Sekundenschlaf kann einen Unfall verursachen – Worauf ist zu achten?

Sekundenschlaf kann einen Unfall verursachen. Schneller als Sie denken!

Sekundenschlaf kann einen Unfall verursachen. Schneller als Sie denken!

Müdigkeit im Straßenverkehr ist eine der größten Tücken und häufige Unfallursache. Ein müder Fahrer reagiert ähnlich verzögert wie ein betrunkener. Gleiches gilt im Übrigen für die Überschätzung eigener Fähigkeiten. Sind Sie 24 Stunden ohne Schlaf auf den Beinen ist dies vergleichbar mit einer Blutalkoholkonzentration von einem Promille.

Vor allem der sogenannte Sekundenschlaf wird häufig zu einem Problem, da dessen Auswirkungen immer wieder unterschätzt werden. Das kurze Zusammenzucken und die schwerer werdenden Augenlider werden nur selten bewusst wahrgenommen oder leichtfertig abgetan.

Doch die Folgen des kurzen Einnickens können fatal sein und schlimmstenfalls zu einem Unfall führen, der das Leben anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Im Folgenden erfahren Sie, wo die Ursachen für den Sekundenschlaf liegen und welche Konsequenzen für Sie daraus erwachsen können.

Was ist Sekundenschlaf und welche Ursache gibt es?

Sekundenschlaf kann zum Unfall führen, denn er wird als Müdigkeitsattacke bezeichnet und beschreibt ein ungewolltes Einnicken für mehrere Sekunden. Dagegen bewusst anzukämpfen, ist nahezu unmöglich.

Für diese Phänomen sind folgende Ursachen möglich:

  • Schlafdefizit über Tage oder gar Wochen
  • Fahrten in der Nacht
  • generell lange Wachzeiten
  • lange Fahrten ohne ausreichende Pausen
  • Alkohol oder schweres Essen
  • wechselnder Schlafrhythmus
  • Schlafstörungen oder Tagesschläfrigkeit

Vor allem in den Nacht- sowie den frühen Morgenstunden kann das Unfallrisiko durch Sekundenschlaf steigen. Dabei sind die alltäglichen Arbeitswege und eine lange Fahrt auf der Autobahn zum ersehnten Urlaubsziel besonders tückisch. Denn monotone Verrichtungen fördern die Müdigkeit zusätzlich.

Warnzeichen bei Müdigkeit – Bevor der Schlaf Sie überfällt

Sie können einen Unfall durch Sekundenschlaf vermeiden, wenn Sie auf die Anzeichen achten.

Sie können einen Unfall durch Sekundenschlaf vermeiden, wenn Sie auf die Anzeichen achten.

Um einem durch Sekundenschlaf bedingten Unfall vorzubeugen, sollten Sie auf folgende Anzeichen von Schläfrigkeit achten:

  • Sie können nicht mehr richtig die Spur halten oder überfahren unabsichtlich den Randstreifen.
  • Sie haben den Eindruck, dass die Straße enger wird.
  • Sie starren nur noch auf die Fahrbahn.
  • Es treten Erinnerungslücken bezüglich der Fahrt auf.
  • Sie haben ein Verkehrszeichen übersehen oder gar die richtige Ausfahrt verpasst.
  • Sie verändern unbewusst die Geschwindigkeit.

Was hilft gegen Müdigkeit am Steuer?

Es gibt zahlreiche kleine Tipps und Kniffe, um dem Unfall durch Sekundenschlaf entgegenzuwirken. Neben regelmäßigen Pausen sowie etwas Verpflegung für längere Strecken empfiehlt es sich auch, nicht länger als insgesamt zehn Stunden (inklusive Pausen) zu fahren. Kaffee ist kein wirkungsvolles Mittel, welches langfristig gegen Müdigkeit am Steuer hilft. Außerdem ist darauf zu achten, dass Sie weder mit Alkohol im Blut unterwegs sind noch Medikamente zu sich nehmen, die schläfrig machen.

Wichtig! Fahren Sie bestenfalls nicht in der zweiten Nachthälfte und nehmen Sie einen Beifahrer mit, der gegebenenfalls für Sie einspringen kann.

Rechtliche Konsequenzen

Sie verursachen durch Sekundenschlaf einen Unfall. Doch welche Strafe droht Ihnen als Autofahrer?

Auch ein durch Sekundenschlaf bedingter Unfall mit Blechschaden kann Konsequenzen haben.

Auch ein durch Sekundenschlaf bedingter Unfall mit Blechschaden kann Konsequenzen haben.

Dadurch dass es gewisse Anzeichen gibt, die einen Sekundenschlaf ankündigen, können Sie im Falle eines Unfalls wegen Fahrlässigkeit belangt werden. Dies kann nach § 315c Strafgesetzbuch unter anderem eine Geldstrafe oder gar bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe für Sie bedeuten.

Folgende Anklagepunkte könnten bei einem durch Sekundenschlaf bedingten Unfall auf Sie zukommen:

  • fahrlässige Tötung – Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (§ 222 StGB)
  • fahrlässige Körperverletzung – Freiheitsstrafe bis drei Jahren oder Geldstrafe (§ 229 StGB)

Sollten Sie übermüdet in eine Polizeikontrolle geraten, können die Beamten bei fundierten Zweifeln an Ihrer Fahrtauglichkeit den Führerschein vorläufig einziehen. Ebenso ist in einer derartigen Situation eine Geldbuße möglich.

Sekundenschlaf: Grund für die Versicherung, nicht zu zahlen?

Es kann sein, dass Schäden, die bei einem durch Sekundenschlaf bedingten Unfall entstanden sind, von der Versicherung gezahlt werden. Entscheidend sind in jedem Falle die konkreten Umstände der Unfallsituation sowie das Alter und die körperliche sowie geistige Verfassung des Fahrers.

Die Beweispflicht für die tatsächlichen Voraussetzungen der Fahrlässigkeit liegt bei den Versicherungen. Die Vollkasko muss den Sekundenschlaf, die möglichen Anzeichen, die der Autofahrer bemerkt haben müsste und die zum Unfall geführt haben, beweisen.

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