Lärmbelästigung: Zu laute Musik kann zu Bußgeldern führen

Eine Lärmbelästigung durch Musik beeinflusst nicht nur das Verhältnis unter Nachbarn, sondern kann auch Sanktionen nach sich ziehen. Mit welchen Bußgeldern Sie eventuell rechnen müssen, zeigt die folgende Bußgeldtabelle:

VerstoßSanktion
Missachtung der Nachtruhe oder der Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen bis zu 5.000 EUR
Missachtung der vertraglich vereinbarten Ruhezeiten oder der MittagsruheAbmahnung durch den Vermieter,
wiederholte Missachtung der vertraglich vereinbarten Ruhezeiten oder der MittagsruheKündigung durch den Vermieter

Musik ist nicht immer gern gehört: Eine Ruhestörung kann Probleme bereiten

Lärmbelästigung durch Nachbarn: Ist die Musik zu laut, kann das Bußgelder bedeuten.
Lärmbelästigung durch Nachbarn: Ist die Musik zu laut, kann das Bußgelder bedeuten.

Laute Musik von den Nachbarn kann tagsüber schon mal nerven. Anstrengend wird es dann meist abends oder nachts, wenn die verdiente Nachtruhe ansteht oder die Kinder ins Bett sollen. Neben der eigentlichen Musik kommen oft auch nicht die Bässe hinzu, die ab einer bestimmten Frequenz durchaus auch gesundheitliche Beschwerden hervorrufen können. Doch ab wann ist es eigentlich eine Lärmbelästigung durch die Musik?

Wann der Nachbar zu laute Musik hört, welche Optionen Betroffene in diesem Fall haben und ob es bezüglich einer Lärmbelästigung gesetzliche Vorschriften zu beachten gilt, erläutert der nachfolgende Ratgeber näher.

FAQ: Lärmbelästigung durch Musik

Gibt es gesetzliche Vorgaben in Bezug auf eine Lärmbelästigung durch Musik?

Bundeseinheitliche Regelungen, wann Musik gehört werden darf gibt es nicht. Bestimmungen im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) sowie zur Vermeidung von unnötigem Lärm und zu bestehenden Ruhezeiten sind allerdings einzuhalten.

Welche Ruhezeiten gelten in Deutschland?

Die Bundesländer und Kommunen können selbst bestimmen, wann Ruhezeiten einzuhalten sind. Darüber hinaus steht es Vermietern frei, entsprechende Regelungen im Mietvertrag oder Hausordnung festzuhalten. Welchen Zeiten üblich sind, erfahren Sie hier.

Welche Möglichkeiten haben Mieter bei einer Lärmbelästigung?

Neben der Anzeige beim Ordnungsamt oder der Polizei, sollten Mieter den Vermieter auffordern, den Mietmangel Lärm zu beseitigen. In diesem Zuge sind dann Mietminderungen oder auch eine Kündigung des Mietvertrags möglich.

Nachbarn sind gehalten Rücksicht zu nehmen, auch beim Thema Musik

Ufert die Gartenparty aus, ist es nicht selten, dass Nachbarn die Polizei oder das Ordnungsamt rufen. Laute Musik vom Nachbarn kann aber auch im ganz normalen Alltag ein Problem werden. Wie laut darf man Musik hören, bevor der Nachbar auf der Matte steht und sich beschwert? Oft fühlen sich Mitmenschen schon vom Musikgeschmack gestört, selbst wenn die Musik an sich gar nicht laut ist. Eine Lärmbelästigung beruht nicht selten auch auf einem subjektiven Empfinden, da ist es dann wichtig, dass es Regelungen gibt, die dies klären können. Hört der Nachbar einmal laut Musik, beschweren sich in der Regel die wenigsten. Kommt das jedoch öfter vor, stellt das ein Problem dar.

Helfen Gespräche mit den Nachbarn nicht weiter und können Vermieter die Situation ebenfalls nicht lösen, kann über eine Lärmbelästigung durch Musik auch ein Gericht entscheiden. Bevor es jedoch so weit kommt, ist es wichtig zu wissen, dass ein bestimmtes Maß an Geräuschen akzeptiert werden muss – dazu gehört unter anderem auch Musik. Wird dieses Maß jedoch kontinuierlich überschritten, kann das durchaus eine Ruhestörung durch den Bass oder die Musik darstellen.

Ruhestörung durch laute Musik: Wann liegt eine solche eigentlich vor?

Eine Ruhestörung durch zu viel Bass oder zu laute Musik ist eine Ordnungswidrigkeit.
Eine Ruhestörung durch zu viel Bass oder zu laute Musik ist eine Ordnungswidrigkeit.

Vermieter haben neben Klauseln im Mietvertrag auch die Möglichkeit, Regelungen zu Ruhezeiten in der Hausordnung festzulegen. Halten sich Mieter nicht an diesen, kann das durchaus zu einer Abmahnung wegen einer Lärmbelästigung durch Musik führen. Und auch Hausnachbarn müssen sich an bestimmte Vorschriften zum Thema Lärm halten. Doch welche gesetzlichen Regelungen müssen Vermieter, Mieter und Hauseigentümer beachten?

Bundeseinheitliche, gesetzlich festgelegte Ruhezeiten gibt es in Deutschland nicht. Die Bundesländer und Kommunen können selbst bestimmten, zu welchen Zeiten die Geräusche auf ein Minimum bzw. auf Zimmerlautstärke zu reduzieren sind. Dennoch gibt es in der Regel bestimmte Zeiträume, die überall als Ruhezeiten angesehen werden und in denen zu laute Musik immer eine Ruhestörung darstellt.

Üblich sind in Deutschland meist folgende Zeiten:

  • Nachtruhe zwischen 22:00 abends und 06:00 bzw. 07:00 Uhr früh
  • An Sonn- und Feiertagen gilt eine Ruhezeit ganztägig
  • Eine Zeit für die Mittagsruhe kann regional definiert, kommt jedoch immer seltener vor, meist gilt dann eine solche von 12:00 bzw. 13:00 bis 15:00 Uhr
  • An Samstagen gelten üblicherweise die Vorgaben zu Werktagen

Eine genaue Definition von Zimmerlautstärke gibt es ebenfalls nicht. Als Richtwert gelten tagsüber durchschnittlich 40 db und nachts 30 db. Eine Lärmbelästigung durch Musik auch bestehen, wenn Nachbarn tagsüber die Musik zu laut drehen und die Werte deutlich überschreiten. Hierbei handelt es sich in groben Fällen dann auch um eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern geahndet wird.

Wichtig ist diesbezüglich § 117 im Ordnungswidrigkeitengesetz (OwiG):

(1) Ordnungswidrig handelt, wer ohne berechtigten Anlaß oder in einem unzulässigen oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt, der geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu belästigen oder die Gesundheit eines anderen zu schädigen.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann.

Nachbar hört laut Musik: Möglichkeiten für Mieter

Mein Nachbar hört zu laut Musik. Ein Lärmprotokoll könnte hier helfen.
Mein Nachbar hört zu laut Musik. Ein Lärmprotokoll könnte hier helfen.

In einem Mietverhältnis kann eine andauernde Ruhestörung durch Musik sowohl tagsüber als auch nachts als Mietmangel gelten. Können Vermieter diese Mangel nicht beseitigen, ist eine Mietminderung durchaus möglich. Besteht die Lärmbelästigung durch Musik in einem unzumutbaren Maß, ist eine außerordentliche fristlose Kündigung ebenfalls eine Option.

Um eine Lärmbelästigung durch laute Musik tagsüber und nachts nachzuweisen, sollten betroffene Mieter ein ausführliches Lärmprotokoll führen und eventuell auch andere betroffene Parteien als Zeugen benennen.

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