Elektroschrott – Bußgeldkatalog 2017

Hier finden Sie die aktuellen Bußgeldkataloge 2017 für die einzelnen Bundesländer, die die Bußgelder definieren für die ordnungswidrige Entsorgung von Elektroschrott:

BundeslandBußgeld
Baden-Württemberg50 Euro bis 2.500 Euro
Bayern80 Euro bis 2.500 Euro
Berlin(keine Angaben)
Brandenburg37,50 Euro bis 1.500 Euro
Bremen50 Euro bis 2.500 Euro
Hamburg75 Euro bis 2.000 Euro
Hessen150 Euro bis 1.500 Euro
Mecklenburg-Vorpommern10 Euro bis 5.000 Euro
Niedersachsen150 Euro bis 1.550 Euro
Nordrhein-Westfalen50 Euro bis 1.530 Euro
Rheinland-Pfalz50,50 Euro bis 2.557 Euro
Saarland50 Euro bis 2.500 Euro
Sachsen150 Euro bis 10.000 Euro
Sachsen-Anhalt (keine Angaben)
Schleswig-Holstein50 Euro bis 1.050 Euro
Thüringen150 Euro bis 1.500 Euro

Die Entsorgung von Elektroschrott ist zu einem großen Problem in der modernen Gesellschaft geworden.

Die Entsorgung von Elektroschrott ist zu einem großen Problem in der modernen Gesellschaft geworden.

Deutschland ist mit 777.000 Tonnen jährlich anfallendem Elektroschrott in Europa Nummer eins. Die Altgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe, welche recycelt werden können. Doch die Realität sieht anders aus. Tausende Tonnen Elektronikschrott werden illegal nach Afrika verschifft, wo er völlig unsachgemäß verarbeitet wird.

Die Mega-Elekrotschrott-Deponie in Agbogbloshie (Gahna) wurde 2013 zu einem der giftigsten Orte der Welt erklärt. Um zu verhindern, dass die Altgeräteentsorgung solche Folgen hat, kann jeder Bürger darauf achten, die richtigen Sammelstellen aufzusuchen.

Wo also hin mit dem Elektroschrott? Wie kann man Elektrogeräte richtig entsorgen? Dieser Artikel soll auf solche Fragen Antworten liefern.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)

Die Entsorgung von Elektroschrott ist in Deutschland in den letzten Jahren sehr viel einfacher geworden. Im März 2005 wurde das „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“ erlassen. Dieser Gesetzestext wird kurz Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) genannt und regelt in 46 Paragraphen und sechs Anlagen unter anderem die Entsorgung alter Elektrogeräte.

Der erste Paragraph legt die abfallwirtschaftlichen Ziele fest, denen die folgenden Bestimmungen zuarbeiten sollen.

ElektroG § 1 Abfallwirtschaftliche Ziele

Dieses Gesetz legt Anforderungen an die Produktverantwortung […] für Elektro- und Elektronikgeräte fest. Es bezweckt vorrangig die Vermeidung von Abfällen von Elektro- und Elektronikgeräten und darüber hinaus die Vorbereitung zur Wiederverwendung, das Recycling und andere Formen der Verwertung solcher Abfälle, um die zu beseitigende Abfallmenge zu reduzieren und dadurch die Effizienz der Ressourcennutzung zu verbessern. Um diese abfallwirtschaftlichen Ziele zu erreichen, soll das Gesetz das Marktverhalten der Verpflichteten regeln.

Es richten sich die Bestimmungen also vor allem an die Hersteller der entsprechenden Geräte. Denn diese enthalten wertvolle Rohstoffe, die theoretisch leicht in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können. Das Recycling von Metallen wie Kupfer oder Aluminium soll vorangetrieben werden. Dafür ist es notwendig, schon bei der Produktion auf Recyclebarkeit zu achten. Doch auch der Verbraucher hat darauf zu achten, wie er seinen Müll entsorgt.

Was ist Elektroschrott?

Beim Siedlungsabfall kann grundsätzlich zwischen zwei verschiedene Arten von Schrott unterschieden werden.

  1. Zu unterscheiden ist zwischen herkömmlichen schrotthaltigen Gegenständen wie Kinderwagen, Rohre oder Fahrräder, die problemlos auf dem Sperrmüll gehäuft werden können.
  2. Daneben gibt es schadstoffhaltigen Elektronikschrott, der gesondert behandelt werden muss. Dieser Schrott stellt die Abfallwirtschaft vor das Problem der Elektro-Entsorgung. Verbraucher müssen beim Wegwerfen darauf achten, dass ihr elektronischer Schrott an den richtigen Verwerter gelangt. Nur so können die Stoffe beim Recycling gewinnbringend verarbeitet werden.

Wo kann Elektronikschrott abgegeben werden?

Wohin mit dem Elektroschrott? jedenfalls nicht in den Hausmüll.

Wohin mit dem Elektroschrott? jedenfalls nicht in den Hausmüll.

Im ElektroG wird also bestimmt, dass Hersteller schon bei der Produktion auf umweltverträgliche Inhaltsstoffe und eine unkomplizierte Trennung der Einzelteile zu achten haben.

Darüber hinaus wird dem Verbraucher das Recht zugesprochen ihren Elektroschrott einfach bei den Herstellern wieder abzuliefern.

Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, alte Elektrogeräte zu entsorgen. Die wichtigsten seien im Folgenden genannt:

  • Auf dem Sperrmüll darf Elektroschrott nur landen, wenn der private Containerdienst dies ausdrücklich zulässt. Der Dienst wird für Sie dadurch teurer, denn der elektronische Schrott muss hernach aussortiert werden
  • Elektroschrott kann verkauft werden. Achten Sie jedoch darauf, nur mit privaten Bastlern oder seriösen Unternehmen Geschäfte zu machen. Andernfalls landet ihr Elektroschrott womöglich in Afrika und wird Teil einer verheerenden Entwicklung, die Mensch und Umwelt schadet.
  • Kommunale Sammelstellen, wie beispielsweise Recyclinghöfe, nehmen Ihren Elektroschrott entgegen. Dies ist für Privatpersonen in der Regel kostenlos. Informieren Sie sich jedoch bei Ihrer Stadtreinigung über eventuell anfallende Preise, die bei haushalts-unüblichen Mengen anfallen können. Diese können meist auch online eingesehen werden.
  • Viele Kommunen bieten auch eine jährliche Altgerätesammlung an. Wie beim Sperrmüll können Sie die Termine hierfür beim zuständigen Ordnungsamt oder der Stadtreinigung in Erfahrung bringen. Auch können Sie den öffentlichen Abholdienst verständigen. Hierfür fallen allerdings in der Regel geringe Kosten an.
  • Große Elektromärkte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 m² haben die Pflicht, kleinere Elektrogeräte entgegen zu nehmen, um sie zu entsorgen. Diese dürfen demnach keine Kanten aufweisen, die länger sind als 25 Zentimeter. Ein Toaster oder auch Handys können also problemlos abgegeben werden, selbst wenn die Geräte woanders gekauft wurden.
  • Die Hersteller müssen Elektroschrott entgegennehmen, wenn es sich um Ihre Produkte handelt. Dies kann in der Praxis manchmal schwierig werden, wenn das Unternehmen seinen Sitz nicht in Deutschland und auch keine Sammelstelle eingerichtet hat. Größere Marken haben eigene Händler, bei denen Sie die Geräte abgeben können.
  • Karitative Einrichtungen nehmen Altgeräte entgegen, wenn diese noch brauchbar sind. Dies ist die beste Art der Wiederverwertung, da der Elektroschrott plötzlich kein Abfall mehr ist, sondern weiterhin in Benutzung bleibt.

Elektroschrott-Entsorgung an Beispielen

Oft wird die Entsorgung spezifischer Geräte nachgefragt, weshalb im Folgenden Tipps und Hinweise für den am häufigsten anfallende Elektroschrott gegeben wollen.

Verbrauchte Batterien entsorgen

Die Batterieentsorgung wurde schon in den 1990er Jahren durch die Batterieverordnung geregelt. 2009 kam das Batteriegesetz. Die Kraftspeicher beinhalten viele wertvolle Rohstoffe, die jedoch für die Umwelt hochgiftig sein können. Besonders das Grundwasser ist gefährdet, sollten Sie die Batterien falsch entsorgen. Sie gehören keinesfalls in den Hausmüll. (Lesen Sie hier mehr zum Problem der Wasserverschmutzung)

Batterien müssen vielmehr gesondert aufbewahrt werden, um sie gemeinsam zu entsorgen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten

  • Supermärkte, Baumärkte und Discounter haben zur Entsorgung von Batterien Sammelboxen aufgestellt, in denen Sie sie bequem versenken können. Prinzipiell gilt, dass überall, wo Batterien verkauft werden, Sie diese auch wieder abgegeben können.
  • Wertstoff- und Recyclinghöfe übernehmen kostenlos die Batterieentsorgung.
  • In manchen Kommunen gibt es Schadstoffmobile, die auch Altbatterien entgegennehmen

Alte CDs und Videokassetten entsorgen

Wie Videokassetten zu entsorgen sind, zählt im weitesten Sinne zur Elektroschrott-Problematik.

Wie Videokassetten zu entsorgen sind, zählt im weitesten Sinne zur Elektroschrott-Problematik.

Diese Datenträger gehören nicht in die gelbe Tonne! Videokassetten hier zu entsorgen hieße, Materialien zu mischen, die nicht zusammen gehören. Einige Kommunen erlauben es, die graue Restmülltonne mit den antiken Datenträgern zu füllen. Allerdings sollten es nicht zu viele sein. Wollen Sie eine größere Menge Videokassetten entsorgen, empfiehlt es sich, den örtlichen Wertstoffhof aufzusuchen. Die Abgabe ist kostenlos.

CDs, DVDs und Blu-rays bestehen aus einem wertvollen Kunststoff, der einfach zu recyclen ist. Er kann in der Medizin- und Computertechnik hervorragend wiederverwertet werden. Die gelbe Tonne ist allerdings nicht der richtige Ort, um eine CD zu entsorgen.

Vielmehr müssen sie gesondert zu speziellen Sammelstellen gebracht werden. Dies scheint aufwendig, kommt der Umwelt jedoch zu gute. Auf der Internetseite des Ordnungsamtes oder der Stadtreinigung erfahren Sie, wo Sie Ihre alte CD entsorgen können. Auch die postalische Versendung mehrerer CDs an den Hof ist möglich.

Großen Elektroschrott entsorgen

Wenn Sie einen Fernseher, eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank entsorgen wollen, stellt oft das Gewicht oder die Unhandlichkeit der Geräte ein Problem dar. Private Container-Unternehmen können neben Sperrmüll-Containern auch solche für Elektroschrott aufstellen. Es lohnt sich, die Kosten hierfür zu vergleichen.

Eine andere Möglichkeit bietet sich beim Kauf eines neuen Gerätes. Viele Händler bieten die Abholung von Elektroschrott an, sobald man ein Gerät von einem gewissen Wert ersteht. So kann die Kühlschrank-Entsorgung mit einer Neuanschaffung einhergehen.

Auch, wenn Sie ihre Waschmaschine entsorgen wollen, bietet sich diese Vorgehensweise an. Auch können Sie mit etwas Hilfe den schweren Elektroschrott selbst ins Auto hieven und zum Wertstoffhof bringen. Haushaltsübliche Mengen werden hier kostenlos entgegengenommen. Gehen Sie jedoch auf Nummer sicher und, rufen Sie vorher an, um unnötige Arbeit zu vermeiden.

Auch für große Geräte gilt, dass Hersteller diese wieder zurücknehmen müssen, wenn sie zu Elektroschrott geworden sind. Das kann gerade bei schweren Altgeräten viel Arbeit erleichtern. Die Entsorgung vom Kühlschrank übernähme demnach der Hersteller des Gerätes. Informieren Sie sich auf der Service-Seite des Unternehmens über die Möglichkeiten.

Einen Fernseher zu entsorgen bereitet in der Regel weniger Schwierigkeiten. Sie können diesen oftmals selbst zum Wertstoffhof oder Händler bringen, da sich das Gewicht in Grenzen hält.

Bei der Entsorgung von Fernseher, Waschmaschine und Kühlschrank gilt jedoch auch der Grundsatz, dass Wiederverwertung die beste Art der Müllvermeidung ist. Spenden Sie funktionstüchtige Geräte. Das hilft Mensch und Umwelt, denn so betreiben Sie aktiv Umweltschutz.

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