Hunde im Wald: Ist sie frei laufen zu lassen überhaupt möglich?

Dürfen Hunde im Wald frei laufen? Das ist regional unterschiedlich geregelt.
Dürfen Hunde im Wald frei laufen? Das ist regional unterschiedlich geregelt.

Die lieben Vierbeiner gehören zur Familie und sollen immer ein schönes Leben haben. Dazu gehört es natürlich auch, ihnen so viel Auslauf zu gewähren wie möglich. Was ist da besser geeignet als der weitläufige Wald gleich um die Ecke oder der Stadtforst? Da kann Bello frei laufen und rumspringen, oder? Leider ist es dann doch nicht so einfach, denn Hunde im Wald frei herumtollen zu lassen, kann durchaus Konsequenzen haben.

Der nachfolgende Ratgeber betrachtet unter anderem die Frage, ob Hunde im Wald ohne Leine laufen dürfen und ob es diesbezüglich rechtliche Bestimmungen zu beachten gibt. Des Weiteren betrachtet er, welche Sanktionen bei einem Verstoß gegen rechtliche Vorschriften diesbezüglich drohen können.

FAQ: Hunde im Wald

Gibt es gesetzliche Bestimmungen zu Hunden im Wald?

Je nachdem, was die Landeswaldgesetze für das Verhalten im Wald bestimmen, kann ein Leinenzwang bestehen oder nicht.

Dürfen Hunde im Wald ohne Leine laufen?

Das ist je nach Bundesland verschieden, eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Ob für Hunde eine Leinenpflicht im Wald gilt oder nicht, ist also regional sehr verschieden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Welche Sanktionen sind möglich, wenn Besitzer ihren Hund im Wald nicht anleinen?

Verstoßen Hundehalter gegen die gesetzlichen Bestimmungen, handelt es sich in der Regel um eine Ordnungswidrigkeit. Hier ist mit Bußgeldern zu rechnen, mehr dazu erfahren Sie hier.

Hund im Wald: Was das Gesetz besagt

Das schöne Wetter im Wald genießen und dem Hund Auslauf gönnen, das ist ohne Leine eher selten möglich. Daher nutzen viele Hundebesitzer die Chance, die ein Wald bietet. Ist dieser weitläufig, denken sich viele, dass Hunde im Wald niemanden stören und sie genug Zeit haben, das Tier wieder zu sich zu rufen. Allerdings herrscht oft auch im Wald Leinenpflicht. Mit dem Hund im Wald spazieren zu gehen, unterliegt also in der Regel gesetzlichen Bestimmungen.

Für Hunde gilt eine Leinenpflicht im Wald immer dann, wenn dies in Landeswaldgesetz bestimmt ist.
Für Hunde gilt eine Leinenpflicht im Wald immer dann, wenn dies im Landeswaldgesetz bestimmt ist.

Wichtig ist, dass es keine bundeseinheitliche Regelung gibt. Die Bundesländer entscheiden selbst, ob eine Leinenpflicht für Hunde im Wald zu beachten ist oder andere Vorschriften gelten. Bestimmt wird das üblicherweise in den Landeswaldgesetzen, die das Verhalten im Wald regeln und zudem Bußgeldverordnungen enthalten. Da die Vorgaben Ländersache sind, fallen die etwaigen Sanktionen unterschiedlich aus.

Neben der Rücksicht auf andere Waldbesucher hat der Leinenzwang für Hunde im Wald auch die Funktion, Wildtiere zu schützen. Hunde, die unvermittelt auf Jagd gehen, stören nicht nur zahlreiche Tierarten, sondern können auch zu Verletzungen oder zum Tod von im Wald lebenden Tiere führen. Die Leine soll zudem auch zum Schutz des Hundes beitragen, da Jäger oftmals die Erlaubnis haben, wildernde Tiere zu erschießen. Besitzer sollten also immer ein Auge darauf haben, wo sich ihr Tier befindet, wenn sie Hunde ohne Leine im Wald laufen lassen. Und sie müssen, dort wo Leinzwang herrscht, ihren Hund immer anleinen.

Wo gilt was? Eine Leinenpflicht ist im Wald nicht überall zu beachten

Die Leinenpflicht für Hunde im Wald ist also in Deutschland nicht einheitlich geregelt. So herrscht in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen kein Leinenzwang. In Bremen, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen dürfen Hunde außerhalb der Schonzeit nur auf den vorgesehen Waldwegen ohne Leine laufen. In allen anderen Bundesländern gilt ganzjährig eine Leinenpflicht für Hunde im Wald.

Nachfolgend finden Sie die jeweiligen Vorschriften in den Bundesländern kurz zusammengefasst:

BundeslandGene­relle Leinen­pflicht im Wald?Zusätz­liche Bestim­mungen
Baden-Württem­bergnein
(Aus­nahmen: Liege­wiesen, Spiel­plätze)
Jagdschutz­berechtigte dürfen Hunde, die im Wald wildern, er­schießen.
Buß­geld bis zu 5.000 EUR
Bayernnein
(regionale Sonder­regelungen
Jagdschutz­berechtigte dürfen Hunde, die im Wald wildern, erschießen.
Berlinja, ohne Leine nur auf gekenn­zeichneten FlächenDer Hund muss sich zudem immer im Einwirkungs­bereich des Halters befinden. Ist das nicht der Fall, dürfen Jagd­schutzberechtigte Hunde erschießen.
Branden­burgja, kurze Leine
(höchstens 2 m)
Befinden sich Hunde im Wald nicht im Einwirkungs­bereich des Halters, dürfen Jagdschutz­berechtigte auf den Hund schießen.
Buß­geld bis zu 10.000 EUR
Bremenin der Schon­zeit (15.03. bis 15.07.) ja,
außerhalb dieser nur auf vorgesehen Wald­wegen ohne Leine
Befinden sich Hunde im Wald nicht im Einwirkungs­bereich des Halters, dürfen Jagdschutz­berechtigte auf den Hund schießen.
Buß­geld bis zu 5.000 EUR
HamburgjaNur auf aus­gewiesenen Flächen dürfen Hunde ohne Leine unterwegs sein.
HessenjaJagdschutz­berechtigte dürfen auf unan­geleinte Hunde im Wald schießen.
Buß­geld bis zu 5.000 EUR
Mecklen­burg-Vorpom­mernjaBefinden sich Hunde im Wald nicht im Einwirkungs­bereich des Halters, dürfen Jagdschutz­berechtigte auf den Hund schießen.
Buß­geld bis zu 7.500 EUR
Nieder­sachsenin der Schon­zeit (01.04.. bis 15.07.) jaBefinden sich Hunde im Wald nicht im Einwirkungs­bereich des Halters, dürfen Jagdschutz­berechtigte auf den Hund schießen.
Nord­rhein-West­falenja, ohne Leine nur auf Wald­wegenJagdschutz­berechtigte dürfen auf unan­geleinte Hunde im Wald schießen.
Buß­geld bis zu 25.000 EUR
Rhein­land-PfalzneinJagdschutz­berechtigte dürfen Hunde, die im Wald wildern, er­schießen.
Buß­geld bis zu 5.000 EUR
Saar­landin der Schon­zeit 01.03. - 30.06Jagdschutz­berechtigte dürfen Hunde, die im Wald wildern, er­schießen.
Buß­geld bis zu 5.000 EUR
Sachsennein
(Aus­nahmen: Dresden, Leipzig)
Geschossen werden darf auf das Tier nicht, wenn es sich nur kurz­zeitig aus dem Einwirkungs­bereichs des Halters entfernt.
Buß­geld bis zu 5.000 EUR
Sachsen-Anhaltin der Schon­zeit (01.03. bis 15.07.) jaBefinden sich Hunde im Wald nicht im Einwirkungs­bereich des Halters, dürfen Jagdschutz­berechtigte auf den Hund schießen.
Buß­geld bis zu 25.000 EUR
Schles­wig-Hol­steinjaBefinden sich Hunde im Wald nicht im Einwirkungs­bereich des Halters, dürfen Jagdschutz­berechtigte auf den Hund schießen.
Buß­geld bus zu 5.000 EUR
Thü­ringenjaGeschossen werden darf auf das Tier nicht, wenn es sich nur kurz­zeitig aus dem Einwirkungs­bereichs des Halters entfernt.

Bußgelder: Freilaufende Hunde können auch im Wald teuer werden

Wer Hunde im Wald unerlaubt frei laufen lässt, muss mit Bußgeldern rechnen.
Wer Hunde im Wald unerlaubt frei laufen lässt, muss mit Bußgeldern rechnen.

In der Regel handelt es sich bei Verstößen gegen die Leinenpflicht im Wald um eine Ordnungswidrigkeit, sodass Halter mit einem Verwarn- bzw. Bußgeld rechnen müssen. Wie hoch die Sanktion ausfällt, ist je nach Einzelfall und Bundesland verschieden.

Die Bußgelder für Halter, die ihre Hunde im Wald ohne Leine laufen lassen, obwohl es vorgeschrieben ist, können sich zwischen 30 und 2.500 Euro bewegen. In besonders groben Fällen können sich die Geldbußen auch bis auf 50.00 Euro belaufen. Bei der Höhe der Sanktionen kommt es mitunter auch darauf an, um welche Art von Hund es sich handelt. Einige Bundesländer ahnden das Freilaufenlassen von Listenhunden härter, auch wenn diese im Wald frei laufen.

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Hunde im Wald: Ist sie frei laufen zu lassen überhaupt möglich?
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  • Sonja 22. Juni 2020, 18:01

    Leider ist jeder 2. Hund, den ich hier im Wald treffe, unangeleint (Hessen). Die Besitzer sehen sich auch noch im Recht. Was kann man denn in dem Fall machen? Die Leute werden ja nicht freiwillig ihre Personalien rausrücken für eine Anzeige beim Ordnungsamt. Und einen Ordnungshüter habe ich in den letzten 30 Jahren, in denen ich im Wald spazieren gehe, noch nicht gesehen!

    • Maria 19. Juni 2021, 4:53

      Davon mal abgesehen dass es nicht erlaubt ist, aber was stört sie persönlich denn an Freilaufenden Hunden? Werden sie von jedem 2. Hund belästigt oder einfach nur so?

  • Tim 30. Mai 2021, 9:19

    Ja liebe Sonja, da bleibt dir auf jeden Fall die Möglichkeit, deinen Wunsch zu hinterfragen und zur Not mal des Hundes Willen zurückzustecken. Oder aber du regst dich weiter auf und fragst dich, wie Menschen so derart dreist sein können, Hunden in der Natur Freilauf zu gewähren, obwohl das doch ganz eindeutig ein Bürokrat verboten hat.

  • hanSon 2. Juli 2021, 19:42

    Kauf dir einen Hund …

  • Baki 26. Oktober 2021, 16:31

    Hallo, zu Sonja und Allgemein mir ist es vorhind passiert alte dame und eine junge dame stehen auf dem wald weg am füttern sah ich als ich nah dran war. 150 m vorher komm ich mit fahrrad normal gefahren ich betone normal angefahren 100 m vorher fang ich an zu klingeln 1mal 2 sekunden später 2te mal 3 mal die junge frau sieht mich reagiert aber nicht ich meine Sie versuchte 5 hunde zusammen zu halten auf dem 2,5 m breiten weg die alte frau keine reaktion lockt weiter mit hunde essen die hunde um sich. Ich fahre schon langsam Die stehen mittig rechts ich will links vorbei läuft ein kleiner hund auf die linke spur die leine liegt frei auf dem boden ich hätte ihn beinahe mit genommen. Da müssen Sie langsamer fahren höre ich..jetzt meine fragen! Wenn ich durch den vorfall hingeknallt wäre aber keine zeugen hätte wie beweise ich meine schilderung? Was tuhe ich in so einem moment ? bzw. Den hund verletzt hätte wer ist schuld? Da ich seit corona anfang bin ich auf mein fahrrad angewiesen ich fahre Verkehrssicher aber diese bremserrei im wald wegen eines hundehalters weil es ihn nicht interessiert oder er nicht drauf achtet obwohl geklingelt wird vorher gefühlte 5 mal aber nur 3 mal. Ich nutz den wald um schnell von a nach b zu kommen. Ich erinner nochmal auf meine fragen es wäre mir wichtig eine Antwort zu bekommen damit ich das nächste mal meine Fassung waren kann.

    • Maximilian S 11. Mai 2022, 22:41

      Fußgänger weg zu klingeln ist eine Unart bei Radfahrern. Da diese am liebsten scheinbar mit 20 bis 30 km/H durch den Wald fahren möchten. Dabei ist in diesem Fall beim treffen auf Wanderer und eigentlich ansonsten auch schon wegen Wildtiere, Schrittgeschwindigkeit Gesetzlich vorgeschrieben.
      Ach ja noch etwas, im Bezug auf Hunde. Auf einer Halde hat die Raserei eine Radfahrers (Ohne Fahrradhelm) dazu geführt, das er als er einem Hund ausweichen musste, hinterher Bewusstlos und Lebensgefährlich verletzt, mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste.
      Nehmen sie sich das bitte zum Nachdenken an. Es muss wie gesagt kein Hund sein, ein Hase, Eichhörnchen oder auch mal ein Fuchs, reichen da auch schon aus.
      Waldwege, sind Wanderwege und in der Regel eher nicht für Fahrradfahrer dann freigegeben.

  • Ulli 19. November 2021, 17:50

    Was stört Sie grundsätzlich an einem nicht angeleinten Hund? Das potenzielle Vergehen oder der freilaufende Hund?

  • Alex 21. Januar 2022, 18:22

    8 Jäger bei uns im Gebiet verbieten hunderten Hundebesitzer ihren Hunden sich in der Natur mal frei zu bewegen. Ist ja Gesetz! Wenn doch droht eventuell der Abschuss.
    Ich hoffe das wir die Masse an Jagtberechtigten Freizeit Jäger zumindest los werden.
    Das Recht weniger schränkt die Natur der Hund auch mal rennen zu dürfen ein.

    • Maximilian S 11. Mai 2022, 22:45

      Nun soweit die Hunde, wie ja auch ihre Besitzer, sich an die Naturschutzgesetze halten, welche ein verlassen des Weges eben verbieten, dann kann ihnen im Grunde auch nichts passieren. Suchen sie besser nach Hundewiesen, welche dann auch umzäunt sind (Wie im Nordsternpark) oder setzten sie die Politik da mit der Forderung unter druck, solche Hundefreilaufflächen an zu legen.

      Anders gefragt, was ist für sie wichtiger, das Recht der Wildtiere oder das Recht von einigen Hunden?

  • Bello 24. Januar 2022, 9:51

    @Sonja. Einfach ne große Packung Taschentücher mitnehmen, um die Tränen zu trocknen.

  • Angelika H 17. März 2022, 23:03

    Habe selbst einen Hund. Aber im Wald bleibt er angeleint. Ich kann das verstehen, dass man seinen Hund frei laufen lassen möchte. Aber man muss auch Rücksicht auf das Wild nehmen. Viele Hunde haben nun einmal den Jagdtrieb, den man nicht immer unter Kontrolle halten kann. Ist ein totes Reh das wert?

  • Knut 18. April 2022, 7:46

    Angelika hat es erkannt: Es geht um den allgemeinen Schutz der Natur und nicht um Einschränkungen für Hund und Halter. Besonders in der Schonzeit vom 1. 3. bis 15. 7. haben Wildtiere und Vögel ihre Jungen zu versorgen. Wild verlässt bei Flucht unter Umständen die Jungtiere, die dann Opfer des Hundes werden können. Bodenbrütende Vögel haben in der Zeit Eier im Nest. Werden diese aus Flucht vor den Hunden verlassen, kühlen die Eier aus und die Brut ist verloren. Gerade in Betracht auf durchweg sinkende Populationen bei den Vögeln sollte man hier einfach Rücksicht auf die Natur nehmen. Das ist keine Frage der Bürokratie, sondern einfach gesunder Menschenverstand. Wenn ich dann sehe, dass Hundehalter ihre Hunde auch noch mit Spielzeug oder durch Ansporn durch den Wald oder über offene Felder oder Wiesenflächen scheuchen, dann ist hier eindeutig Nachsitzen auf Seiten der Hundehalter angesagt!

  • Sara 3. Mai 2022, 21:58

    Diese ganze leihnepflicht ist echt ein Witz
    Nur hunde die nicht auf Herrchen hören sollten angeleint sein Vorallem Welpen
    Es ist so lächerlich das man Hunde die erzogen sind und immer bei Fuß laufen und auf Wort hören Anleihen muss

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