Abtretungserklärung: Wenn die Versicherung den Schaden zahlt

Die Abtretung der Reparaturkosten wird durch eine Abtretungserklärung an die Versicherung weitergeleitet.

Die Abtretung der Reparaturkosten wird durch eine Abtretungserklärung an die Versicherung weitergeleitet.

Die Haftpflichtversicherung Ihres Unfallgegners muss im Falle seiner alleinigen Schuld für Ihren Schaden aufkommen. Dazu zählt üblicherweise neben dem Anwalt auch die Reparaturkosten vom Unfallschaden.

Eine Abtretungserklärung soll die Versicherung dazu veranlassen, die Regulierung des Schadens nicht an den geschädigten, sondern direkt an die jeweilige Werkstatt zu zahlen.

In diesem Ratgeber besprechen wir Vor- und Nachteile einer solchen Abtretungserklärung an die Kfz-Werkstatt und zeigen auf, was es dabei zu beachten gilt.

Die Abtretungserklärung macht die Versicherung nicht zum Auftraggeber

Im Bürgerlichen Gesetzbuch regelt Paragraph 398 diese spezielle Vertragsform:

§ 398 BGB

Eine Forderung kann von dem Gläubiger durch Vertrag mit einem anderen auf diesen übertragen werden (Abtretung). Mit dem Abschluss des Vertrags tritt der neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Gläubigers.

Für den Fall eines Verkehrsunfalls mit eindeutiger Schuldfrage bedeutet dies, dass die zahlbare Schadenssumme der Reparatur durch die Versicherung per Abtretungserklärung direkt an den Dienstleister geht, der den Schaden repariert.

Viele Kfz-Werkstätten haben eine Abtretungserklärung für die Versicherung als Vorlage griffbereit, wenn ein Unfallfahrzeug repariert werden soll, dessen Fahrer keine Schuld an dem Vorfall hat.

Für die Werkstatt hat es ausschließlich Vorteile, wenn nach dem Unfall eine Abtretungserklärung vorliegt. Ein Versicherungsschaden kann dann schnell über ein zahlungskräftiges Unternehmen abgewickelt werden. Die Reparaturkosten werden also vollständig und schnell bezahlt.

Eine Abtretungerklärung soll der Werkstatt helfen, die Rechnung direkt an Ihre Haftpflicht zu senden. Sie bleiben jedoch der Auftraggeber.

Eine Abtretungerklärung soll der Werkstatt helfen, die Rechnung direkt an Ihre Haftpflicht zu senden. Sie bleiben jedoch der Auftraggeber.

Allerdings gilt dies nur für den Fall, dass Ihnen die Schadenssumme versicherungsseitig zusteht und ausgezahlt wird. Sollte die Versicherung trotz Abtretungserklärung den Kfz-Schaden nicht oder nur teilweise begleichen, so sind Sie in der Pflicht, für die Rechnung aufzukommen. Denn Sie bleiben der Auftraggeber.

Sie verlieren zu einem gewissen Teil Ihren Status als Gläubiger gegenüber der Versicherung per Abtretung. Es ist daher gut zu überlegen, ob dieser Schritt das Richtige für Sie ist. Die schnelle und unkomplizierte Zahlung der Kosten kann also einerseits helfen, den Vorgang für Sie stressfrei zu halten. Doch unter Umständen können Ihnen dadurch Ansprüche entgehen.

Wie sollte eine Abtretungserklärung bei Versicherungsschäden aussehen?

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen für die Form einer Abtretungserklärung der Kfz-Versicherung. Kfz-Werkstätten haben meistens eine Vorlage zur Hand, doch prinzipiell kann die Erklärung auch formlos stattfinden.

Der reparierende Dienstleister informiert Ihre Kfz-Versicherung über die Abtretungserklärung und die Werkstatt erhält die Zahlung für ihre Dienste.

Folgende Angaben müssen für eine Abtretungserklärung beim Unfallschaden gemacht werden:

  • Persönliche Daten des Fahrzeughalters (Name und Anschrift)
  • Daten der Versicherung
  • Auflistung der auzuführenden Arbeiten

Achten Sie darauf, dass die Abtretungserklärung für die Versicherung eine Klausel enthält, die festlegt, dass alle Ansprüche der Werkstatt Ihnen gegenüber an die Versicherung weitergeleitet werden. So beugen Sie vor, dass diese sich trotz Zahlung Ihrer Haftpflichtversicherung erneut an Sie wendet.

Sollte sich im anschließenden Gerichtsverfahren jedoch herausstellen, dass Sie eine Teil oder sogar Hauptschuld an dem Unfall hatten, so nützt Ihnen eine Abtrittserklärung für Reparaturkosten nichts mehr. Die Versicherung zahlt im schlimmsten Fall keinen Cent und Sie sind nach wie vor dazu verpflichtet, die entstandenen Kosten selbst zu tragen.

Verlassen Sie sich also nicht auf diesen Vertrag. Und sollten Abschleppdienst, Werkstätten oder andere Dienstleister eine Abtretungserklärung nach dem Unfall zur Bedingung für Ihre Dienste machen, so überlegen Sie, ob nicht eine andere Firma geeigneter wäre, diese Dinge zu erledigen.

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