Musik hören: Beim Fahrradfahren nicht unbedingt verboten

Darf man beim Fahrradfahren Musik hören? Diese Frage kommt immer wieder auf und viele sind sich unsicher, wie das zu beantworten ist. Klar ist, die Musik darf nicht zu laut sein. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht zu den Sanktionen, welche drohen, wenn Sie auf dem Fahrrad zu laut Musik hören.

VerstoßSanktionen
Zu laut Musik gehört 10 EUR
Zu laut Musik gehört mit Gefährdung 15 EUR

Darf man auf dem Fahrrad Musik hören?

Musik zu hören beim Fahrradfahren kann ein Risiko darstellen.

Musik zu hören beim Fahrradfahren kann ein Risiko darstellen.

Musik hören, gehört beim Fahrradfahren für viele einfach mit dazu. Die Ohren zustöpseln und losradeln, das ist heute kein seltenes Bild mehr im Straßenverkehr. Dass dies auch ein Risiko birgt wird oft verdrängt. Und oftmals sind andere Verkehrsteilnehmer auch der Meinung, dass Musik zu hören beim Radfahren ja sowieso verboten sei. Doch ist dem wirklich so?

Wie ist das Thema „Musik hören und dabei Fahrrad fahren“ rechtlich geregelt? Dem Gesetz nach ist es nicht verboten, beim Fahrradfahren Musik zu hören. Das bedeutet aber nicht, dass Radfahrer die Musik im Kopfhörer bis zum Anschlag aufdrehen dürfen. Es gilt die Richtlinie, dass die Umgebungsgeräusche weiterhin wahrgenommen werden müssen. Die Lautstärke beim Hören von Musik auf dem Fahrrad muss also entsprechend niedrig gehalten werden.

Im Vordergrund steht, dass die eigene Verkehrssicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet wird. Hier ist zudem auch zu beachten, dass wenn die Musik über ein Handy gehört wird, dieses beim Radfahren nicht in der Hand gehalten oder bedient werden darf. Die Musik sowie die Lautstärke dieser müssen vor der Fahrt gewählt sein.

Wollen Verkehrsteilnehmer Musik hören und auf dem Fahrrad unterwegs sein, darf das Gehör nicht beeinträchtigt sein. Wegweisend ist ein Urteil aus dem Jahr 1987 des Oberlandesgerichts Köln ((Az. Ss 12/87). Im sogenannten „Walkman-Urteil“ wird bestimmt, dass Musik hören beim Fahrradfahren legal ist, solange die Wahrnehmung der Umgebungs- bzw. Verkehrsgeräusche nicht beeinträchtigt ist. Kann beispielsweise das Klingeln anderer Radfahrer, ein Hupen oder eine Sirene nicht mehr gehört werden, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld nach sich zieht.

Wenn auf dem Fahrrad Musik zur Gefährdung wird

Auf dem Fahrrad Musik zu hören ist nicht grundsätzlich verboten.

Auf dem Fahrrad Musik zu hören ist nicht grundsätzlich verboten.

Musik hören beim Fahrradfahren ist also nicht grundsätzlich untersagt, kann jedoch eine Gefährdung der Sicherheit darstellen. Sind Radfahrer von der Musik abgelenkt oder können aufgrund der Lautstärke Warnrufe oder Signale nicht mehr wahrnehmen, kann das schneller als gedacht zu einem Fahrradunfall führen.

Fahrrad fahren und Musik hören kann in einem solchen Fall neben den eigentlichen Unfallfolgen auch oft dazu führen, dass der Versicherungsschutz oder Ansprüche auf Schadensersatz (wie zum Beispiel Schmerzensgeld) teilweise oder vollkommen verwirkt sind. Denn Versicherer sowie auch Richter bei einem möglichen Prozess können Musik zu hören beim Fahrradfahren durchaus negativ auslegen. Kopfhörer und Musik bedeuten dann meist, dass eine Mitschuld am Unfall angenommen wird. Somit wird auch der Radfahrer haftbar gemacht, auch wenn eine Schuld nicht vorliegt. Wird nachgewiesen, dass die Musik eindeutig zu laut war, entfallen meist fast alle Ansprüche in Bezug auf einen Schadensersatz.

Daher ist es immer ratsam, je nach Situation zu entscheiden, ob die Musik beim Radfahren nun unbedingt dabei sein muss. Auf viel befahrenen Straßen oder in unübersichtlichen Situationen sollten Radfahrer daher eher auf die Kopfhörer und den Beat im Ohr verzichten.
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