Kieferbruch: Kann Schmerzensgeld gefordert werden?

Doppelter Kieferbruch: Wie viel Schmerzensgeld steht mir zu?

Doppelter Kieferbruch: Wie viel Schmerzensgeld steht mir zu?

Unfälle und tätliche Auseinandersetzungen können oftmals unschöne Folgen nach sich ziehen. Wer einmal einen Knochenbruch erlitten hat, der weiß, welch unangenehme Einschränkung im Alltag damit einhergeht. Plötzlich werden die sonst vollkommen selbstverständlichen Dinge zur echten Herausforderung und oftmals ist fremde Hilfe vonnöten. Ein nicht zu unterschätzendes Gelenk des menschlichen Körpers ist der Kiefer. Er dient nicht nur dem Zerkleinern von Nahrung, der Mimik sowie dem Sprechen, sondern kann, sofern er verletzt wurde, auch ästhetische Aspekte in den Vordergrund rücken.

Das Maß an Leid kann entsprechend hoch sein, wenn Betroffene einen Kieferbruch erleiden und sich neben Schmerzen und Einschränkungen auch noch entstellt fühlen. Ob in solchen Fällen Schmerzensgeld verlangt werden kann, ist eine Frage, die sich dann oftmals gestellt wird. Im folgenden Ratgeber wollen wir uns mit dem Thema näher befassen und Ihnen erläutern, ob Schmerzensgeld bei einem Kieferbruch verlangt werden kann. Außerdem befassen wir uns mit der Frage, wonach sich die Höhe eines derartigen Anspruchs bemisst. Wie viel Schmerzensgeld verursacht ein doppelter Kieferbruch im Vergleich zu einem einfachen? Wie bewerten das die Gerichte hierzulande?

Kiefer gebrochen: Bekomme ich Schmerzensgeld?

Grundsätzlich kann derjenige, der aufgrund einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Handlung eines anderen ein körperliches und/oder seelisches Leid erfährt, ein entsprechendes Schmerzensgeld verlangen. Ob bei einem Arm-, Bein- oder Kieferbruch, Schmerzensgeld ersetzt einen Schaden immaterieller Natur. Aus der bloßen Verletzung als solche entstehen dem Betroffenen schließlich keine finanziellen Einbußen.

Diesem Umstand trägt das Schmerzensgeld nunmehr Rechnung. Ihm kommt zum einen eine Genugtuungs- und zum anderen eine Ausgleichsfunktion zu. Der Schmerzleidende soll auf der einen Seite eine Art Genugtuung dafür erfahren, dass ihm ein körperlicher Schmerz bereitet wurde. Auf der anderen Seite sollen dieser sowie die mit ihm einhergehenden Einschränkungen ausgeglichen werden.

Kieferbruch: Wie viel Schmerzensgeld ist üblich?

Kieferbruch: Wie viel Schmerzensgeld kann laut Tabelle verlangt werden?

Kieferbruch: Wie viel Schmerzensgeld kann laut Tabelle verlangt werden?

Von besonderem Interesse ist für Unfallbeteiligte stets die Frage danach, in welcher Höhe ein Anspruch auf Schmerzensgeld geltend gemacht werden kann. Wie bei sämtlichen Ansprüchen auf Schmerzensgeld gilt auch hier der Grundsatz: Eine einheitliche und pauschale Antwort kann nicht gegeben werden.

Es kommt stets auf den jeweiligen Einzelfall an und darauf, wie gravierend die Verletzungen sind. Bei einem leichten Kieferbruch ist das Schmerzensgeld entsprechend niedriger als beispielsweise bei einem doppelten Bruch des Gelenks. Der Anspruch ist also stets der individuellen Situation anzupassen.

Ferner spielen auch die Gesamtumstände des Vorfalls eine Rolle. Bei einer vorsätzlichen Körperverletzung ist das Schmerzensgeld stets höher als bei einem Unfall. Auch der Grad an Mitverschulden fließt in die Berechnungen mit ein, ebenso wie das Verhalten des Schädigers nach dem Vorfall. Reue mindert den Anspruch im Vergleich zu Uneinsichtigkeit.

Ein Anwalt vermag in Ihrem persönlichen Fall einzuschätzen, auf welche Höhe sich Ihr Anspruch aufgrund der Ihnen zugefügten Verletzungen beläuft. Zudem vertritt er Sie im Falle eines Verfahrens vor Gericht.

Kieferbruch: Schmerzensgeld laut Tabelle

In welcher Höhe nach einem Kieferbruch Schmerzensgeld verlangt werden kann, können Sie beispielhaft nachfolgender Auflistung gerichtlicher Urteile entnehmen:

Verletzung Schmer­zens­geld­höh­e Ge­richt, Jahr, Az.
Ober- und Unter­kieferbruch nebst Gesichts­verletzungen7.700 € LG Tü­bin­gen, 1980, 2 O 47/80
Einfacher Kiefer­bruch 3.500 € OLG Saar­brü­cken, 1990, 3 U 142/89
Doppelter Kieferbruch nebst Kniefraktur, Sprunggelenk­verrenkung, Mittelfuß­knochenfraktur 20.000 € LG Darm­stadt 1993, 10 O 333/88
Unterkie­ferbruch nebst Nerven­verletzung 16.000 € OLG Dres­den, 2011, 4 U 1744/08

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