Verschiedene Blitzer-Typen: So funktionieren sie!

Die unterschiedlichen Blitzer-Typen kommen in vielen verschiedenen Formen und Größen daher.
Die unterschiedlichen Blitzer-Typen kommen in vielen verschiedenen Formen und Größen daher.

Wenn das Wort „Blitzer” fällt, haben viele Menschen den allseits bekannten „Starenkasten” vor Augen oder auch die „Laserpistole”, die häufig bei mobilen Geschwindigkeitsmessungen zum Einsatz kommt. Tatsächlich aber gibt es noch viel mehr Blitzer-Typen, die in Deutschland tagtäglich Verkehrsverstöße erfassen. Diese unterscheiden sich häufig nicht nur optisch voneinander, sondern auch in ihrer Funktions- und Einsatzweise.

Aber welche Arten von Blitzer-Geräten gibt es eigentlich und wodurch zeichnen sie sich jeweils aus? In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die gängigsten Blitzer-Arten in Deutschland vor, erklären ihre Besonderheiten und geben Beispiele an, welche konkreten Modelle zu den jeweiligen Typen zählen.

FAQ: Blitzer-Typen

In welche Typen lassen sich Blitzer einteilen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach denen sich Blitzer kategorisieren lassen. So können sie z. B. entsprechend ihrer Funktionsweise eingeteilt werden, etwa in Radar-, Laser- oder Video-Blitzer. Eine andere Kategorisierung ist die Einteilung nach ihren Einsatzmöglichkeiten, z. B. welche Art von Verkehrsverstößen sie erfassen können oder ob die Blitzer mobil oder stationär eingesetzt werden können. Oft kann ein einzelnes Blitzer-Modell mehreren Typen angehören, sodass die Kategorien nicht ausschließlich sind.

Welche Messverfahren nutzen mobile Blitzer-Typen?

Mobile Blitzer bedienen sich meist entweder der Radar- oder der Lidar-Technik. Dabei werden Funk- bzw. Lichtwellen verwendet, um die Entfernung von Objekten innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu ermitteln. Dadurch lassen sich z. B. die Geschwindigkeiten von Fahrzeugen berechnen. Auch Videonachfahrsysteme kommen bei mobilen Verkehrskontrollen häufig zum Einsatz.

Welche Messverfahren nutzen stationäre Blitzer-Typen?

Auch stationäre Blitzer verwenden häufig Radar- oder Lidar-Technik. Es können aber auch spezielle Sensoren zum Einsatz kommen, die unter der Fahrbahn verlegt sind. Dabei handelt es sich meist um Induktionsschleifen oder Piezosensoren. Wie diese Geschwindigkeitsüberschreitungen und Rotlichtverstöße erfassen können, erfahren Sie hier.

„Radarfallen”: Diese Blitzer-Typen nutzen Funkwellen

Viele Blitzer-Typen funktionieren mit Radar.
Viele Blitzer-Typen funktionieren mit Radar.

Umgangssprachlich werden Blitzer gerne auch einfach als „Radarfallen” bezeichnet. Das mag insoweit irreführend sein, dass nicht alle Blitzer-Typen mit Radar-Technik funktionieren, aber auf einige Geräte passt diese Bezeichnung tatsächlich recht gut. Hinter dem Begriff „Radar” verbirgt sich ein Verfahren, mit dem sich die Position, die Richtung und der Abstand von Objekten erfassen lassen, was sich auch bei Verkehrskontrollen bewährt hat.

Und so funktioniert es: Das Radar-Messgerät sendet Funkwellen aus. Treffen diese auf ein Objekt, wie etwa ein sich näherndes Fahrzeug, werden sie reflektiert und an den Empfangssensor des Geräts zurückgeworfen. Dabei wird die Zeit erfasst, die das Signal benötigt, um zum Blitzer zurückzukehren, wodurch sich wiederum die Entfernung zwischen Fahrzeug und Messgerät berechnen lässt. Da der Blitzer eine solche Messung nicht nur einmal durchführt, sondern mehrfach und das innerhalb von Sekundenbruchteilen, lässt sich ermitteln, wie sich der Abstand des Fahrzeugs in einem bestimmten Zeitraum verringert. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bestimmt werden. Stellt das Messgerät fest, dass diese über dem erlaubten Tempolimit liegt, löst der Blitzer aus und macht ein Foto von dem Raser.

Radar-Technik kommt sowohl bei mobilen als auch bei stationären Blitzer-Typen zum Einsatz. Modelle, die auf diese Weise funktionieren, sind z. B.:

Diese Blitzer-Varianten funktionieren mit Lasertechnik

Nicht nur Funkwellen können für die Erfassung von Verkehrsverstößen genutzt werden, sondern auch Lichtwellen, welche oftmals auch als „Laserstrahlen” bekannt sind. Laser können in Blitzern auf verschiedene Weise eingesetzt werden. Eine davon ist die Lidar-Technik, welche fast genauso funktioniert wie die oben beschriebene Radar-Technik. Der einzige Unterschied ist hier eben nur, dass das Messgerät keine Funkwellen aussendet, sondern Laserimpulse.

Auch diese Blitzer-Typen können sowohl bei stationären als auch bei mobilen Verkehrskontrollen eingesetzt werden. Besonders bekannt sind z. B. die „Laserpistolen” – leicht bedienbare Handmessgeräte, die mittels Lasermessung Geschwindigkeitsüberschreitungen erfassen.

Zu den Blitzer-Modellen, die die Lidar-Technik verwenden, gehören u. a.:

Laserstrahlen können bei der Verkehrsüberwachung allerdings auch noch auf eine andere Weise eingesetzt werden, nämlich in Form von Lichtschranken. Dieses Verfahren wird auch als Einseitensensormessung bezeichnet, denn dabei steht das Messgerät nur auf einer Seite der Straße. Im 90-Grad-Winkel zur Fahrbahn werden mehrere parallel verlaufende Laserstrahlen von dem Gerät ausgesendet. Fährt ein Fahrzeug durch diese Lichtschranken hindurch, wird dies vom Blitzer registriert. Anhand der zeitlichen Abstände, die zwischen der Durchbrechung der einzelnen Lichtschranken liegen, kann das Messgerät die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berechnen.

Bei einigen Blitzer-Typen kommen Lichtschranken zum Einsatz.
Bei einigen Blitzer-Typen kommen Lichtschranken zum Einsatz.

Die Lichtschranken-Technik wird vor allem von Blitzer-Modellen der Marke ESO eingesetzt, wie z. B.:

  • ESO 3131ESO µP 80/VI
  • ESO 3.0
  • ESO LS 4.0

Stationäre Blitzer mit Sensoren unter der Fahrbahn

Stationäre Blitzer-Typen sollen an einem festen Standort zum Einsatz kommen und haben deshalb nicht den Anspruch, dass sie leicht abzubauen und zu transportieren sind. Aus diesem Grund können solche Blitzer neben Radar- und Lasertechnik noch andere Verfahren nutzen, die baulich aufwendiger sind. Dazu gehören die Piezo- und die Induktionsmessung.

Bei beiden ist es erforderlich, dass spezielle Sensoren unter der Fahrbahn verlegt werden müssen. Diese sind in der Lage zu registrieren, wenn ein Fahrzeug über sie hinwegfährt, wodurch sich z. B. feststellen lässt, ob Sie eine Haltelinie überfahren haben oder wie lange Sie für die Distanz zwischen zwei hintereinander verlegten Sensoren benötigen. Auf diese Weise können Haltelinien-, Rotlicht- und Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden.

Der Unterschied zwischen der Piezo- und der Induktionsmessung besteht darin, wie genau die jeweiligen Sensoren funktionieren: Die Piezosensoren registrieren den mechanischen Druck, der entsteht, wenn ein Fahrzeug direkt über sie hinwegfährt. Bei der Induktionsmessung kommen hingegen magnetische Spulen, die sogenannten Induktionsschleifen, zum Einsatz. Fährt ein Kraftfahrzeug, welches üblicherweise aus Metall besteht, über diese hinweg, ändert sich das Magnetfeld der Spulen.

Blitzer-Typen mit Piezo- oder Induktionsmessung kommen oft an Ampeln zum Einsatz.
Blitzer-Typen mit Piezo- oder Induktionsmessung kommen oft an Ampeln zum Einsatz.

Zu den Blitzer-Modellen, die Piezosensoren oder Induktionsschleifen verwenden, gehören u. a.:

Blitzer-Typen mit Videotechnologie

Blitzer werden in der Regel vor allem mit Fotoaufnahmen assoziiert, immerhin verdanken die Messgeräte dem Blitzlicht beim Fotografieren ihren Spitznamen. Es ist jedoch gar nicht so unüblich, dass sich Blitzer-Typen auch Videoaufnahmen bedienen, um Verkehrsverstöße festzustellen.

Das ist z. B. beim Videonachfahrsystem der Fall. Bei diesem Verfahren befindet sich eine Kamera in einem Polizeiauto, welches über längere Zeit einem verdächtigen Fahrzeug nachfährt. Dabei wird ein konstanter Abstand gehalten, sodass sich anhand des Tachos an dem Gerät ablesen lässt, wie schnell das verfolgte Fahrzeug unterwegs ist. Solche Videonachfahrsysteme gehören insbesondere der Marke ProViDa an, wie etwa die Modelle ProViDa 2000 oder ProViDa 2626.

Eine andere Möglichkeit, Videotechnologie für Verkehrskontrollen zu nutzen, ist die Brückenvideoüberwachung. Wie der Name andeutet, werden hierfür Kameras an einer Brücke montiert, welche einen ganz bestimmten Abschnitt der Fahrbahn „im Blick” haben. Jedes Fahrzeug, das diesen Abschnitt durchfährt, wird gefilmt. Dadurch lassen sich sowohl Abstandsverstöße als auch Geschwindigkeitsüberschreitungen feststellen.

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