Autofahren nach Schlaganfall – was Sie beachten müssen

Autofahren nach einem Schlaganfall: Ist das grundsätzlich möglich?

Autofahren nach einem Schlaganfall: Ist das grundsätzlich möglich?

Ein Schlaganfall kann das Leben der Betroffenen grundlegend verändern. Verheerende Folgen wie eine Halbseitenlähmung zwingen die Patienten, ihren Lebensstil zu verändern und auch erhebliche Einschränkungen in Sachen Mobilität zu hinzunehmen.

Doch auch, wenn ein Opfer von solch offensichtlichen Folgen verschont bleibt, können dennoch Gesichtsfeldeinschränkungen, Konzentrationsstörungen sowie Reaktions- und Gedächtnisstörungen auftreten und die Wahrnehmung des Patienten verändern.

All dies sind Symptome, die das Bewegen im Straßenverkehr gefährden und somit das Autofahren nach einem Schlaganfall erschweren. Aber ist es grundsätzlich möglich, nach dem Unglück das Autofahren fortzusetzen? Oder wird Ihr Führerschein nach dem Schlaganfall immer einbehalten? Können Sie trotz einer möglichen Behinderung mobil bleiben und Auto fahren? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Dürfen Sie nach einem Schlaganfall das Autofahren fortsetzen?

Eine Fahrerlaubnis kann, wenn sie einmal ausgegeben wurde, nicht ohne Weiteres wieder eingezogen werden. Es gibt also kein allgemeines Fahrverbot nach einem Schlaganfall. Jedoch hat laut Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) jeder Autofahrer eine Vorsorgepflicht, eigenständig zur Sicherheit im Straßenverkehr beizutragen. Dazu gehört auch die Verantwortung, die eigene Fahrtauglichkeit nach einem Schlaganfall und vor dem Fahren einzuschätzen.

Wer nach § 315c des Strafgesetzbuches im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt,

obwohl er infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen […] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Demnach ist Autofahren nach einem Schlaganfall erlaubt, wenn vom Fahrer keine erhöhte Gefahr ausgeht, wenn dieser also die Kriterien der Eignung für die Fahrerlaubnis nach § 11 FeV weiterhin erfüllt.

Maßnahmen zum Autofahren nach einem Schlaganfall

Nicht nur eine Lähmung kann das Autofahren nach einem Schlaganfall erschweren.

Nicht nur eine Lähmung kann das Autofahren nach einem Schlaganfall erschweren.

Bevor Sie Ihre Fahrerlaubnis nach dem Schlaganfall wieder benutzen, sollten Sie sich medizinisch untersuchen lassen. Autofahren ist eine anstrengende und komplizierte Tätigkeit, die dem Menschen viel Koordinationsvermögen und Aufmerksamkeit abverlangt.

Gerade deshalb kann das Fahren schwierig und die Einschätzung der Fahreignung nach einem Schlaganfall problematisch sein. Suchen Sie deshalb am besten einen Arzt auf, lassen Sie ein Gutachten erstellen und sich intensiv beraten. Ein Arzt kann mit Ihnen auch über die Möglichkeit einer Therapie sprechen. Darüber hinaus kann Ihnen zum Beispiel eine Fahrprobe nach einem Schlaganfall beim örtlichen Verkehrsübungsplatz Ihre Fahrsicherheit zurückgeben, Sie wieder mit Ihrem Auto vertraut machen und Ihnen bei Ihrer Einschätzung helfen.

Ein Schlaganfall ist nicht zwangsläufig das Ende Ihrer Fahrtauglichkeit. Laut Statistik können ca. 50 % der Patienten mit Hirnschaden nach einer Therapie ihre Fahrtauglichkeit wiedererlangen.

Wenn Sie eine Therapie bestreiten, sollten Sie sichergehen, dass Sie die folgenden Punkte erfüllen, bevor Sie das Autofahren nach dem Schlaganfall wieder aufnehmen:

  • Ihr Zustand hat sich wieder stabilisiert.
  • Alle körperlichen und psychischen Störungen, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten, wurden beseitigt.
  • Es besteht kein Risiko für einen Rückfall.

Lassen Sie sich Ihre Fahreignung amtlich bestätigen

Ein verkehrsmedizinisches Gutachten nach dem Schlaganfall kann von der Behörde angefordert werden, um Ihnen Ihre Fahrtauglichkeit amtlich bestätigen zu können.

Ein verkehrsmedizinisches Gutachten nach dem Schlaganfall kann von der Behörde angefordert werden, um Ihnen Ihre Fahrtauglichkeit amtlich bestätigen zu können.

Um das Thema “Schlaganfall und Autofahren” auch rechtlich möglichst sicher zu behandeln, raten Experten dazu, die Fahreignung bei der zuständigen Verwaltungsbehörde amtlich bestätigen zu lassen. Die Behörde verlangt von Ihnen ein verkehrsmedizinisches Gutachten und kann zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anordnen, bevor das Fahren wieder gestattet wird.

Im Unglücksfall schützen Sie sich dadurch davor, dass die gegnerische Versicherung die Zahlung verweigert, selbst, wenn Sie unschuldig sind, da Sie das Autofahren nach dem Schlaganfall ohne amtliche Bestätigung Ihrer Tauglichkeit wieder aufgenommen haben.

LKW-Fahren ist nach einem Schlaganfall nicht mehr möglich

Hier ist das Gesetz strenger: Neben LKW dürfen nach einem Schlaganfall in der Regel auch Busse, also Fahrzeuge der Klassen C und D, nicht mehr gefahren werden.

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