Wann ist Schmerzensgeld für ein Schädelhirntrauma möglich?

Gemäß BGB kann Schmerzensgeld bei einem Schädelhirntrauma begründet sein.

Gemäß BGB kann Schmerzensgeld bei einem Schädelhirntrauma begründet sein.

Kopfverletzungen, die durch einen Unfall, Sturz oder Schlag ausgelöst wurden, können mitunter schwerwiegende Folgen wie eine Hirnblutung oder Schwellung nach sich ziehen. Ein sogenanntes Schädelhirntrauma, auch oft als Gehirnerschütterung bezeichnet, ist eine der häufigsten Kopfverletzungen. Nicht in jedem Fall kann nach einem Verkehrsunfall oder Sturz ein Schmerzensgeld für ein Schädelhirntrauma verlangt werden.

Mit dem Thema einer Entschädigung beschäftigen sich Betroffen oftmals erst, wenn die akuten Folgen einer solchen Verletzung überstanden sind. In der Regel treten hierbei jedoch eine Vielzahl an Fragen auf, die Laien oft nur schwer beantworten können. Wann genau ein Anspruch besteht, wenn Schädel bzw. Hirn ein Trauma erfahren, wie Schmerzensgeld in einem solchen Fall geltend gemacht werden kann und an wen Forderungen zu richten sind, betrachtet der nachfolgenden Artikel näher.

Schädelhirntrauma und Schmerzensgeld: Welche Grundlagen sind zu beachten?

Grundsätzlich wird als Schädelhirntrauma (oft auch mit SHT abgekürzt) eine Verletzung des Schädels bezeichnet. In diesem speziellen Fall ist auch das Gehirn betroffen, was zu erheblichen Beeinträchtigungen bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann. Oftmals ist ein Aufprall auf harte Oberflächen oder ein Schlag gegen den Schädel die Ursache für ein solches Trauma.

Blutungen oder Quetschungen können das Gehirn schädigen und so lebenswichtige Funktionen stark beeinträchtigen, sodass diese nicht mehr ausgeführt oder kontrolliert werden können. Bei einem Schädelhirntrauma wird nach der Schwere in Graden unterschieden. Eine leichte Gehirnerschütterung wir üblicherweise als SHT 1. Grades bezeichnet. Schwere Schädigungen werden hingegen als SHT 2. Grades bewertet.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld bei einem Schädelhirntrauma 1. oder 2. Grades wird rechtlich in § 253 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) definiert. Ein sogenannter immaterieller Schaden an Körper, Psyche oder persönlicher Freiheit kann in gesetzlich bestimmten Fällen eine Entschädigung begründen. Sofern der Schaden durch andere Personen fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde, kann der Schadensersatz in Form von Geld geltend gemacht werden. Schmerzensgeld für eine Kopfverletzung kann möglich sein, wenn Betroffene unverschuldet geschädigt wurden oder nur eine geringe Teilschuld innehaben.

Wer muss in einem solche Fall zahlen?

SHT 1. Grades: Wie viel Schmerzensgeld es geben kann, hängt vom Einzelfall ab.

SHT 1. Grades: Wie viel Schmerzensgeld es geben kann, hängt vom Einzelfall ab.

Ein Schädelhirntrauma bedeutet in der Regel für die Geschädigten Auswirkungen im Alltag. Neben Schwindel, Schmerzen, Beeinträchtigungen der Orientierung oder auch des Hör- bzw. Sehvermögens können auch eine Erwerbsunfähigkeit oder eine Pflegebedürftigkeit Folgen einer solchen Verletzung sein.

Dann ist es verständlich, dass Betroffene sich Gedanken bezüglich einer Entschädigung machen, die eine finanzielle Absicherung bedeuten kann. Schmerzensgeld für ein Schädelhirntrauma ist ein zivilrechtlicher Anspruch, der beim Schädiger bzw. dessen Versicherung geltend gemacht werden muss. Ob Betroffene einen Anwalt hinzuziehen, bleibt ihnen überlassen und sollte je nach den Umständen entschieden werden. Empfehlenswert ist die anwaltliche Unterstützung, wenn eine außergerichtliche Einigung nicht möglich scheint.

Wie hoch kann das Schmerzensgeld bei einem Schädelhirntrauma 1. oder 2. Grades sein?

Auch bei einem Schädelhirntrauma 1. oder 2. Grades soll ein Schmerzensgeld einen Ausgleich für erlittene Schmerzen darstellen und eine Genugtuungsfunktion erfüllen. Daher ist die Höhe eines solchen immer vom jeweiligen Einzelfall abhängig und pauschal nicht bestimmbar.

Faktoren wie die Schwere der Verletzung, die Dauer des Heilungsprozess oder etwaige Folgeschäden spielen oft eine entscheidende Rolle. Eine Orientierung in Bezug auf mögliche Summen für ein Schmerzensgeld bei einem Schädelhirntrauma bieten Schmerzensgeldtabellen. Die hier zusammengefassten Urteile dienen jedoch nur der Information und sind rechtlich nicht bindend. Nachfolgend ist ein Beispiel für eine Schmerzensgeldtabelle aufgeführt:

VerletzungSumme in €Ge­richt, Jahr, Ak­ten­zei­chen
Schädelhirn­trauma 1. Grades38.346,89 OLG Ber­lin, 23.04.2001 (12 U 971/00)
Schädelhirn­trauma mit Hirn­infarktet­wa 23.000OLG Dres­den, 26.07.2002 (11 U 556/02)
Schädelhirn­trauma, Gehirner­schütterung8.180,67OLG Karls­ruh­e, 19.12.1990 (1 U 219/90)
Gehirner­schütterung, HWS-Syndrom 4.090,34OLG Hamm, 21.04.1994 (27 U 228/93)
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