Analoger Tachograph: Die mechanische Version des Fahrtenschreibers

Funktioniert noch mit einer Papierscheibe: ein analoger Tachograph.

Funktioniert noch mit einer Papierscheibe: ein analoger Tachograph.

Dass Berufskraftfahrer einen Fahrtenschreiber verwenden müssen, um ihre Fahr- und Arbeitszeiten aufzuzeichnen, sollte jedem in diesem Berufsfeld bekannt sein. Heute wird dies in der Regel digital und mit Hilfe einer personenbezogenen Fahrerkarte relativ präzise durchgeführt. Doch auch ein analoger Tachograph ist oftmals noch in älteren Fahrzeugen zu finden.

Wie ein analog betriebenes Tachometer genau funktioniert, was Fahrer bei der Nutzung beachten müssen und welche Sanktionen bei einer Missachtung der Fahrtenschreiberpflicht oder bei einer Manipulation drohen, betrachtet der nachfolgende Artikel näher.

Was ist die Pflicht einen Fahrtenschreiber zu nutzen?

Bereits seit 1953 besteht in Deutschland für LKW die Pflicht, einen Fahrtenschreiber mitzuführen. Zu dieser Zeit funktionierten diese analog. Ein Tachograph diente bereits damals zur Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten sowie zur Kontrolle dieser. Darüber hinaus wurden auch Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgezeichnet.

Heute muss jeder gewerblich genutzte LKW ab 7,5 t ein sogenanntes EG-Kontrollgerät besitzen. Seit 2006 dürfen diese bei neu zugelassenen Fahrzeugen ausschließlich digital sein. Älter Fahrzeuge, in denen bereits ein analoger Tachograph vorhanden war, müssen nicht auf ein digitales Geräte umgerüstet werden. Daher sind auch heute noch LKW mit einem Fahrtenschreiber, der analog funktioniert, unterwegs. Die Fahrtenschreiberpflicht besteht in der gesamten Europäischen Union und findet ihre gesetzliche Grundlage in der EU-Verordnung (EG) Nr. 561/2006.

Wie funktioniert ein analoger Fahrtenschreiber?

Ist im LKW kein digitales Gerät vorhanden, muss zumindest ein analoger Fahrtenschreiber verbaut sein.

Ist im LKW kein digitales Gerät vorhanden, muss zumindest ein analoger Fahrtenschreiber verbaut sein.

Ein analog betriebener Tachograph ist ein Messgerät, dass Daten zu den Fahr-und Ruhezeiten sowie zu den gefahrenen Geschwindigkeiten mechanisch aufzeichnet und diese auf einer Papierscheibe festhält.

Auf der Scheibe festgehalten werden zudem auch die Zeit der Aufzeichnung sowie die zurückgelegte Wegstrecke.

Zu den aufgezeichneten Daten muss der Fahrer selbstständig weitere Angaben handschriftliche hinzufügen. Zu diesen Informationen gehören der Name des Fahrers, die Ausgangs- und Ankunftsort, das Datum des Einlegens und Entnehmens der Papierscheibe, das Kennzeichen des Fahrzeugs sowie der Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Fahrt. Ein analoger Tachograph kann in der Regel zwei Tachoscheiben beschreiben und so die Lenk- und Ruhezeiten von zwei Fahrern festhalten.

Dabei steht eine Umdrehung der runden Papierscheibe im Gerät üblicherweise für einen Zeitraum von 24 Stunden. Je nachdem welche Geschwindigkeit gefahren wird, zeichnet das Gerät die Informationen näher zur Mitte oder mehr zum äußeren Rand auf.

Damit die Daten korrekt aufgezeichnet werden, muss ein Tachograph, der analog funktioniert, alle zwei Jahre überprüft und geeicht werden. Wird dies nicht eingehalten und dadurch eine Kontrolle der Zeiten erschwert oder verhindert, hat dies Bußgelder in Höhe zwischen 75 bis 250 Euro zur Folge.

Analoger Fahrtenschreiber: Welche Varianten gibt es?

Auch ein Tachograph, der analog arbeitet, zeichnet die Lenk- und Ruhezeiten auf.

Auch ein Tachograph, der analog arbeitet, zeichnet die Lenk- und Ruhezeiten auf.

Ein analoger Tachograph kann als manuelle oder automatische Version verbaut sein. Bei der ersten Variante müssen Fahrer die Lenkzeiten jedes Mal manuell eingeben.

Die automatische Version erfasst diese aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeiten. Die Aufzeichnung der Ruhezeiten geschieht erst bei einer Standzeit von mehr als 15 Minuten, sodass das Stehen an Ampeln und eventuell stockender Verkehr nicht erfasst werden.

Die Strecke zeichnet ein analoger Tachograph in Fünf-Kilometer-Schritten auf, die dann als kurze Striche um den Mittelpunkt der Tachoscheibe festgehalten sind.

Wie bei einem digitalen Gerät auch müssen die aufgezeichneten Daten für einen gewissen Zeitraum aufbewahrt werden. Die Tachoscheiben, die ein analoger Tachograph verwendet, müssen für mindestens 28 Tage im Fahrzeug mitgeführt werden.

Sanktionen bei der Missachtung der Fahrtenschreiberpflicht

Ist weder ein digitaler noch ein analoger Fahrtenschreiber vorhanden, müssen Fahrer mit einem Bußgeld in Höhe von 250 Euro rechnen. Wird die Kontrolle durch fehlerhafte oder fehlende Aufzeichnungen erschwert, bedeutet dies in der Regel ein Bußgeld von 75 Euro. Zudem werden auch die aufgezeichneten Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen geahndet. Neben den Bußgeldern können bei Letzterem auch Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot drohen.
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