Parkinson und Autofahren – ist das vereinbar?

Trotz Parkinson Autofahren? Grundsätzlich ist das möglich, mit gewissen Auflagen.

Trotz Parkinson Autofahren? Grundsätzlich ist das möglich, mit gewissen Auflagen.

Morbus Parkinson ist eine Krankheit des Nervensystems und eine der häufigsten Krankheiten dieser Art. In Deutschland erkranken jedes Jahr auf jede 100.000 Einwohner 11-19 Menschen an der Krankheit. Insgesamt sind es wohl 220.000 Patienten. Die Erkrankung trifft am häufigsten Menschen höheren Alters, sodass aufgrund des steigenden Altersdurchschnitts die Zahl der Patienten in den nächsten Jahren noch steigen wird.

Parkinson ist nicht nur für Patienten eine enorme Belastung, sondern auch für Angehörige. Betroffene leiden oft an schweren motorischen Beeinträchtigungen wie einem Zittern oder Bewegungsstarre, aber auch an Demenz und Aufmerksamkeitsstörungen und bedürfen häufig Hilfe. Es liegt nahe, dass solche Symptome grundsätzlich ein Risiko für den Straßenverkehr darstellen.

Doch sind Parkinson und Autofahren vereinbar? Kann sich die Fahreignung von Patienten im Einzelfall unterscheiden? Können Sie trotz der Behinderung mobil bleiben? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen.

Autofahren bei Parkinson – grundsätzlich möglich

Über die Fahrtauglichkeit von Patienten wird immer im Einzelfall entschieden. Allgemeine Richtlinien gibt es nicht. Parkinson ist eine Krankheit, die sich oft recht langsam entwickelt und über Jahre hinzieht. Da ein Führerschein, wenn einmal erteilt, zeitlich unbegrenzt gültig ist, gilt auch bei Parkinson, dass das Autofahren nicht gleich aufgegeben werden muss. In der Frühphase können Betroffene bei leichtem Krankheitsverlauf in der Regel noch ein Auto fahren.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie trotz Parkinson das Autofahren fortsetzen

Parkinson und Autofahren: Mit den Fragen um dieses Problem müssen sich besonders alte Menschen beschäftigen.

Parkinson und Autofahren: Mit den Fragen um dieses Problem müssen sich besonders alte Menschen beschäftigen.

Allerdings gehen mit der Diagnose auch Auflagen einher, die Autofahren mit Parkinson sicherer gestalten sollen. Fahrer müssen sich alle ein bis vier Jahre von einem Arzt oder Psychologen testen lassen. Die Mediziner müssen beurteilen, ob die Fahreignung trotz der Krankheit noch besteht. Dies besagt Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).

Ein standartisierter Test existiert nicht, da Parkinson unterschiedliche Symptome haben kann, unterschiedlich schnell verläuft und die Medikamente bei Patienten unterschiedlich anschlagen. Durch sie kann auch die Fahrtauglichkeit innerhalb eines Tages drastisch zu- oder abnehmen.

In Zweifelsfällen können auch ein Attest des Gesundheitsamtes, eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) und eine Fahrprobe für die Erteilung der Fahrerlaubnis verlangt werden. Dabei muss der Patient die Kosten in der Regel selbst zahlen.

Die Fahrerlaubnis für die Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L und T kann trotz Parkinson erteilt werden, wenn es sich um einen leichten Fall der Krankheit handelt oder sie erfolgreich therapiert wurde.

Die Eigenverantwortung der Patienten

Autofahren mit Parkinson: Patienten haben eine Eigenverantwortung und sollten regelmäßig zum Arzt gehen.

Autofahren mit Parkinson: Patienten haben eine Eigenverantwortung und sollten regelmäßig zum Arzt gehen.

Autofahren mit Parkinson ist trotz Kontrollen mit hohen Risiken verbunden, da Ärzte bei einer Untersuchung das Verhalten der betroffenen Person beim Fahren im Straßenverkehr nicht immer einschätzen können. Deshalb kommt Patienten, die trotz Parkinson das Autofahren nicht aufgeben wollen, eine gewisse Eigenverantwortung zu.

Sie sollten selbst darauf achten, ob sich Schwierigkeiten beim Fahren entwickeln, die eine Gefahr darstellen könnten. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten, auch außerhalb der in der FeV vorgesehenen Pflichttermine.

Wenn der Arzt merkt, dass sich der Zustand des Patienten verschlechtert, dieser aber keine Maßnahmen ergreift und seine Symptome gegenüber den Behörden verschweigt, kann der Arzt seine Schweigepflicht brechen und den Betroffenen melden.

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