Luftverschmutzung – Smog und Feinstaub

Hier finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog Luftverschmutzung 2017, der die Bußgelder bei mutwilliger Luftverschmutzung definiert.

VergehenBußgeld
Unnötig Abgas verursachen10 Euro
Das Kfz unnötigerweise innerorts in Betrieb genommen ("cruisen")20 Euro
Umweltzone ohne Plakette befahren80 Euro
Luftverunreinigung und Luftverschmutzung haben seit der Erfindung des Autos erheblich zugenommen.

Luftverunreinigung und Luftverschmutzung haben seit der Erfindung des Autos erheblich zugenommen.

Menschen, die nur noch mit Atemschutzmaske das Haus verlassen. Solche Bilder kennen wir aus extrem dicht bevölkerten Städten wie Peking in China oder Neu Delhi in Indien. Hier leiden die Menschen besonders stark unter den Folgen der Luftverschmutzung. Droht Deutschland ein ähnliches Szenario? Welche Maßnahmen gegen Luftverschmutzung können ergriffen werden und wie hoch ist die Feinstaubbelastung in Deutschland?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der folgende Artikel. Wir wollen klären, was Smog bedeutet und ob es schädlich ist, das Auto warmlaufen zu lassen. Wenn für Sie fragen offen bleiben, helfen wir gerne in den Kommentaren weiter!

Was ist Feinstaub und was ist Smog?


Die Luft, die wir atmen, wird täglich durch Abgase und CO2-Austoß verunreinigt. Besonders häufig ist eine Luftverschmutzung durch Autoabgase festzustellen. Diese Belastung verschlechtert die Luftqualität vor allem in einer Stadt mit besonders vielen Menschen unter bestimmten Bedingungen so stark, dass die Schadstoffe gesehen werden können. Man spricht von einer Smog-Wolke. Gerade die Hauptstadt von China, Peking, ist oft davon betroffen, denn diese Stadt ist von Bergen umgeben, die die Schadstoffe an windstillen Tagen nicht abziehen lassen.

Smog

Dieses Wort wird aus den englischen Wörtern „Smoke“ (dt. Rauch) und „Fog“ (dt. Nebel) gebildet. Es beschreibt die sichtbare Verschmutzung der Luft. Internationale Grenzwerte werden deutlich überschritten, was eine starke Gefährdung für Mensch und Tier darstellt.

Doch auch in Europa kommt es zu solchen Verdichtungen von Schadstoffen. Ein Beispiel ist London, dass besonders im Winter von Smog-Wolken heimgesucht wird. Das Problem findet sich auf der ganzen Welt und ist letztlich auf die starke Luftverschmutzung durch Abgase verschiedenen Ursprungs zurückzuführen. So wird der Mensch und seine Umwelt durch seine eigene Lebensweise bedroht. Die Wirtschaft mit ihren Betrieben, die für viele der Emissionen verantwortlich ist, trägt einen großen Teil dazu bei.

Emissionen und Immissionen

Jedes Jahr werden auf der ganzen Welt Millionen Tonnen Schadstoffe in die Atmosphäre gepustet. Man spricht von Emissionen (lat. emittere, herausschicken). Die Auswirkungen, die das auf die Umwelt hat, nennt man Immissionen (lat. immittere, hereinschicken). Die Welt-Politik muss von allen Staaten gemeinschaftlich vorangetrieben werden, um die Verschmutzumg der Luft zu verringern. Die Länder in Europa arbeiten auf dem Gebiet ebenfalls eng zusammen.

Doch auch, wenn die Konzentration der Verunreinigung weniger dicht ist, wird die Gesundheit des Menschen durch Luftverunreinigung gefährdet. Der Feinstaub in der Luft ist allgegenwärtig, wobei zwischen verschiedenen großen Partikeln unterschieden werden kann. Einige sind besonders gefährlich, andere können sogar gesund sein.

Feinstaub

Bestandteile, die nicht dem natürlichen Gemisch der Luft zugehörig sind, und doch durch sie transportiert werden, können als Feinstaub zusammengefasst werden. Hier sind gröbere Partikel ebenso gemeint wie ultrafeine Bestandteile („Ultrafeinstaub“), die bis in die feinsten Verästelungen unseres Lungensystems vordringen können.

Gesunder Feinstaub

Neben für gesunde Menschen ungefährliche Partikel in der Luft, wie beispielsweise Pollen in der warmen Jahreszeit, gibt es anderen natürlichen Feinstaub, der sogar die Gesundheit fördern kann. Darunter zählt zum Beispiel Meersalz in der Luft. Dieser kann die Atmenwege befreien und das Durchatmen erleichtern.

Die Feinstaubbelastung durch von den Menschen unfreiwillig freigesetzte Schadstoffe ist jedoch in der Regel gesundheitsgefährdend. 1987 veröffentlichte die US-Amerikanische Umweltschutzbehörde einen „Luftqualitätsstandart“, der bis heute für die Definition für Feinstaubelastungen herangezogen wird. Demnach wird die Größe der Partikel (englich „particulate matter“, PM) gemessen, um die Gefährlichkeit der Luftverunreinigung festzustellen.

Der PM-Standard zur Bestimmung Feinstaubbelasung

  • PM10: Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometern
  • PM2,5: Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometern
  • UP: ultrafeine Partikel mit einem maximalen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometern

Es werden also nur jene Partikelchen berücksichtigt, die eingeatmet werden können, da nur diese die Gesundheit des Menschen gefährden. Man spricht von „inhalierbarem Feinstaub“ beziehungsweise von „thorakalem Schwebstaub“. In Gegenden mit einer höheren Konzentration von Partikeln der Kategorie UP oder PM2,5 ist der Aufenthalt für Menschen potenziell gefährlicher als solche, die eher Partikel der Kategorie PM10 enthalten.

Feinstaubbelastung in Deutschland

Abgase und CO2-Ausstoß können manchmal einfach vermieden werden.

Abgase und CO2-Ausstoß können manchmal einfach vermieden werden.

In Deutschland werden die Grenzwerte nur manchmal überschritten, insgesamt gibt es einen Rückgang der Feinstaubbelastung in Deutschland. Doch die Luftverschmutzung ist gerade in dicht besiedelten Industriegebieten wie dem „Stuttgarter Talkessel“ noch immer sehr hoch und teilweise gesundheitsgefährdend.

Jeder Bürger kann dazu beitragen, die Luftverschmutzung zu minimieren. An erster Stelle steht dabei der bewusste Gebrauch des Autos. Zum Beispiel ist die Angewohnheit einiger Mitmenschen, das Auto warmlaufen zu lassen, wenn winterliche Temperaturen herrschen nicht nur unnötig, sondern auch strafbar.

10 Euro Bußgeld kann es kosten, wenn die Polizei Sie dabei erwischt. Der sinnlos verbrauchte Kraftstoff erhöht den CO2-Ausstoß. Besser ist es, langsam anzufahren, um den Motor in Gang zu bringen.

Das Bundesimmisionsschutzgesetz

Die Politik hat sich dem Thema angenommen und Gesetze gegen die fortschreitende Luftverschmutzung in Deutschland erlassen. In Paragraph 3 des „Gesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge“ (BImSchG) wird definiert, was unter Luftverschmutzung zu verstehen ist.

BImSchG § 3 Begriffsbestimmungen

(4) Luftverunreinigungen im Sinne dieses Gesetzes sind Veränderungen der natürlichen Zusammensetzung der Luft, insbesondere durch Rauch, Ruß, Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe oder Geruchsstoffe.

Teil Fünf des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) enthält fünf Paragraphen zur „Überwachung und Verbesserung der Luftqualität [und] Luftreinhalteplanung […]“. Sie beinhalten allgemeine Zielsetzungen und Vorschriften, die die größtmögliche Reinheit der Luft garantieren sollen.

BImSchG § 44 Überwachung der Luftqualität

(1) Zur Überwachung der Luftqualität führen die zuständigen Behörden regelmäßige Untersuchungen […] durch.
(2) Die Landesregierungen […] werden ermächtigt, […] Untersuchungsgebiete festzulegen, in denen Art und Umfang bestimmter […] Luftverunreinigungen […] festzustellen sowie […] zu untersuchen sind.

Lokale Behörden oder von diesen beauftragte Unternehmen messen also den Grad der Luftverschmutzung in einem bestimmten Gebiet. Hierfür kann eine Stichprobe gemacht oder über einen längeren Zeitraum Messgeräte installiert werden. Ist eine übermäßige Luftverschmutzung festzustellen, folgt Schritt Zwei.

BImSchG § 45 Verbesserung der Luftqualität

(1) Die zuständigen Behörden ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um die Einhaltung der […] festgelegten Immissionswerte sicherzustellen. Hierzu gehören insbesondere Pläne nach § 47.

(2) Die Maßnahmen […]

  • a) müssen einem integrierten Ansatz zum Schutz von Luft, Wasser und Boden Rechnung tragen;
  • b) dürfen nicht gegen die Vorschriften zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz verstoßen;
  • c) dürfen keine erheblichen Beeinträchtigungen der Umwelt in anderen Mitgliedstaaten verursachen.

Es wird festgehalten, dass Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung einzuleiten sind. Welche das sein könnten, bleibt offen. Vielmehr wird geregelt, was die Maßnahmen nicht dürfen.

Paragraph 46 BImSchG (Emissionskataster) legt fest, dass Verzeichnisse über den Emissionsaustoß in verschiedenen Gebieten aufgestellt werden sollen. So wird festgestellt, durch welche Anlagen ein besonders hoher Verschmutzungsgrad ausgeht. Der angehängte Paragraph 46a BImschG besagt:

BImSchG § 46a Unterrichtung der Öffentlichkeit

Die Öffentlichkeit ist […] über die Luftqualität zu informieren. Überschreitungen von […] festgelegten Informations- oder Alarmschwellen sind der Öffentlichkeit von der zuständigen Behörde unverzüglich durch Rundfunk, Fernsehen, Presse oder auf andere Weise bekannt zu geben.

Im BImSchG finden sich Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung.

Im BImSchG finden sich Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung.

Hier wird deutlich, dass Luftverschmutzung sehr ernst zu nehmen ist. Denn die Regierung schreibt vor, dass die Bevölkerung informiert werden muss, wenn ein kritischer Wert überschritten wird. Die Gesundheit des Menschen kann durch starke Feinstaubbelastung schnell irreversibel beschädigt werden.

Das Bundesimmissionsschutzgesetz legt in Paragraph 47 fest, wie die „Luftreinhaltepläne“ oder „Pläne für kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen“ auszusehen haben, die die Landesregierungen je nach Lage der Dinge, aufstellt. Zu Beachten ist jedenfalls, dass die Öffentlichkeit

  • über die Pläne informiert werden muss und
  • in die Planungsphase einbezogen wird.

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