Fahrradunfall ohne Helm: Schwerwiegende Verletzungen als Folge

Ein Fahrradunfall ohne Helm kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben.

Ein Fahrradunfall ohne Helm kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben.

Warum ist ein Fahrradunfall ohne einen Helm so gefährlich? Ein Großteil der Radfahrer ist in Deutschland ohne Helm unterwegs. Dass zu den Folgen eines Unfalls meist immer auch Kopfverletzungen zählen, ist daher nicht verwunderlich.

Schrammen und Platzwunden gelten dabei noch als die geringsten Verletzungen. Ein Schädel-Hirn-Trauma oder gebrochene Gesichtsknochen sind da schon weitaus gravierender.

Obwohl Experten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) schon lange dazu aufrufen, Helme zu tragen und die modernen Räder auch immer höhere Geschwindigkeiten erreichen, können sich Radfahrer mit dieser Idee anscheinend nicht richtig anfreunden. Daher ist ein Fahrradunfall ohne Helm immer noch die Regel.

Doch ist das Helmtragen überhaupt vorgeschrieben? Der folgende Ratgeber geht näher darauf ein, welche Konsequenzen ein Fahrradsturz ohne Helm haben kann und ob hier ein verringerter Versicherungsschutz besteht.

Fahrradunfall: Ohne Helm oftmals mit schlimmen Konsequenzen

In Deutschland ist jeder Radfahrer selbst für seinen Schutz verantwortlich, denn eine gesetzliche Helmpflicht wie in Finnland, Malta oder Australien gibt es hier nicht.

Gegenüber den Autos und Motorrädern im Straßenverkehr sind Radfahrer meist klar im Nachteil. Sie haben so gut wie keinen Schutz – keine Knautschzone, die sie bei einem Zusammenprall eventuell beschützen könnte. Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, erfordert daher immer eine vorausschauende Verhaltensweise.

Ein Fahrradsturz ohne Helm geschieht nicht nur beim Radsport, sondern auch im Alltag.

Ein Fahrradsturz ohne Helm geschieht nicht nur beim Radsport, sondern auch im Alltag.

Aufgrund der erhöhten Sitzposition haben so Stürze vom Rad das Potential, schwerwiegende Verletzungen nach sich zu ziehen. Aber auch der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern kann in diesem Zusammenhang einen Nachteil bedeuten.

Ohne eine entsprechende Schutzkleidung, wie beim Motorradfahren, oder einen Helm, ist ein Radfahrer den Krafteinwirkungen meist schutzlos ausgeliefert.

Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto oder Motorrad bewegen sich Radfahrer durch diese Kräfte mehrere Meter unkontrolliert. Sie werden oftmals durch die Luft geschleudert und prallen auf dem Fahrzeug oder dem Boden auf. Besonders auf den Kopf, den Hals und die Wirbelsäule können diese Erschütterungen dann Auswirkungen haben.

Geschieht ein solcher Fahrradunfall ohne einen Helm, sind diese empfindlichen Stellen komplett ungeschützt und können schwere Schäden davon tragen. Ein Helm kann verhindern, dass der Schädel unabgefedert auf den Boden oder anderen harten Flächen aufschlägt.

Die Verletzungen, wenn ein Helm getragen wurde, sind in der Regel signifikant geringer als dies bei einem Fahrradunfall ohne Helm der Fall ist. So sieht die Datenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDV), das etwa 73 % der Helmträger bei einem Unfall am Kopf sogar unverletzt blieben.

Helmpflicht: Wie sieht es diesbezüglich in Deutschland aus?

Wie bereits erwähnt, gibt es eine Helmpflicht für Radfahrer in Deutschland bisher nicht. Doch aufgrund der Vielzahl schlimmer Fahrradunfälle wird das Thema Helm und Helmpflicht oft diskutiert. Allein schon die Hinweise auf die Folgen von einem Fahrradunfall ohne Helm sind für einige Argument genug, um eine Helmpflicht einzuführen.

Auch die Politik versucht immer mal wieder Ansätze zu finden, um eine eventuelle Helmpflicht massentauglich zu etablieren. Doch bisher hat keiner dieser Vorstöße und Pläne seinen Weg in die Gesetzgebung gefunden.

Derzeit steht eine Einführung der Helmpflicht nicht bevor, auch wenn die Zahl der Fahrradunfälle nicht abnimmt. Ohne Helm unterwegs zu sein, bleibt weiterhin der Entscheidung des Radfahrers überlassen.

Fahrradunfall ohne Helm: Gibt es Nachteile bei der Versicherung?

Eine Haftpflichtversicherung ist für Radfahrer nicht gesetzlich vorgeschrieben, sollte aber dennoch vorliegen. Radfahrer nehmen aktiv am Straßenverkehr teil, da kann eine Versicherung durchaus sinnvoll sein, damit eventuelle Schäden abgedeckt sind.

Fahrradunfall: Ohne Helm unterwegs zu sein, kann Nachteile bei der Versicherung bringen.

Fahrradunfall: Ohne Helm unterwegs zu sein, kann Nachteile bei der Versicherung bringen.

Bei einem Fahrradunfall ohne Helm kann der Fakt, dass kein Helm getragen wurde, bei einigen Policen durchaus auch eine Rolle spielen. Steht im Kleingedruckten etwas, dass bei einem Unfall ohne Helm nur ein gewisser Teil der Schadens übernommen wird, kann dies zum Nachteil des Radfahrers sein, wenn er den Unfall verursacht hat.

Allerdings ist dies nicht immer gegeben, da einige Versicherungen aufgrund der nichtvorhandenen Helmpflicht, solche Klauseln nicht verwenden. Radfahrer sollten sich die Versicherungen diesbezüglich genau durchlesen.

Zudem hat der Bundesgerichtshof 2014 entschieden, dass Radfahrer bei einem unverschuldeten Fahrradunfall ohne Helm keine Teilschuld zuzuweisen ist (17.06.2014, AZ. VI ZR 281/13). Allerdings ist die Rechtsprechung hier weiterhin nicht einheitlich.

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