Fahrzeugrückhaltesysteme: Damit Sie nicht von der Fahrbahn abkommen!

Wann kommen Fahrzeugrückhaltesysteme zum Einsatz?
Wann kommen Fahrzeugrückhaltesysteme zum Einsatz?

Kommen Fahrzeuge aufgrund einer Kollision oder eines Fahrfehlers ungewollt von der Fahrbahn ab, kann dies für die Insassen weitreichende Konsequenzen haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Gefahr besteht, mit dem Gegenverkehr zu kollidieren oder von einer Böschung herabzustürzen. Um in solchen Situationen die Verkehrssicherheit zu erhöhen, kommen daher vielerorts sogenannte Fahrzeugrückhaltesysteme zum Einsatz.

Doch was ist unter einem Fahrzeugrückhaltesystem zu verstehen? Wie sorgen diese baulichen Maßnahmen für mehr Sicherheit? Lassen sich verschiedene Arten bzw. Konstruktionen unterscheiden? Und welche Vorgaben gelten für die Errichtung der Fahrzeugrückhaltesysteme? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Fahrzeugrückhaltesystem

Was ist ein Fahrzeugrückhaltesystem?

Als Fahrzeugrückhaltesysteme werden passive Schutzeinrichtungen an Straßen bezeichnet, die verhindern sollen, dass Fahrzeuge unkontrolliert von der Fahrbahn abkommen. Die Systeme erhöhen somit die Verkehrssicherheit bei der Straßenbenutzung.

Welche Arten von Fahrzeugrückhaltesystemen lassen sich unterscheiden?

Fahrzeugrückhaltesysteme lassen sich sowohl aufgrund ihres Standortes (am äußeren Fahrbahnrand, auf dem Mittelstreifen, auf Brücken, in Tunneln etc.) als auch aufgrund ihrer Konstruktion (Erdwälle, Schutzplanken, Betonschutzwände etc.) differenzieren. Mehr zu den verschiedenen Systemen erfahren Sie hier.

Welche Richtlinie gilt für Fahrzeugrückhaltesysteme?

Welchen Anforderungen Fahrzeugrückhaltesysteme in Europa entsprechen müssen, regelt die Europäische Norm (EN) 1317. In Deutschland wurden diese in den Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS) definiert. Darüber hinaus gibt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) Einsatzempfehlungen für Fahrzeugrückhaltesysteme heraus, die als Hilfestellung für die RPS zur Verbesserung der Sicherheit beitragen sollen.

Fahrzeugrückhaltesystem: Was ist das?

Ein Fahrzeugrückhaltesystem wie die Leitplanke kann Leben zu retten.
Ein Fahrzeugrückhaltesystem wie die Leitplanke kann Leben zu retten.

Bei Fahrzeugrückhaltesystemen handelt es sich um passive Schutzeinrichtungen, die dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Ziel ist es dabei, zu verhindern, dass Fahrzeuge ungewollt von der Fahrbahn abkommen. Eine zusätzliche Sicherung ist dabei zum Beispiel am äußeren Fahrbahnrand bei Abhängen und Böschungen, zur Trennung verschiedener Fahrtrichtungen auf dem Mittelstreifen oder seitlich auf Brücken erforderlich. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten an der Gefahrenstelle können dabei insbesondere folgende Konstruktionen zum Einsatz kommen:

  • Schutzplanken
  • Betonschutzwände
  • Kunststoffrückhaltemodule

Die Schutzplanken wurden in den 1950ern entwickelt und sind gemeinhin eher unter der Bezeichnung „Leitplanken“ geläufig. Mittlerweile werden sie üblicherweise aus Stahl hergestellt. Seit den 1960ern finden die Betonschutzwände Verwendung und gehören mittlerweile beim Straßenbau zum Standard. Kunststoffrückhaltemodule zeichnen sich unter anderem durch variable und flexible Einsatzmöglichkeiten aus. Damit diese aber auch den Kräften eines Fahrzeugs standhalten können, werden diese mit Wasser befüllt oder anderweitig beschwert.

Wichtig! Fahrzeugrückhaltesysteme sollen vor allem das Abkommen von der Fahrbahn verhindern und somit den Fahrzeugführer samt Mitfahrern schützen. Darüber hinaus profitieren aber auch weitere Verkehrsteilnehmer von den entsprechenden Konstruktionen. So erhöht sich zum Beispiel auch die Sicherheit für Personen, die sich hinter dem Fahrzeugrückhaltesystem am Fahrbahnrand aufhalten. Zudem ergibt sich durch die Einrichtungen zum Beispiel auf Autobahnen ein zusätzlicher Schutz des Gegenverkehrs, da sich die Gefahr eines Durchbruchs auf die Gegenfahrbahn reduzieren lässt.

Gesetzliche Vorgaben zu den Rückhaltesystemen für Fahrzeuge

In Europa gibt es eine einheitliche Richtlinie für Fahrzeugrückhaltesysteme.
In Europa gibt es eine einheitliche Richtlinie für Fahrzeugrückhaltesysteme.

Damit Fahrzeugrückhaltesysteme in Deutschland zum Einsatz kommen dürfen, müssen sie den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Anforderungen der verschiedenen Konstruktionen ergeben sich dabei insbesondere aus der DIN EN 1317. Die europäische Norm schreibt unter anderem ein umfassendes Prüfverfahren vor, welches auch Aufprallprüfungen vorsieht. Dabei werden unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Fahrzeuge mit unterschiedlicher Masse
  • verschiedene Geschwindigkeiten vor dem Aufprall
  • unterschiedliche Aufprallwinkel

Die Aufprallprüfungen der Fahrzeugrückhaltesysteme sollen dazu dienen, einerseits den Schutz vor Durchbrüchen und andererseits auch die Sicherheit der Insassen zu beurteilen. Die in Deutschland vorrangig eingesetzten Schutzplanken und Betonschutzwände erzielen dabei gute Ergebnisse und können Fahrzeuge sicher zurückhalten. Zudem können die Fahrzeugrückhaltesysteme dazu beitragen, die auf Fahrzeug und Insassen einwirkenden Kräfte abzuleiten.

In Deutschland finden darüber hinaus auch die Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS) Anwendung. Das Regelwerk behandelt dabei ausschließlich die dauerhaft eingesetzten passiven Schutzeinrichtungen. Ergänzend dazu können die Straßenbauverwaltungen auf die Einsatzempfehlung für Fahrzeugrückhaltesysteme der BASt zurückgreifen, die als Hilfestellung zur RPS fungiert.

Allerdings gibt es bislang noch kein Fahrzeugrückhaltesystem, das dazu in der Lage ist, von der Fahrbahn abkommende Fahrzeuge sowohl sicher als auch sanft zu stoppen. Vielmehr geht es ähnlich wie beim Sicherheitsgurt oder dem Airbag darum, die schlimmstmöglichen Folgen zu verhindern. So endet zum Beispiel ein frontaler Zusammenstoß auf der Autobahn für die Beteiligten nicht selten tödlich.

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