Bußgeldkatalog LKW: Höhe der Maut-Gebühren und Bußgelder

Bußgeldkatalog: Maut-Verstöße für LKW

Tat­bestandBuß­geld*
Nicht­zahlen der Maut
... Fahrer240 EUR
... ver­ant­wort­licher Unter­nehmer480 EUR
Fal­sche Achs­zahl an­ge­geben
... Fahrer120 EUR
... ver­ant­wort­licher Unter­nehmer240 EUR
Fal­sche Emissions­klasse
... Fahrer120 EUR
... ver­ant­wort­licher Unter­nehmer240 EUR
Ab­weich­ung von ge­buch­ter Strecke
... Fahrer120 EUR
... ver­ant­wort­licher Unter­nehmer240 EUR
Kenn­zeichen falsch an­ge­ge­ben
... Fahrer35 EUR
... ver­ant­wort­licher Unter­nehmer35 EUR
Zeit­fenster­ver­stoß
... Fahrer120 EUR
... ver­ant­wort­licher Unter­nehmer240 EUR
Kenn­zeichen­fehler40 EUR*
Ver­wechseln von Start- und Ziel­punkt40 EUR*

* Für jeden Verstoß kann statt des Bußgeldes ein Verwarnungsgeld in Höhe von 40 Euro verhängt werden.

LKW-Maut-Gebühren

Die seit dem 01. Dezember 2023 gültigen Gebühren der LKW-Maut finden Sie hier!

FAQ: LKW-Maut

Wie hoch sind die Mautgebühren für LKW?

Das ist unter anderem von der Schadstoffklasse des Kfz abhängig. Die Mautgebühren können Sie der Tabelle hier entnehmen.

Ich habe die Maut nicht bezahlt, was erwartet mich?

Die Bußgelder für Maut-Verstöße sind teilweise sehr hoch. Klicken Sie hier, um die genauen Beträge herauszufinden.

Wer ist von der LKW-Maut ausgenommen?

Nicht alle schweren Kfz müssen Maut bezahlen. Ob Ihr Kfz dazugehört, erfahren Sie, wenn Sie hier klicken.

Weiterführende Ratgeber zum Thema LKW-Maut

LKW-Maut Deutschland und LKW-Maut Europa

Die Maut ist für LKW im Güterverkehr Pflicht.
Die Maut ist für LKW im Güterverkehr Pflicht.

Seit 2005 fallen in Deutschland gesetzlich verankerte Mautgebühren für LKW an. In der folgenden Mauttabelle haben wir für Sie den Bußgeldkatalog Maut zusammengefasst. Für detaillierte Informationen zur LKW-Maut Deutschland, zum Bußgeldkatalog Maut und zur LKW-Maut Europa lesen Sie den folgenden Artikel.

Mautpflichtige Fahrzeuge in Deutschland

In Deutschland gibt es derzeit Diskussionen um eine PKW-Maut. Doch bislang ist diese nicht umgesetzt. Es besteht nur eine LKW-Maut. Auf den bundesdeutschen Autobahnen müssen LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen eine Mautgebühr bezahlen. Dies gilt auch für ausländische LKW – wie auch umgekehrt deutsche LKW auf ausländischen Straßen die dortigen Mautgebühren bezahlen müssen. Die Firma Toll Collect hat das technische System zur Erhebung der Autobahnmaut entworfen und umgesetzt, die Bundesregierung bestimmt die Höhe der Mautgebühren. Diese Aufteilung ist im Verkehrsrecht festgelegt.

Laut Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) zählen folgende Fahrzeuge jedoch nicht zu den mautpflichtigen:

  • Fahrzeuge, die nicht für den Güterverkehr eingesetzt werden
  • Busse
  • Fahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei, des Technischen Hilfswerks, oder ähnliche, wie auch Fahrzeuge, die zum Transport von Hilfsmitteln in Krisenregionen vorgesehen sind
  • Fahrzeuge für den Straßendienst oder die Räumung der Straße bei Schnee
  • Fahrzeuge von Schaustellern oder Zirkus

Darüber hinaus sind auch elektrisch betriebene LKW ebenfalls derzeit von der Mautpflicht ausgenommen. Dies gilt bis 31. Dezember 2025. Aber 2026 muss für diese LKW dann ein reduzierter Mautsatz gezahlt werden. Bis 31. Dezember 2023 sind bzw. waren auch gasbetriebene LKW von der Maut befreit. Dies ändert sich jedoch mit dem 01. Januar 2024.

Einteilung in Schadstoffklassen

Um die Belegung der Fahrzeuge mit einer LKW-Maut gerecht zu gestalten, müssen LKW gemäß ihrer Schadstoffklasse und ihrer Achszahl eine Mautgebühr entrichten. Somit müssen jene Fahrzeuge, deren Emissionen die Umwelt besonders schädigen, oder aber die Straßen durch ihr großes Gewicht schnell beschädigen, eine höhere Gebühr bezahlen; sobald sie durch spezielle Rußpartikelfilter aufgerüstet werden, können sie dagegen sogar die Kosten für die Maut drosseln und schonen nebenbei noch die Umwelt.

Um die Mautgebühren berechnen zu können, ist eine Registrierung bei Toll Collect notwendig. Bei der Registrierung eines LKW bei der Firma Toll Collect wird die Einteilung des Fahrzeugs in den entsprechenden Mauttarif vorgenommen. Die Fahrer erhalten eine Chipkarte, auf der die Informationen hinterlegt sind.

Die Autobahnmaut wird in Deutschland von der Firma Toll Collect verwaltet
Die Autobahnmaut wird in Deutschland von der Firma Toll Collect verwaltet

LKW-Fahrer müssen bei der Registrierung ihres Fahrzeugs bei Toll Collect richtige Angaben machen. Im Fahrzeugschein finden sich Informationen zur Schadstoffklasse. Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass diese nicht mit den auf der Chipkarte hinterlegten Informationen übereinstimmt, so stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld oder Verwarnungsgeld bestraft wird. Der Bußgeldbescheid erreicht bei Mautverstößen nicht nur den LKW-Fahrer, sondern auch den Halter, den Unternehmer der Firma, oder sonstige Verantwortliche.

Für eine falsch angegebene Achszahl beispielsweise wird ein Bußgeld von bis zu 100 Euro für den Fahrer und 200 Euro für den zuständigen Unternehmer fällig (dies ist beispielsweise auch bei der Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten der Fall). Ähnliche Bußgelder fallen an, wenn bei der Einbuchung sonstige Angaben falsch waren und eine andere Strecke als die angegebene befahren wurde. Punkte in Flensburg oder gar ein Fahrverbot gibt es bei Mautverstößen aber keine. Es liegt kein Verstoß gegen die StVO vor, sondern gegen das  Bundesfernstraßenmautgesetz.

Erhebung der LKW-Maut (Deutschland)

Die Berechnung der Mautgebühren kann kompliziert sein
Die Berechnung der Mautgebühren kann kompliziert sein

LKW-Fahrer haben verschiedene Möglichkeiten, die Strecken anzugeben, auf denen sie fahren, um dann die entsprechenden Gebühren zu bezahlen.

Die einfachste Möglichkeit ist der Einbau eines Geräts in den Fahrzeuginnenraum, das die gefahrene Strecke über GPS-Satelliten automatisch registriert und die Daten an die Firma Toll Collect überträgt, die die Summe auch kassiert. Dieses Gerät zur Mautberechnung heißt „OBU“, was für „On Board Unit“ steht und lässt sich innerhalb kurzer Zeit einbauen. Es wird kostenlos von Toll Collect zur Verfügung gestellt; der Einbau kostet aber um die 250 Euro und muss vom Fahrer gezahlt werden.

Übrigens ist die OBU der Firma Toll Collect auch darauf ausgerichtet, die Mautgebühren Österreich zu berechnen und kann dementsprechend auch dort zum Einsatz kommen, ohne dass weitere Einstellungen an ihr vorgenommen werden müssen. Es erleichtert Fahrern die Mautberechnung, da sie sich um nicht anderes als den ordnungsgemäßen Betrieb der On Board Unit kümmern müssen.

Fahrer, die ein solches nicht besitzen, weil sie z.B. selten auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, können sich auch über eines der 3500 Terminals einbuchen oder aber im Voraus online die gewünschten Strecken angeben, um diese dann mit Toll Collect abzurechnen und die korrekte Gebühr für die LKW-Maut bezahlen zu können.

Bußgelder bei der LKW-Maut Deutschland

Aufgrund datenschutzrechtlicher Vorschriften dürfen nur stichprobenartig Kontrollen der mautpflichtigen Fahrzeuge vorgenommen werden; im Jahr sollen 10 Mio. LKW auf die Bezahlung ihrer Autobahnmaut kontrolliert werden. Dafür gibt es auf den deutschen Autobahnen etwa 300 stationär aufgebaute Anlagen, die nicht auf der Strecke eingebuchte LKW erkennen. Diese erhalten dann einen Bußgeldbescheid. Es sind auch Mautkontrolleure im Einsatz, die Verkehrskontrollen durchführen, um festzustellen, ob die Autobahnmaut bezahlt wurde.

Wenn bei einer Kontrolle festgestellt wird, dass die LKW-Maut nicht ordnungsgemäß entrichtet wurde, fallen Bußgelder an, und natürlich muss die Maut auch rückwirkend noch bezahlt werden. Sollte Unklarheit über die Strecke bestehen, auf der keine Maut bezahlt wurde, muss diese für eine Strecke von 500 km bezahlt werden! Das Bußgeld für das Nicht-Zahlen der Mautkosten umfasst laut Bußgeldkatalog für Mautverstöße für Fahrer 200 Euro, und für den Halter 400 Euro. Da die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird, fallen jedoch keine Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot an.

LKW-Maut 2015 bis 2023: Änderungen

Im Jahr 2015 gibt es einige Änderungen bei der LKW-Maut in Deutschland
Im Jahr 2015 gibt es einige Änderungen bei der LKW-Maut in Deutschland

Im Jahr 2015 hat die LKW-Maut in Deutschland einige Änderungen erfahren. Zwar sank die Mautgebühr für einen einzelnen gefahrenen Kilometer auf den Bundesstraßen (LKW mit 3 Achsen sollten 12,5 Cent pro Kilometer zahlen, LKW ab 4 Achsen 13,1 Cent pro Kilometer, dazu kommt der Schadstoffaufschlag), jedoch wurde das Streckennetz, auf dem die Maut gezahlt werden muss, erweitert. Im Juli 2015 kamen 1100 km mautpflichtige Strecke auf Bundesstraßen hinzu.

Zudem gilt seit dem 1. Oktober 2015, dass LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von ab 7,5 t die Mautgebühren bezahlen. Somit kann von einer LKW-Maut Ausweitung gesprochen werden; die Einnahmen für den Staat bleiben trotz sinkender Preise für den einzelnen Kilometer konstant.

Seit Juli 2018 gilt die Mauptpflicht für LKW auf allen Bundesstraßen. Damit kommen rund 40.000 mautpflichtige Kilometer dazu. Eine Erhöhung oder Senkung der festgelegten Mautsätze gab es dann 2019. Darüber hinaus wurde die Berechnungsgrundlage um Lärmschutz- und Umweltaspekte erweitert. Denn seitdem sind das Gewicht, die Anzahl der Achsen, die Schadstoffklasse sowie die gefahrenen Kilometer ausschlaggebend für die Höhe der LKW-Maut.

Das Bundesfernstraßengesetz (BFStrMG) wurde erneut im Oktober 2023 angepasst, unter anderem auch, um eine EU-Richtlinie umzusetzen. Zu den bereits genannten Faktoren kommen dann noch die CO²-Emissionen als Berechnungsgrundlage hinzu. Das bedeutet, dass die Fahrzeuge in vier weitere Klassen eingeteilt werden und die Emissionen ebenfalls entscheidend für die Höhe der LKW-Maut sind.

Nachfolgend haben wir die neuen Mautgebühren zusammengefasst. Diese gelten dann ab dem 01. Dezember 2023:

CO²-Emissionsklasse 1

Euro-Schad­stoff­klasseGewicht
Achsen
Mautsatz
(cent/km)
7,5-11,99 t
Euro 1 und 027,7
Euro 227,6
Euro 325,1
Euro 422,2
Euro 5/EEV-Klasse 120,6
Euro 617,8
12-18 t
Euro 1 und 035,2
Euro 235,0
Euro 333,0
Euro 428,8
Euro 5/EEV-Klasse 127,7
Euro 624,0
>18 t bis 3 Achsen
Euro 1 und 048,6
Euro 246,1
Euro 343,1
Euro 437,3
Euro 5/EEV-Klasse 135,5
Euro 630,5
>18 t mit 4 Achsen
Euro 1 und 051,2
Euro 248,7
Euro 345,4
Euro 438,8
Euro 5/EEV-Klasse 136,3
Euro 632,4
>18 t ab 5 Achsen
Euro 1 und 051,6
Euro 251,1
Euro 347,8
Euro 441,4
Euro 5/EEV-Klasse 138,9
Euro 634,8

CO²-Emissionsklasse 2

Euro-Schad­stoff­klasseGewicht
Achsen
Mautsatz
(cent/km)
7,5-11,99 t
Euro 1 und 027,3
Euro 227,2
Euro 324,7
Euro 421,8
Euro 5/EEV-Klasse 120,2
Euro 617,4
12-18 t
Euro 1 und 034,4
Euro 234,2
Euro 332,2
Euro 428,4
Euro 5/EEV-Klasse 127,3
Euro 623,6
>18 t bis 3 Achsen
Euro 1 und 044,6
Euro 244,1
Euro 344,1
Euro 435,7
Euro 5/EEV-Klasse 133,9
Euro 629,9
>18 t mit 4 Achsen
Euro 1 und 048,2
Euro 247,7
Euro 344,4
Euro 438,2
Euro 5/EEV-Klasse 135,7
Euro 631,8
>18 t ab 5 Achsen
Euro 1 und 050,4
Euro 249,9
Euro 346,6
Euro 440,4
Euro 5/EEV-Klasse 137,9
Euro 634,0

CO²-Emissionsklasse 3

Euro-Schad­stoff­klasseGewicht
Achsen
Mautsatz
(cent/km)
7,5-11,99 t
Euro 1 und 026,9
Euro 226,8
Euro 324,3
Euro 421,4
Euro 5/EEV-Klasse 119,8
Euro 617,0
12-18 t
Euro 1 und 033,8
Euro 233,6
Euro 331,6
Euro 427,8
Euro 5/EEV-Klasse 126,7
Euro 623,0
>18 t bis 3 Achsen
Euro 1 und 043,9
Euro 243,4
Euro 340,4
Euro 435,0
Euro 5/EEV-Klasse 133,2
Euro 629,2
>18 t mit 4 Achsen
Euro 1 und 047,4
Euro 246,9
Euro 343,6
Euro 437,4
Euro 5/EEV-Klasse 134,9
Euro 631,0
>18 t ab 5 Achsen
Euro 1 und 049,6
Euro 249,1
Euro 345,8
Euro 439,6
Euro 5/EEV-Klasse 137,1
Euro 633,2

CO²-Emissionsklasse 4

Euro-Schad­stoff­klasseGewicht
Achsen
Mautsatz
(cent/km)
7,5-11,99 t
Euro 1 und 023,7
Euro 223,6
Euro 321,1
Euro 418,2
Euro 5/EEV-Klasse 116,6
Euro 613,8
12-18 t
Euro 1 und 029,8
Euro 229,6
Euro 327,6
Euro 423,8
Euro 5/EEV-Klasse 122,7
Euro 619,0
>18 t bis 3 Achsen
Euro 1 und 039,1
Euro 238,6
Euro 335,6
Euro 430,2
Euro 5/EEV-Klasse 128,4
Euro 624,4
>18 t mit 4 Achsen
Euro 1 und 042,2
Euro 241,7
Euro 338,4
Euro 432,2
Euro 5/EEV-Klasse 129,7
Euro 625,8
>18 t ab 5 Achsen
Euro 1 und 043,3
Euro 242,8
Euro 339,5
Euro 433,3
Euro 5/EEV-Klasse 130,8
Euro 626,9

Mit der Änderung des BFStrMG geht auch eine weitere Anpassung einher. Denn ab dem 01. Juli 2024 werden auch gewerbliche Fahrzeuge mautpflichtig, die eine technisch zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen haben. Damit werden weitaus mehr Fahrzeug bemautet als bisher.

Was geschieht mit den Einnahmen der LKW-Maut?

Infrastrukturabgabe: Die LKW-Maut ist für Bundestrassen und Autobahnen wichtig.
Infrastrukturabgabe: Die LKW-Maut ist für Bundestrassen und Autobahnen wichtig.

Staatsgeheimnis LKW-Maut? Keinesfalls! Wo die Einnahmen der LKW-Maut landen, ist klar umrissen, denn sie sind laut Verkehrsrecht festgelegt. Der Bund finanziert mit den Mautgebühren, die jährlich fast 5 Mrd. Euro umfassen, zunächst das von der Firma Toll Collect betriebene System zur Mauterfassung. Das restliche Geld wird vom Bund genutzt, um das Straßennetz in Betrieb zu halten und die Infrastruktur zu pflegen.

Damit erhält die LKW-Maut das sogenannte „Verursacher-Prinzip“: die Kosten, die dem Staat durch die Befahrung von LKW auf den Straßen und den damit einhergehenden Schäden am Straßenbelag entstehen, werden durch die Verursacher der Schäden selbst erstattet. Schließlich schädigt ein LKW im Vergleich zu einem Auto die Straße ungefähr 100.000 mal so stark und trägt so ungleich stärker zu ihrer Abnutzung bei.

Mautgebühren Europa

Es gibt in vielen europäischen Ländern eine LKW-Maut. LKW, die dort unterwegs sind, müssen diese bezahlen, sonst können den länderspezifischen Vorschriften entsprechend Bußgelder anfallen. Die LKW-Maut berechnen gehört in jedem Fall zu den Aufgaben, die bei der Vorbereitung einer Route für den Güterverkehr anfallen.

Die LKW-Maut in Europa
Die LKW-Maut in Europa
  • Mautgebühren Österreich: Um die LKW-Maut in Österreich zu bezahlen, genügt der Einbau der OBU von Toll Collect. Diese berechnet die Mautkosten automatisch. Die LKW-Maut Österreich wird für Fahrzeuge ab 3,5 t fällig und hängt ab von Achsenzahl des LKW, der Länge der gefahrenen Strecke und der Schadstoffklasse ab. Anders als in Deutschland ist hier möglicherweise auch die Uhrzeit und der Ort relevant. Um die Mautgebühren berechnen zu können, ist demzufolge die Installation einer On Board Unit für LKW verpflichtend.
  • LKW-Maut Frankreich: Seit 2007 ist in Frankreich zur Berechnung der Mautgebühren das System „Télépéage Poids Lourds“ aktiv. Es sieht vor, dass LKW-Fahrer eine On Board Unit in ihrem Fahrzeug anbringen, mit der sie die Höhe der Maut berechnen.
  • LKW-Maut Schweiz: Wer ein Fahrzeug von unter 3,5 t führt, der muss in der Schweiz die Maut mit einer Vignette bezahlen. Wiegt das Fahrzeug jedoch mehr, muss es eine „Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe“ bezahlen. Möglich ist dies mit einer On Board Unit, aber wie in Deutschland kann die Einbuchung von Strecken auch hier manuell vorgenommen werden.
  • LKW-Maut Italien: In Italien ist der Einsatz einer Mauttabelle angebracht, da für unterschiedliche Strecken unterschiedliche Mautgebühren fällig werden. Auch die unterschiedlichen Tarife für die Fahrzeuge sind sehr unübersichtlich, weswegen hier im Voraus keine Angaben zu anfallenden Mautgebühren gemacht werden können.
  • LKW-Maut Tschechien: Hier benötigen LKW-Fahrer mit Fahrzeugen ab 3,5 t eine On Board Unit, die sie selbst an der Windschutzscheibe anbringen können.
  • LKW-Maut Polen: Wer mit dem LKW in Polen unterwegs ist, der muss gemäß des Gewichts des Fahrzeugs eine Vignette erwerben. Es gibt verschiedene Tarife, so ist beispielsweise der Erwerb einer Jahresvignette für das Fahrzeug möglich. Damit orientiert sich der Preis nicht an den gefahrenen Kilometern, sondern an der Dauer der Gültigkeit der Vignette.
Mautgebühren im Ausland
Mautgebühren im Ausland
  • LKW-Maut Belgien: In Belgien müssen LKW-Fahrer eine sogenannte „Eurovignette“ erwerben, mit der sie die Straßennutzungsgebühren bezahlen. Die Eurovignette ist nur in Verbindung mit einer Gebührenbescheinigung gültig, auf dieser sind beispielsweise Informationen zur Schadstoffklasse des jeweiligen Fahrzeuges vermerkt. Die Eurovignette ist auch in Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Luxemburg gültig.
  • LKW-Maut Ungarn: Mit einer Vignette, die der Kategorie des eigenen Fahrzeugs entspricht, zahlt hier jeder die Straßennutzungsgebühren – ob PKW oder LKW. Achtung: die Vignette muss ein Jahr lang aufgehoben werden, damit auch im Nachhinein noch die Zahlung der Maut bewiesen werden kann. Kontrollen bezüglich der Bezahlung der Maut sind hier sehr häufig.
  • LKW-Maut Dänemark: Wie in einigen weiteren europäischen Ländern müssen Sie hier eine sogenannte „Eurovignette“ bezahlen, anhand der die Mautgebühr abgerechnet wird.
  • LKW-Maut Slowenien: In Slowenien gibt es 28 Mautstationen. LKW-Fahrer müssen dort die entsprechenden Gebühren für die Fahrt bezahlen.
  • LKW-Maut Spanien: Da die Mautgebühren von mehr als einem Dutzend privater Unternehmen erhoben werden, ist die Tarifsituation und die Mauttabelle in Spanien sehr unübersichtlich. Vor der Fahrt muss also anhand der individuellen Route die Maut berechnet werden, um eine Schätzung der Kosten zu erhalten, und sich über die Preise zu informieren.
  • LKW-Maut Holland: Auch in den Niederlanden ist es notwendig, eine Eurovignette zu kaufen, die für eine Vielzahl an Ländern gültig ist: Belgien, Niederlande, Luxemburg, Dänemark und Schweden. Als LKW-Fahrer benötigen Sie eine Bescheinigung ihrer Emissionsklasse, damit die Eurovignette gültig ist.
  • LKW-Maut Luxemburg: Luxemburg ist ein eher kleines Land, und somit lohnt sich hier der Aufbau eines komplexen Mautsystems kaum. Aus diesem Grund gilt auch in Luxemburg die Eurovignette. Mit dieser können LKW-Fahrer die fällige Maut abgelten.
  • LKW-Maut Schweden: Die LKW-Maut in Schweden fällt auf den Autobahnen E4, E10, E12, E14, E22 und E65 an; dazu kommen einige wenige andere Strecken, auf denen generell jedes Fahrzeug eine Benutzungsgebühr bezahlen muss.
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Bußgeldkatalog LKW: Höhe der Maut-Gebühren und Bußgelder
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Über den Autor

Autor
Vitali U.

Vitali ist seit 2016 Redakteur auf bussgeld-info.de. Seine Karriere begann er nach dem Abschluss seines Studiums der Rechtswissenschaften an einer renommierten Universität in Deutschland. Seitdem hat er sich auf das Thema Verkehrsrecht spezialisiert und sein Wissen durch eine einschlägige Ausbildung vertieft.

{ 15 comments… Kommentar einfügen }
  • Conny 17. Oktober 2019, 17:31

    Guten Tag,
    mein Nann hatte heute 3x Post erhalten. Ihm wurde vorgeworfen, dass er die geschuldete Maut nicht vollständig entrichtet worden war. (2x am 20.03.2019, 1x am 08.01.2019).
    In einer Kontrolle Ende März wurde darauf mein Mann darauf hingewiesen, dass die Geräte nicht richtig eingestellt wurden. Lt. Kontrolleur wurde wohl jedes Unternehmen von Toll Collect angeschrieben, leider wurden die daher nicht informiert. Unwissenheit schützt zwar nicht,aber wir benötigen einen Rat. Wie lange rückwirkend kann ein Fahrer belangt werden?
    MfG Conny

  • Tommy 12. Dezember 2018, 21:23

    Durch reine Schusslichkeit bin ich 1,5 Wochen mit falsch eingestellter Achszahl gefahren (2 Achsen eingestellt statt 5 Achsen) Tonnage war jedoch unverändert mit über 18 to. angegeben. Ich wurde bisher nicht erwischt/bzw. kontrolliert. Falsche Einstellung kann also nur durch die Mautbrücken oder Säulen fest gestellt worden sein, mit welchen Kosten muss ich jetzt im Nachhinein rechnen??

  • Siegfried S. 24. Juni 2018, 16:06

    Beim einfahren auf der Autobahn wollte ich mich über die App einbuchen die funktionierte nicht, immer sagte die mit falsches Kennzeichen, konnte aber nicht länger stehen bleiben und bin bis Adelsheim gefahren, am nächsten Tag habe ich die neu installiert und sie funktionierte, habe am nächsten Tag statt Euro 6 Euro 5 eingegeben, was erwartet mich, konnte auch Abends keinen bei tollcollect anrufen, kann ich wenn ich wieder im Büro bin anrufen und nachzahlen?

    • bussgeld-info.de 9. Juli 2018, 10:40

      Hallo Siegfried S.,

      bitte informieren Sie sich diesbezüglich beim Anbieter – leider wissen wir nicht, wie die Handhabe in solch einem Fall ist.

      Die Redaktion von bussgeld-info.de

      • Michael 22. Juli 2018, 18:51

        wenn es nicht über die APP oder auch mit den gleichen Logindaten über die Webseite geht, musst du einen Stationären Anbieter aufsuchen. Üblicherweise die Tankstellen und Rastanlagen entlang der Auffahrten. Und wie wir wissen können wir mittlerweile die komplette Strecke die wir fahren werden angeben und das Zeitfenster beginnt dann auch synchron mit dem Abfahrtsort.
        Vermutlich hast du einfach kein Internet gehabt, aus welchem Grund auch immer, sich kurz vor der Auffahrt erst darum zu kümmern ist also keine Ausrede mehr sondern vorsatz. Und ja wirst du erwischt/kontrolliert bist du aktuell 240€ und der verantwortliche nochmal das doppelte los. im schlimmsten Fall also 720€.

  • Werner 15. Februar 2018, 22:22

    Belgien ist nicht mehr mit der Eurovingette zu befahren du brauchst wie in Deutschland zur Erfassung einen Kasten mit Guthaben oder Abbuchen über DKV

  • Helmut H. 21. Februar 2017, 16:31

    Ich hatte von August bis September2016 EinenLeih-lkw.ca4Wochen. 40To Sattel. Bin 4Wochen gefahren mit Eingabe 4statt 5Achsen. Soll für jedes vergehen 40Euro zahlen.Es waren 10 vergehen. Gut es eine Chance die Strafe zu mildern? Was ist mit Verjährung? Es liegt 5Monate zurück. Danke für die Auskunft

    • bussgeld-info.de 23. Februar 2017, 10:42

      Hallo Helmut,

      wir dürfen keine Rechtsberatung leisten. Sie können sich an einen Anwalt wenden.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Steen W. P. 10. Februar 2017, 11:28

    Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind ein dänischer TV-Sender, der öfter mit eigenem Ü-Wagen in Deutschland dreht. Wir haben früher eine Genehmigung für Fahrten ohne Maut in Verbindung mit TV-Produktionen gehabt und auch eine Genehmigung für Fahrten an Sonn- und Feiertagen. Wir brauchen eine Neue Genehmigung. Können Sie uns aufklären, wo wir diese erhalten?
    Mit den besten Grüssen aus Kopenhagen.
    Steen W. P., dk4

    • bussgeld-info.de 13. Februar 2017, 11:58

      Hallo Steen,

      Sie können sich an die zuständige Straßenverkehrsbehörde wenden.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • ole 24. November 2016, 15:25

    Hi, werden Punkte in Flensburg fällig wenn die falsche Achszahl angegeben wurde?

    • bussgeld-info.de 28. November 2016, 10:22

      Hallo ole,

      grundsätzlich sollten Sie immer die richtigen Werte eintragen lassen. Sonst könnte Ihnen der Tatbestand „Fahren ohne Betriebserlaubnis“ auferlegt werden, was ein Bußgeld von bis zu 135 Euro zur Folge haben kann.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • thilo 8. November 2016, 18:14

    Hallo zusammen
    ich habe am 11.04.16 die falsche Achszahl eingegeben und bis zum heutigen Tag kein Verwarnungsgeld bzw Bußgeldbescheid erhalten. Ich wollte nun fragen ist diese Tat schon verjährt ( längerals 6 Monate her)?

    MFG
    Thilo

    • bussgeld-info.de 10. November 2016, 11:06

      Hallo Thilo,

      im Normalfall beträgt die Verjährungsfrist 3 Monate.

      Ihr Bußgeld-Info Team

  • doolittle 24. April 2016, 15:28

    Hallo, in Belgien gilt seit dem 1.4.2016 die Vignette nicht mehr. Die Strassenmaut wird mit einem Mautgerät erhoben und man zahlt nach Kilometer.

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