Einigungsprotokoll – Sich nach dem Unfall privat einigen

Ein Einigungsprotokoll nach einem Unfall sollte nur unterschrieben werden, wenn die Schuldfrage eindeutig geklärt ist.

Ein Einigungsprotokoll nach einem Unfall sollte nur unterschrieben werden, wenn die Schuldfrage eindeutig geklärt ist.

Passiert ein Unfall, bedeutet das in den meisten Fällen viel Papierkram und ein ständiges Telefonieren mit der Versicherung. Denn es stellt sich die Frage, wer den Unfallschaden bezahlt. Besonders kompliziert wird es, wenn die Haftpflicht- oder Kaskoversicherung die Kosten nicht übernehmen will, sollte nur ein Bagatellschaden vorliegen oder der Schaden generell zu gering sein.

Gibt es vielleicht nur einen Kratzer, eine kleine Beule oder wurde nur ein Seitenspiegel abgefahren, kann es sich eventuell lohnen, den Unfall ohne Versicherung zu regeln. Dann kann eine private Einigung unter den Unfallbeteiligten relevant werden.

Doch was gilt es hierbei zu beachten und was sollte ein sogenanntes Einigungsprotokoll enthalten? Erfahren Sie mehr dazu im nachstehenden Ratgeber.


Wann ist ein Einigungsprotokoll nach einem Autounfall sinnvoll?

Die Schuldfrage ist bei jeglichen Unfällen der zentrale Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie den Unfall und damit die Schadensregulierung privat abwickeln möchte, ohne die Versicherung hinzu zu ziehen.

Daneben muss der Kfz-Schaden beziffert werden können. Dabei ist entscheidend, dass für einen Bagatellschaden kein Sachverständiger erforderlich ist. Die Grenze hierfür liegt im Sinne der Haftpflichtversicherung bei 750 Euro und bei einer Kaskoversicherung bei 2.000 Euro. Somit stellt sich die Frage nach dem Kfz-Gutachten vor allem bei einem wirtschaftlichen Totalschaden. Andernfalls müssen sich Unfallbeteiligte und Versicherer an den Kostenvoranschlägen der Werkstätten oder Preislisten orientieren.

Kann die Schuldfrage nach einem kleinen Unfall also eindeutig geklärt werden und Sie wissen genau, wie der Schaden zu beziffern ist, können Sie mit der gegnerischen Unfallpartei ein Einigungsprotokoll aufsetzen.

Wann ist von einem Einigungsprotokoll nach einem Unfall abzusehen?

Das Einigungsprotokoll ist eine Vereinbarung zwischen Unfallverursacher und Unfallgeschädigtem.

Das Einigungsprotokoll ist eine Vereinbarung zwischen Unfallverursacher und Unfallgeschädigtem.

Vor allem bei Mini-Unfällen oder kleinen Schäden, wie ein abgefahrener Seitenspiegel oder ein beschädigtes Rücklicht, können Sie den Unfall ohne Weiteres privat regeln; also auch ohne Versicherung.

Davon abzusehen ist vor allem dann, wenn mehr als zwei Personen in den Unfall verwickelt und die Schäden vom Ausmaß der Kosten nicht zu überblicken sind. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn Folgeschäden auftreten, die zum Unfallzeitpunkt nur vermutet werden können.

Sollten in irgendeiner Weise Zweifel bestehen, unterschrieben Sie auf gar keinen Fall ein Einigungsprotokoll. Denn mit einem solchen Dokument stellen Sie klar, dass Sie nach der einmalig erfolgten Zahlung keine Ansprüche mehr an den Unfallgegner stellen.

Vorlage für ein Einigungsprotokoll

Im Folgenden haben wir ein Muster für ein Einigungsprotokoll zusammengestellt, an dem Sie sich orientieren können. Es ist jedoch in jedem Falle individuell an den jeweiligen Unfall anzupassen.

Generell sollten folgende Aspekte aufgeführt werden:

  • Name, Anschrift und Kennzeichen beider Unfallbeteiligter
  • Daten zum Unfall selbst
  • Hinweis auf Einmaligkeit der Zahlung
  • Ausschluss weiterer Ansprüche
  • Art und Weise der Zahlung
  • Unterschrift beider Personen und Datum der Ausstellung des Protokolls

Achten Sie darauf, den Halter des jeweiligen Fahrzeugs mit aufzuführen, wenn dieser sich vom eigentlichen Fahrer unterscheidet.

Muster: Einigungsprotokoll

Muster: Einigungsprotokoll

An dieser Stelle finden Sie eine Vorlage zum Einigungsprotokoll, die Sie sich herunterladen, individuell anpassen und ausdrucken können!

pfeil-bussgeld-info

Muster: Einigungsprotokoll – Doc-Datei

Muster Einigungsprotokoll – Pdf-Datei

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  • Nadja 19. Juli 2017, 19:54

    Hallo,

    ich habe letztes Jahr einen kleinen Unfall verursacht und den Betrag aus der eigenen Tasche bezahlt laut einem Kostenvoranschlag. Meine Frage: musste ich die Mehrwertsteuer auch auszahlen?

    Vielen Dank für eine kurze Rückantwort.

    Liebe Grüße

    • bussgeld-info.de 28. Juli 2017, 11:08

      Hallo Nadja,

      nach § 249 Absatz 2, Satz 2 BGB ist die Mehrwertsteuer nur dann zu ersetzen, wenn sie tatsächlich angefallen ist. Nachgewiesen wird dies regelmäßig durch Vorlage der Reparaturrechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Janin 12. September 2017, 14:30

    Hallo.
    Hatte gerade einen kleinen Auffahrunfall.
    Wir haben uns das angeschaut, lediglich ein Sensor war kaputt. Er meinte es wäre in Ordnung, wenn ich 50 Euro bezahlen würde für einen neuen Sensor.
    Er wäre Mechantroniker.
    Habe ich gemacht, jetzt habe ich aber om schrecken nicht daran gedacht, mir nummernschild, name, Telefonnummer etc aufzuschreiben und alles fest zu halten.
    Auch wenn er mir zugesichert hat, dass nichts passiert, habe ich irgendwie sorge, dass ich wegen fahrerflucht angezeigt werde.

    Was kann ich machen?

    Vielen Dank im Voraus

    Janin

    • bussgeld-info.de 18. September 2017, 10:37

      Hallo Janin,
      da Sie sich den Schaden gemeinsam mit der anderen Unfallpartei angesehen haben und zu einer Einigung gelangt sind, sollte der Vorwurf der Fahrerflucht nicht weiterhin bestehen.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Max 14. September 2017, 17:12

    Hallo,
    Mir ist vor 3 Monaten jemand beim einparken in die Seite gefahren. Da ich noch im Wagen war hab ich natürlich mit dem Unfallverursacher gesprochen und wir haben zusammen vereinbart das er mir den Schade ( Unter 750 € ) ersetzt. Nach dem austauschen von Personalausweis und Telefonnummern sind wir beide dann erstmal auseinander gegangen. Da der Unfallverursacher freundlich und anständig gewirkt hat war das für mich nicht von Nöten ein extra Blatt zu unterschreiben wer was wann zahlt ( Wussten wir zu diesem Zeitpunkt auch nicht, wie hoch der schaden ist ). Nachdem ich nun mein Auto in der Werkstatt ausbeulen lassen habe, hab ich die Rechnung in Höhe von ca. 300 € an den Unfallverursacher geschickt. Darauf hin kam keine Antwort und das Geld wurde auch nicht überwiesen. Dann hab ich noch eine Rechnung geschickt auf diese kam bis jetzt auch keine Reaktion. Ich hab leider nur die Adresse,Kennzeichen, den Namen und die Telefonnummer vom Unfallverursacher….was soll ich jetzt tun um an mein Geld zu gelangen ?

    • bussgeld-info.de 19. September 2017, 7:26

      Hallo Max,

      Sie sollten sich in dem Fall an einen Rechtsanwalt wenden. Im Zweifel kann der Schaden eingeklagt werden.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • K 8. Juli 2018, 18:41

    Servus,
    ich habe einem anderen Fahrzeug ein paar kleinere Kratzer im Lack hinterlassen. Der Unfallgegner lebt in einer Großstadt und will das Fahrzeug zwar abgeben aber eventuell einen Ersatzwagen beanspruchen. Ist das rechtens? Schaden (reine Materialkosten) sind unter 300€. Darf er sich ein Taxi ordern, da die Infrastruktur sehr gut ist und der tägliche Arbeitsweg (Hin- und Rückweg) unter 20km ist.
    Viele Grüße

    • bussgeld-info.de 9. Juli 2018, 12:13

      Hallo K,

      ob ein Anspruch besteht oder nicht, hängt vom Einzelfall ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Setzen Sie sich diesbezüglich noch einmal mit Ihrer Versicherung auseinander.

      Die Redaktion von bussgeld-info.de

  • Tobias Z. 9. Juli 2018, 13:05

    Guten Tag,
    habe mit meinem Fahrad ein parkendes Auto beschädigt.
    Habe keine private Haftpflichtversicherung und kann den Schaden nicht bezahlen,
    da Hartz 4 Empfänger.
    Wie ist eine Schadensregulierung ( über 1000 Euro )

    • bussgeld-info.de 11. Juli 2018, 8:22

      Hallo Tobias Z.

      Da wir keine Rechtsberatung geben dürfen empfehlen wir Ihnen einen Anwalt mit Ihrem Fall zu betrauen.

      Ihr Team von bussgeld-info.de

  • Bodo C. 6. Juni 2019, 18:27

    Guten Tag Zusammen,mir ist ein LKW in die Seite gefahren .Schuldfrage ist geklärt. Der LKW (Firmenfahrzeug) wurde gefahren von einem Beschäftigten . Sein Chef (Halter) möchte den Schaden privat regeln .Darf ich im Text (Einigungsprotokoll) den Begriff Unfallverursacher durch den Begriff Fahrzeughalter ersetzen ,da ich mich ja mit dem Halter auf eine gütliche Einigung und Abwicklung verständigt habe ? Vielen Dank im Voraus !

    • bussgeld-info.de 11. Juni 2019, 17:14

      Hallo Bodo,

      leider dürfen wir keine kostenlose Rechtsberatung leisten. Bitte wenden Sie sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht.

      Ihr Bussgeld-Info Team

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