ESO ES 8.0 – Lohnt sich ein Einspruch gegen den Blitzer?

Von Vitali U.

Letzte Aktualisierung am: 18. Juni 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wie funktioniert der ESO ES 8.0 überhaupt?
Wie funktioniert der ESO ES 8.0 überhaupt?

Das Messgerät ESO ES 8.0 ist ein Lichtschrankenblitzer, der meist bei mobilen Geschwindigkeitsmessungen zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu anderen Blitzer-Typen wie Lasermessgeräte, solche die mit Infrarotstrahlen messen oder Videomessgeräte, kann der ESO ES 8.0 seitlich auf das vorbeifahrende Fahrzeug gerichtet, die Geschwindigkeit messen.

Nicht selten haben sich in der Vergangenheit Fehler bei den Messungen mit dem ESO ES 8.0 eingeschlichen. Gründe wie unsachgemäße Anwendung, Softwarefehler oder andere technische Aussetzer sind dafür verantwortlich, dass Bußgeldbescheide, die mit Aufnahmen des ESO ES 8.0 belegt werden, häufig vor Gericht landen.

Der ESO Einseitensensor „ES 8.0“

Der ESO ES 8.0 ist ein Messgerät, das durch einen Einseitensensor mit Hilfe einer Lichtschranke die Geschwindigkeit von vorbeifahrenden Fahrzeugen messen kann. Hergestellt wird das Gerät vom Schweizer Familienunternehmen Kistler Instrumente GmbH. Der frühere Firmenname „ESO GmbH“ findet sich noch in der Bezeichnung des Messgeräts wieder.

Der Blitzer ESO ES 8.0 misst die Geschwindigkeit über mehrere Lichtschranken
Der Blitzer ESO ES 8.0 misst die Geschwindigkeit über mehrere Lichtschranken

Der ES 8.0 ESO stellt eine Nachfolger-Version des ESO ES 3.0 dar und verfügt über ähnliche, jedoch verbesserte Funktionen des mobilen Messgeräts.

Das Unternehmen selbst schreibt, dass der ESO ES 8.0 universell einsetzbar, mit neuester optischer Technologie ausgestattet und die Erfassung zuverlässig sei. Das Personal muss jedoch spezielle Schulungen für das Messgerät absolvieren, um einen korrekten Aufbau und eine problemlose Durchführung der Messungen zu gewährleisten.

Der ESO ES 8.0 Blitzer funktioniert grundsätzlich über die Erkennung von Helligkeitsveränderungen. Insgesamt sind sechs nebeneinanderliegende Sensoren im Messgerät verbaut. Wenige Meter dahinter wird dann eine Kamera aufgestellt, die das Blitzerfoto einer eventuellen Geschwindigkeitsüberschreitung aufnimmt. Unter Umständen stehen hier sogar mehrere Kameras zur Aufnahme bereit. Der Sensor kann über einige Fahrbahnspuren hinweg messen. Der ESO ES 8.0 berechnet dann die gefahrene Geschwindigkeit über den zeitlichen Versatz zwischen den Sensoren.

ESO ES 8.0: Fehlerquellen und Urteile

Beim Blitzer des Typs ESO ES 8.0 kam es in der Vergangenheit öfter schon zu gerichtlichen Urteilen, als gegen die Messungen Einspruch eingelegt wurde.

Beispielsweise folgende Messfehler oder Mängel können bei einer Geschwindigkeitskontrolle des ESO ES 8.0 vorkommen:

In einigen Fällen hat sich bei einem Bußgeldbescheid durch den ESO ES 8.0 der Einspruch gelohnt
In einigen Fällen hat sich bei einem Bußgeldbescheid durch den ESO ES 8.0 der Einspruch gelohnt
  • Das Messgerät wurde vom zuständigen Personal nicht identisch zur Bedienungsanleitung aufgebaut oder angewandt
  • Zum korrekten Aufbau zählen beispielsweise auch die Aufstellhöhe, der Abstand, der Winkel, die Neigung oder ein unkenntliches Blitzerfoto
  • Der Transport des ESO ES 8.0 ist nicht ordnungsgemäß erfolgt
  • Die falsche Software bzw. Software-Version wurde verwendet
  • Die Eichsiegel sind nicht vorhanden oder beschädigt. Das Gerät ist demnach nicht (mehr) ordnungsgemäß zugelassen
  • Das Gerät hat keine korrekte Messdatenspeicherung durchgeführt
  • Der gesamte Vorgang wurde vom zuständigen Personal nicht ausführlich genug dokumentiert
  • Die Betriebsdauer des ESO ES 8.0 ist auf acht Stunden begrenzt. Bei einer Überschreitung ist die Messung ebenfalls eventuell anfechtbar
  • Es liegen Reparaturen am ESO ES 8.0 vor, die nicht von der Firma Kistler Instrumente GmbH bzw. von einem autorisierten Reparaturdienst durchgeführt wurden

Sind Sie davon überzeugt, dass einer dieser Fehler vorliegt, lohnt es sich, einen Anwalt für Verkehrsrecht zu befragen und die weiteren Schritte und Möglichkeiten zu besprechen.

Überlegen Sie sich gut, ob es möglicherweise lohnenswert wäre, gegen einen Bußgeldbescheid, dessen Beweismittel eine Messung des ESO ES 8.0 ist, Einspruch einzulegen. Das ist dann sinnvoll, wenn Sie vermuten, dass die durchgeführte Messung so tatsächlich nicht stimmen kann. Drohen Ihnen mehrere Punkte oder gar ein Fahrverbot nach einem Blitzer mit dem ESO ES 8.0, lohnt sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid in vielen Fällen. Weniger empfehlenswert wäre ein Einspruch bei einer geringen Geschwindigkeitsüberschreitung und zusätzlichen Unsicherheiten darüber, ob Sie vielleicht nicht doch etwas zu schnell waren.

Verschiedene Gerichte haben bereits Urteile gefällt, denen der ESO ES 8.0 als unzureichendes Beweismittel zugrunde lag. So beispielsweise im Jahr 2023 die Amtsgerichte in Dresden, Senftenberg und Hersbruck. Hier wurden die Verfahren nach Einspruch gegen die Bußgeldbescheide erfolgreich eingestellt.

FAQ: ESO ES 8.0

Was ist der ESO ES 8.0?

Der ESO ES 8.0 ist ein Geschwindigkeitssensor, der mit Hilfe mehrerer Sensoren die Geschwindigkeit von vorbeifahrenden Fahrzeugen misst. Er regiert auf Helligkeitsveränderungen in seinem Sichtfeld. Einen Überblick über die Funktionsweise erhalten Sie hier.

Was ist ein Einseitensensor?

Der Einseitensensor ist ein Blitzer-Typ, der an einer Fahrbahnseite aufgestellt ist und über verschiedene, nebeneinanderliegende Sensoren die Geschwindigkeit misst.

Liegt bei meinem Blitzer vom ESO 8.0 ein Messfehler vor?

Sollten Sie einen Fehler bei der Geschwindigkeitsmessung durch einen ESO ES 8.0 vermuten, lohnt sich unter Umständen ein Einspruch. Welche möglichen Fehlerquellen es gibt, erfahren Sie hier.

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Über den Autor

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Vitali U.

Vitali ist seit 2016 Redakteur auf bussgeld-info.de. Seine Karriere begann er nach dem Abschluss seines Studiums der Rechtswissenschaften an einer renommierten Universität in Deutschland. Seitdem hat er sich auf das Thema Verkehrsrecht spezialisiert und sein Wissen durch eine einschlägige Ausbildung vertieft.

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