Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld: Sinn und Zweck

Was bedeutet die Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld?

Was bedeutet die Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld?

Ein gebrochenes Bein, ein verstauchtes Handgelenk, Prellungen, Schnittwunden oder ähnliche körperliche Beschwerden verursachen zumeist nicht nur Schmerzen sondern schränken die Betroffenen nicht selten auch massiv in ihrem Alltag ein. Alleine duschen, kochen oder sich von A nach B zu bewegen, kann – je nach Verletzung – schon mal zum echten Problem werden. Wurde die Verletzung dann auch noch durch eine andere Person verursacht, beispielsweise aufgrund eines Unfalls im Straßenverkehr oder infolge einer (vorsätzlichen oder fahrlässigen) Körperverletzung, ist der Ärger meist noch größer.

Oftmals stellt sich dann für die Betroffenen auch noch die Frage nach einem Anspruch auf Schmerzensgeld. Ob ein solcher geltend gemacht werden kann und in welcher Höhe, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Doch welchem Zweck dient der Anspruch auf Schmerzensgeld überhaupt? In diesem Kontext fällt häufig der Begriff der Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld. Was hiermit gemeint ist und welche weitere Funktion das Schmerzensgeld hat, können Sie in dem folgenden Ratgeber nachlesen.

Was bedeutet „Genugtuungsfunktion des Schmerzensgeldes“?

Genugtuungsfunktion: Durch Schmerzensgeld soll der Betroffene Genugtuung erfahren.

Genugtuungsfunktion: Durch Schmerzensgeld soll der Betroffene Genugtuung erfahren.

Was unter der Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld zu verstehen ist, verrät der Begriff als solcher bereits: Der Schmerzleidende soll eine Genugtuung für das ihm Angetane erfahren. Die Gerichte (und auch die Betroffenen selbst oder ihre Anwälte, sollte es zu einer außergerichtlichen Schadensregulierung kommen) wägen auf dieser Ebene ab, welche Anspruchshöhe in Anbetracht der zugrunde liegenden Situation als angemessen zu erachten ist.

Immerhin kann ein Schmerzensgeld sowohl für vorsätzliche als auch für fahrlässige Verletzungen verlangt werden. Dahingehend differenziert das Gesetz zunächst nicht.

Die Genugtuung, die der Verletzte dabei erfahren soll, unterscheidet sich dann jedoch, je nachdem, wie schwerwiegend die Verletzungssituation war und welche Beweggründe auf Seiten des Schädigers vorlagen (oder eben nicht vorlagen). Handelte er bewusst und böswillig oder lag ein Unfall vor?

Genugtuungsfunktion: Dient Schmerzensgeld einem weiteren Zweck?

Die Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld ist nicht der einzige Sinn und Zweck dieses Schadensersatzanspruchs. Neben ihr verfolgt der Anspruch außerdem die sogenannte Ausgleichsfunktion. Auf dieser Ebene wird danach gefragt, welcher finanzielle Ausgleich für den erfahren Schmerz als angemessen zu erachten ist. Wie schmerzhaft war die Verletzung? Wie lange litt der Betroffene unter ihr und wie gravierend waren die mit ihr einhergehenden Einschränkungen und Belastungen? Auch jene Aspekte werden bei der Frage nach der Höhe eines Schmerzensgeldanspruchs in die Abwägungen einbezogen.

Neben der Genugtuungsfunktion dient das Schmerzensgeld dem Ausgleich der Schmerzen.

Neben der Genugtuungsfunktion dient das Schmerzensgeld dem Ausgleich der Schmerzen.

Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion sind beim Schmerzensgeld also zwei wesentliche Aspekte. Sinn und Zweck ist es, einen Schmerzensgeldanspruch zu gewähren, welcher der Situation vollumfänglich gerecht wird. Um dies zu erreichen, müssen beide Punkte hinterfragt werden.

Würden sich die Gerichte nur auf die Genugtuungsfunktion vom Schmerzensgeld beschränken, wäre dabei noch nicht berücksichtigt, welche Schmerzen und Einschränkungen der Verletzte erfahren musste. Nur die Ausgleichsfunktion zu betrachten, würde aber dem Aspekt von Vorsatz und Fahrlässigkeit auf Seite des Schädigers nicht in die Erwägungen einbeziehen.

Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion sind beim Schmerzensgeld also gleichermaßen wichtig, um eine faire und angemessene Anspruchshöhe auszuloten.
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