Bußgeldkatalog: Baum fällen

Hier finden Sie die aktuellen Bußgeldkataloge 2017, welche die Strafe für das Baum-fällen ohne Genehmigung in den einzelnen Bundesländern festlegen:

BundeslandBußgelder für illegale Baumfällungen
Baden-Württemberg(keine Angaben)
Bayern50 Euro bis 50.000 Euro
Berlin(keine Angaben)
Brandenburg50 Euro bis 10.000 Euro
Bremen50 Euro bis 20.000 Euro
Hamburg50 Euro bis 50.000 Euro
Hessen(keine Angaben)
Mecklenburg-Vorpommern50 Euro bis 100.000 Euro
Niedersachsen100 Euro bis 50.000 Euro
Nordrhein-Westfalen40 Euro bis 12.500 Euro
Rheinland-Pfalz(keine Angaben)
Saarland50 Euro bis 10.000 Euro
Sachsen50 Euro bis 15.000 Euro
Sachsen-Anhalt(keine Angaben)
Schleswig-Holstein (keine Angaben)
Thüringen500 Euro bis 25.000 Euro

Welche Gründe gibt es, einen Baum fällen?

Wichtiger Lebensraum: Illegal Bäume zu fällen, kann hohe Kosten durch Strafzahlungen nach sich ziehen.

Wichtiger Lebensraum: Illegal Bäume zu fällen, kann hohe Kosten durch Strafzahlungen nach sich ziehen.

Bäume und Baumgruppen sind wichtige Bestandteile verschiedener Ökosysteme und höchst schützenswert. Dies gilt insbesondere für Wälder und Parks. Wer sich einfallen lässt, hier einen Baum zu fällen, kann einer Strafe von mehreren zehntausend Euro entgegensehen.

Gerade für Wildcamper ist dieser Hinweis von Bedeutung. Dass der Wald ihnen gerne Holz spendet, um etwa ein Feuer zu machen, mag sogar sein, doch der Gesetzgeber sieht das anders. Auch kann die Fallrichtung großer Bäume zur ernsten Gefahr für das eigene Leben werden, denn es ist nicht einfach, den Fällschnitt richtig zu setzen.

Dieser Ratgeber befasst sich mit den Bestimmungen im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zur Baumfällung. Im 39. Paragraphen wird ausdrücklich von Bäumen außerhalb der Wälder und anderer „gärtnerisch genutzten Grünflächen“ gesprochen.

Interessant ist dies zum Beispiel für Hausbesitzer, die etwa eine dicke Eiche im Garten stehen haben, deren Wurzeln das Fundament ihres Gebäudes bedroht. Auch Leute, deren Nachbarn ein großes Holzgewächs besitzen, welches das eigene Grundstück verletzt, beschäftigen sich bisweilen mit der Frage, wie sie den Baum kaputt machen können. Dabei fällt die Gesetzeslage hier eindeutig aus.

Wann darf man Bäume fällen?

Das Bundesnaturschutz legt in Paragraph 39, Absatz 5, Satz 2 bundesweit folgendes fest:

Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen[.]

Der Baumschutz ist also umfassend und schließt viele Bereiche ein. Allerdings ist es Ländersache, diesen Passus zu interpretieren. Deshalb kann nicht pauschal gesagt werden, ob in Ihrer Region auch Kleingärten oder private Grundstücke in diese Bereiche fallen.

Es ist deshalb generell zu raten, die örtlichen Behörden über die geplante Fällung zu informieren. Gerade beim bevorstehenden Hausbau ist dieser Schritt in Zusammenhang mit der Einholung einer Baugenehmigung unumgänglich.

Der Paragraph bezieht sich jedoch vorrangig auf den öffentlichen Raum. Doch kann es vorkommen, dass ein Baum außerhalb Ihres Grundstücks Ihnen das Leben schwer macht. Zum Beispiel könnten seine Wurzeln das Erdreich Ihres Gartens einnehmen. Oder seine mächtige Krone blockt das Sonnenlicht für Ihre Pflanzen. Dann ist es unumgänglich, die Behörden einzuschalten. Denn es drohen hohe Geldstrafen, wenn Sie solche Bäume fällen, ohne eine Genehmigung einzuholen.

Im eigenen Garten einen Baum zu fällen, ist meist erlaubt. Doch auch hier gibt es Einschränkungen. Dies gilt insbesondere, wenn das Holzgewächs für die Tiere eine besondere Rolle spielt. So können nistende Vögel den Vorgang illegal machen.

Auch ist ab einer bestimmten Größe die Fallrichtung des Baumes gründlich zu bedenken. Nur Profis kennen den richtigen Fällschnitt und können sicherstellen, dass der Baum nicht in die falsche Richtung fällt. Beauftragen Sie daher eine Firma, die diese Arbeit übernimmt. Sie kümmert sich anschließend auch um das Holz, welches weggeschafft werden muss.

Geschützte Bäume

In einigen Bundesländern stehen verschiedene Pflanzen unter einem besonderen Schutz. Die Liste hierfür ist umfangreich und kann an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden.

Jedoch können wir festhalten, dass große Laub- und Nadelbäume von einem gewissen Stammumfang oft besonders geschützt sind, wobei Obstbäume hiervon meist ausgenommen sind. Ein Antrag auf Baumfällung in Brandenburg etwa ist ab 60 cm Stammdicke obligatorisch.

Störender Baum: Wenn der Nachbar kein Einsehen hat

Einfach Nachbars Baum zu fällen ist nicht erlaubt, denn es handelt sich um Privateigentum.

Einfach Nachbars Baum zu fällen ist nicht erlaubt, denn es handelt sich um Privateigentum.

Es kommt nicht selten zu Streitigkeiten, wenn unter Nachbarn keine Einigkeit über die Bäume im Garten des anderen herrscht. So können wieder sowohl die Wurzeln, als auch die Äste des Gewächses auf das eigene Grundstück ragen. Oder die Früchte von Bäumen hängen in den Garten des Anderen. Diese fallen zu Boden und verursachen Arbeit. Auch hier können Unstimmigkeiten entstehen.

So kommt es bisweilen vor, dass sich Leute fragen, wie sie den ungeliebten Baum zerstören können, ohne dass der Nachbar etwas bemerkt. Chemikalien oder Nägel aus Kupfer sollen Nachbars Baum töten.

Doch dabei wird oft die Widerstandsfähigkeit der Natur unterschätzt. Wenn Sie es zu wild treiben, riskieren Sie außerdem, den Boden und das Grundwasser nachhaltig zu verschmutzen.

Wenn es keine Aussicht auf eine nachbarschaftliche Einigung gib, sollten Sie nicht die Vergiftung der Natur in Betracht ziehen, sondern den Weg zum Anwalt gehen.

{ 19 Kommentare… add one }
  • Brita R. 18. März 2017, 12:27

    Am 1.Maerz ist auf meinem Grundstueck bei Nacht und Nebel eine 10 m hohe und 30 cm im Umfang grosse Rubinie gefaellt worden .Um 9 Uhr morgens war der Baum zerkleinert und weggeraeumt.Der N
    achbar hat sich Kaminholz gemacht.Ausserdem hat er noch eine Birke gefaellt , diese war 4 m hoch. Hatte die Polizei am Ort.Es tut sich nichts, was kann ich unternehmen?

    • bussgeld-info.de 20. März 2017, 10:41

      Hallo Brita,

      wir können keine Rechtsberatung anbieten. In diesem Fall wäre ein Anwalt der richtige Ansprechpartner.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Ritter 21. März 2017, 14:57

    Sehr geehrtes Bußgeld Team,

    Bei uns im Dorf wurde auf einem „öffentlichen Schulgelände die Fällung zweier im älteren Bestand stehenden Apfelbäume durch den Gemeindemitarbeiter, Herrn M.,
    Gemeinde Ettringen verursacht.
    Was können die Grundschule bzw. die
    Betroffenen Nachbarn Unternehmen??
    Und wo könnte man dies zur Anzeige
    bringen??
    Besten Dank

    • bussgeld-info.de 23. März 2017, 11:34

      Hallo Ritter,

      wir können Ihnen leider keine Rechtsberatung erteilen. Hier sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt für öffentliches Recht wenden.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Ninja W. 22. März 2017, 15:19

    Was passiert, wenn sich Behörden diesen Vorgaben widersprechen bzw. sich ein eigene Genehmigung des Umgehens der Vorgaben ausstellen? Passiert bei uns in Ingolstadt ständig. Auf Nachfrage heißt es dann: Öffentliches Interesse. Kann man hier Einspruch geltend machen und wenn mit welchen §?

    • bussgeld-info.de 23. März 2017, 11:30

      Hallo Ninja W.,

      Ihre Frage ist leider nicht präzise genug. Am besten holen Sie sich anwaltlichen Rat ein.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Tobi 30. März 2017, 11:35

    Hallo, weil ich meinen Garten mache möchte ich meinen großen 10 Meterbaum im Weg. BZW sind es drei ineinander verwachsene Bäume mit jeweils 20 cm Durchmesser. Darf ich diesen wegmachen ?
    Welche Sorte Bäume darf ich wegmachen ? es sind keine Vögel drin.Vorab herzlichen Dank für die Info !

    • bussgeld-info.de 3. April 2017, 8:37

      Hallo Tobi,

      das kann von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein. Fragen Sie dazu am besten bei der entsprechenden Gemeinde nach. Grundsätzlich ist das Fällen von Bäumen allerdings von 1. März bis 30. September verboten, da in dieser Zeit nistende Vögel geschützt werden.

      Ihr Bussgeld-info Team

  • Simone L. 13. April 2017, 11:33

    Hallo,

    wir haben auf unserem Grundstück zwei sehr große Buchen gefällt, weil wir bereits eine Baugenehmigung für ein dort zu erbauendes Haus haben, das Grundstück verkauft werden soll, und als Auflage die Fällung der Bäume ein Kriterium war. Wir haben diese Bäume Ende Februar gefällt, es hat kein Vogel darin genistet. Nun hat uns ein Nachbar angezeigt, die Stadt bittet um einen Begehungstermin, Was kommt jetzt auf uns zu???
    Über eine Schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Simone

    • bussgeld-info.de 19. April 2017, 10:33

      Hallo Simone,

      je nach Bundesland und Kommune gibt es unterschiedliche Regelungen. In den meisten Kommunen ist das Fällen von Bäumen zwischen dem 1. März und 30. September grundsätzlich verboten. Wenn Sie einen geschützten Baum gefällt haben, kann ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro pro Baum anfallen.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Bettina 17. April 2017, 12:14

    Durch einen Wohnhausbrand auf dem Nachbargrundstüxk wurde in meinem Garten eine 10 m hohe Fichte stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Baum ist einseitig braun , nadelt stark. Bei Sturm besteht die Gefahr des Umstürzens .
    Die Versichernung schreibt mir ich bin in der Mitwirkungspflicht weiteren Schaden durch Umstürzen des Baumes zu verhindern. Durch Aufbaumaßnahmen auf dem Nachbargrundstück war ein früherer Zeitpunkt für das Fällen des Baumes unmöglich. Der Baum soll am 21.3. gefällt werden. Hab ich auf Grund des Zeitraumes ab 1. März ein Bußgeld zu erwarten?
    mfG Bettina B.

    • bussgeld-info.de 19. April 2017, 10:59

      Hallo Bettina,

      die Verantwortung für die Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen liegt bei Ihnen als Grundstückseigentümer. Sie können als Grundstückseigentümer die Verkehrssicherungspflicht grundsätzlich an einen Dritten übertragen, beispielsweise an ein Unternehmen für Baumpflege, welches den Baum für Sie fällt. Dies bedeutet dann aber nicht, dass ihn diese Übertragung vor jeglicher Haftung schützt. Bei geschützten Bäumen ist zudem zu beachten, dass es solche gibt, die als Naturdenkmal ausgewiesen sind und solche, die einer Baumschutzsatzung unterliegen. Um hier sicher zu gehen, sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Bettina 17. April 2017, 12:23

    ich meinte natürlich soll am 21.4. gefällt werden. Bruache ich eine Genehmigung?

  • Mar Stegom 5. Mai 2017, 8:38

    Sehr gesund aussehender, wunderschöner Walnussbaum, ca. 80 Jahr alt und im Baumkataster für Hamburg gelisted. War ein frequentierter Futterlieferant für viele Eichhörnchen mitten in der Stadt. Wurde an einem Tag im Auftrag des anliegenden Grundstücksbesitzers zersägt. Fotos von den Resten und dem sehr gesund aussehenden Reststamm an das Baumkatasteramt geschickt mit Bitte um Rückmeldung, was man tun kann. Bis heute keine Antwort.
    Mit traurigen Grüßen

    • bussgeld-info 8. Mai 2017, 9:02

      Hallo Mar,

      in diesem Fall sollten Sie sich erneut an das Baumkatasteramt wenden.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Mullewup 8. Mai 2017, 11:25

    Hallo,

    wir kaufen ein Haus mit großem Grundstück und auch einigen Baumbestand. Alles schön und soll so bleiben – bis auf eine einzelne Birke; mein Mann ist hochgradig allergisch dagegen. Kann man aufgrund der Allergie auf die Entfernung gegenüber der Gemeinde bestehen? Was gilt als Ersatzpflanze für Birken?

    • bussgeld-info.de 11. Mai 2017, 10:18

      Hallo Mullewup,

      mit Ihrer speziellen Frage sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden. Er wird Ihnen zuverlässige Auskünfte erteilen können.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Gaby 15. Mai 2017, 1:55

    Wir haben auf einem Pachtgrundstück einen Kischbaum stehen der bereits total abgestorben ist. Einige Äste sind nun schon beim Sturm heruntergekommen. Da wir Angst haben das er beim nächsten großen Sturm umfällt und größeren Schaden anrichtet und auch der Anblick nicht sehr schön ist, wollen wir ihn fällen. Brauche ich hierzu eine Genehmigung? Wir sind in RLP.
    Wie ist das mit den Holunderbäumen die hier überall wachsen und teilweise auch schon abgebrochen sind und auf die Dächer fallen!!
    Vielen Dank für eine Antwort

    • bussgeld.info.de 15. Mai 2017, 9:45

      Hallo Gaby,

      auch für „tote“ Bäume ist in der Regel eine Genehmigung notwendig. Aufgrund der von Ihnen beschriebenen Gefahrenlage sollten Sie diese problemlos erhalten.

      Ihr Bussgeld-Info Team

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