder einen Radlader muss sie erteilt werden.

Sollte ein Pkw, Motorrad oder Mofa ohne Betriebserlaubnis im öffentlichen Straßenverkehr geführt werden, so muss der Fahrer mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro rechnen.

Kann hingegen im Rahmen einer Kontrolle die Betriebserlaubnis oder die Bauartgenehmigung nicht vorgezeigt werden, so ist ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro zu zahlen.

Bei der Inbetriebnahme eines Lkw oder Omnibusses, ist eine Geldbuße über 180 Euro fällig, sowie ein Punkt in Flensburg, sollte das Fahrzeug keine gültige Betriebserlaubnis besitzen.

Zweitschrift einer Betriebserlaubnis für zulassungsfreie Fahrzeuge

Wer für sein zulassungsfreies Fahrzeug (Kleinkraftrad, Anhänger für Sportgeräte, Radlader oder ähnliches) das Dokument zur ABE verliert, der kann sich eine Zweitschrift ausstellen lassen. Immerhin dürfen auch derartige Fahrzeuge nicht ohne amtliche Genehmigung geführt werden.

Stattdessen muss ein entsprechendes Nachweisdokument mitgeführt werden, aus dem sich die jeweiligen technischen Daten und ggf. Beschränkungen ergeben.

Anders als für die Zulassungsbescheinigung gibt es für das Dokument zur Betriebserlaubnis kein einheitliches Formular.

Wer die Betriebserlaubnis tatsächlich verloren hat, der muss bei der jeweiligen Behörde eine Verlusterklärung an Eides statt zu Protokoll geben. Erforderlich ist dabei die Vorlage des Kaufvertrages oder eines sonstigen Beleges der Eigentümerstellung.

Zulassungsfreie Anhänger brauchen eine Betriebserlaubnis.

Zulassungsfreie Anhänger brauchen eine Betriebserlaubnis.

Sodann wird dem Betroffenen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt, mit deren Vorlage eine Ersatz-ABE beim Hersteller beantragt werden kann.

Allgemeine Betriebserlaubnis für zulassungsfreie Anhänger

Zulassungsfreie Anhänger benötigen keinen TÜV. Eine Betriebserlaubnis müssen allerdings solchen Anhänger besitzen, die nach dem 1. Juli 1961 gebaut wurden. Andernfalls dürfen derartige Fahrzeuge nicht auf öffentlichen Straßen geführt werden.

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