Erwischt Sie ein Blitzer, lohnt sich in vielen Fällen ein genauer Blick auf das Beweisfoto. Denn nicht jede Messung ist fehlerfrei und nicht jedes Blitzerfoto ist automatisch gültig. Dieser Einspruch lohnt sich vor allem dann, wenn Ihnen hohe Bußgelder oder Punkte in Flensburg drohen und Sie diese umgehen möchten.
Inhaltsverzeichnis
FAQ: Blitzerfoto anfechten
Ja, wenn das Blitzerfoto unscharf oder der Fahrer nicht zu erkennen ist, lohnt sich der Einspruch. Auch ein Kennzeichen, das nicht erkennbar ist, ist ein Grund zum Widerspruch.
Den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid legen Sie bei der zuständigen Behörde ein. Dazu müssen Sie die Frist von 14 Tagen beachten. Mehr zum Vorgang erfahren Sie hier.
Die Kosten fallen unterschiedlich aus. Sie werden zum Beispiel erhöht, wenn Sie einen Anwalt fürs Verkehrsrecht beauftragen oder das Verfahren vor Gericht endet. Weitere Infos zu den Kosten finden Sie in diesem Abschnitt.
Wann ist ein Blitzerfoto gültig?
Das Blitzerfoto im Bußgeldbescheid dient als Beweis, dass Sie z. B. zu schnell unterwegs waren oder eine rote Ampel überfahren haben. Meist wird Ihnen das Foto mit dem Bußgeldbescheid zugeschickt. Jedoch gilt das Foto und somit der Bescheid nur dann als rechtssicherer Beweis, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:
- Der Fahrer muss klar erkennbar sein
- Das Kennzeichen muss lesbar sein
- Die Aufnahme muss scharf sein, sodass keine Zweifel bestehen können
Darüber hinaus müssen auch die technischen Vorgaben des Blitzers erfüllt sein. Die verwendete Messanlage soll geeicht und ordnungsgemäß kalibriert sein und die Messtoleranz muss korrekt abgezogen werden. Wichtig ist außerdem, dass die Messbedingungen den rechtlichen Standards entsprechen. So dürfen keine äußeren Störfaktoren, wie Oberflächen oder andere Fahrzeuge, die Messung beeinträchtigen.
Ein ungültiges Blitzerfoto können Sie anfechten, wenn die notwendigen Voraussetzungen der Gültigkeit nicht erfüllt werden.
Wann gilt ein Blitzerfoto als ungültig?
Oft lohnt es sich, wenn Sie das Blitzerfoto anfechten, weil wesentliche technische oder formale Mängel vorliegen, wenn Zweifel an der Richtigkeit der Messung bestehen oder wenn Ihnen z. B. ein Fahrverbot droht. Auch bei hohen Bußgeldern oder wenn Sie auf Ihren Führerschein beruflich angewiesen sind, sollten Sie die Erfolgsaussichten prüfen lassen. Einer der folgenden Gründe kann das Foto ungültig machen:
- Ein unscharfes oder qualitativ minderwertiges Foto: Wenn der Fahrer nicht zweifelsfrei erkennbar oder das Blitzerfoto unscharf ist, kann Einspruch erfolgreich eingelegt werden. Auch wenn durch schlechte Lichtverhältnisse, Verschmutzungen an der Scheibe oder Überbelichtung die Identifikation erschwert wird, liegt ein verwertbarer Mangel vor.
- Ein technischer Messfehler: Wenn die Messanlage nicht ordnungsgemäß geeicht war, falsch aufgestellt wurde oder Störfaktoren wie andere Fahrzeuge im Messbereich die Messung beeinflusst haben könnten, ist das Messergebnis anfechtbar. Auch ein Blitzerfoto mit dem Handy können Sie anfechten, wenn es nicht den technischen Standards entspricht.
Ist ein Blitzerfoto von der Seite ohne Kennzeichen zulässig? Seitenaufnahmen sind zulässig, wenn der Fahrer und das Kennzeichen eindeutig identifizierbar sind. Ist das Kennzeichen auf dem Blitzerfoto nicht erkennbar, kann der Bußgeldbescheid dadurch an Gültigkeit verlieren. Die Erfolgschancen eines Einspruchs werden dadurch verbessert.
Wie erhalten Sie das Blitzerfoto?
Nach einem Blitzerverstoß erhalten Sie zunächst einen Anhörungsbogen und den Bußgeldbescheid. Diesem liegt manchmal kein Foto bei. Sie haben das Recht, eine Akteneinsicht zu beantragen und das Blitzerfoto sowie die vollständigen Messdaten anzufordern.
Dieser Schritt ist auch dann ratsam, wenn das Foto bereits im Bußgeldbescheid enthalten ist. Der Grund dafür ist, dass das Foto im Bußgeldbescheid oft eine schlechtere Qualität hat, als das Originalfoto. Bestehen also Zweifel am Bild, sollten Sie das Originalfoto bei der Behörde anfordern, um sicherzustellen, dass das Anfechten des Blitzerfotos Erfolgschancen hat.
Dazu können Sie einen Anwalt für Verkehrsrecht beauftragen, der die Akteneinsicht für Sie beantragt. Dies hat den Vorteil, dass eine Fachperson die Unterlagen prüft und die Erfolgsaussichten eines Einspruchs einschätzt.
Kann man ein Blitzerfoto auch anfechten ohne Anwalt? Grundsätzlich ja, aber die Erfolgsaussichten sind mit anwaltlicher Unterstützung meist höher. Ein auf Verkehrsrecht spezialisierter Anwalt kennt die häufigsten Fehlerquellen und kann die Akte professionell prüfen.
Wie können Sie das Blitzerfoto anfechten?
Wenn Sie nach der Prüfung der Unterlagen zu dem Schluss kommen, dass das Bild ungültig ist, können Sie das Blitzerfoto anfechten. Ab der Zustellung des Bußgeldbescheids haben Sie zwei Wochen Zeit, um gegen das Blitzerfoto den Widerspruch einzulegen.
Diesen Einspruch schicken Sie schriftlich bei der zuständigen Bußgeldstelle ein. Begründen Sie, warum Sie das Blitzerfoto anfechten. Gründe dafür können sein:
- Das Foto ist unscharf oder überbelichtet
- Der Fahrer ist nicht eindeutig erkennbar
- Technische Mängel an der Messanlage
Welche Kosten fallen an, wenn Sie das Blitzerfoto anfechten?
Wenn Sie gegen das Blitzerfoto den Einspruch selbst einlegen, entstehen zunächst nur geringe Kosten. Kommt es jedoch zu einer Hauptverhandlung vor Gericht, müssen Sie je nachdem, wie erfolgreich das Verfahren ist, diese Kosten ebenfalls tragen. Auch, wenn Ihnen ein Anwalt zur Seite steht, erhöhen sich die anfallenden Kosten, wenn Sie das Blitzerfoto anfechten.

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