Nebelscheinwerfer nachrüsten: Gesetz, Einbau, Kosten

Nebelscheinwerfer nachrüsten: Was ist erlaubt?

Nebelscheinwerfer nachrüsten: Was ist erlaubt?

Wenn dichter Nebel auf den Straßen aufzieht oder heftige Niederschläge vom Himmel prasseln, kann die Sicht von Autofahrern stark eingeschränkt sein. Auch das Abblendlicht hilft dann manchmal nur noch bedingt weiter und das Fernlicht macht das Ganze meist nur schlimmer, weil der Nebel das starke Licht reflektiert und sich der Fahrzeugführer somit selbst blendet.

Die beste Beleuchtung bei Nebel, Schnee oder starkem Regen bieten Nebelscheinwerfer. Sie sind heller als das Abblendlicht und tiefer am Auto verbaut, sodass sie unter dem Nebel entlang strahlen. Aber nicht in jedem Auto sind diese Scheinwerfer serienmäßig eingebaut. Können Autofahrer also Nebelscheinwerfer nachrüsten? Ist dies gesetzlich erlaubt? Und was ist dabei zu beachten? Dies erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Ist das Nachrüsten der Nebelscheinwerfer Pflicht?

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) legt sehr genaue Vorschriften fest, wann ein vorhandener Nebelscheinwerfer eingesetzt werden darf und welche Sanktionen bei vorschriftswidriger Nutzung drohen. In keinem Gesetz wird jedoch erwähnt, dass ein Fahrzeug über diese Art der Beleuchtung verfügen muss. Möchten Sie als Autobesitzer also Nebelscheinwerfer nachrüsten, geschieht dies freiwillig.

Nebelscheinwerfer einbauen: Das ist zu beachten

Es besteht also keine Verpflichtung, dass Sie Ihr Auto mit Nebelscheinwerfern ausrüsten müssen, wenn es noch nicht über solche verfügt. Andererseits gibt es aber auch keine Vorschrift, die Ihnen das verbietet.

Beim Nachrüsten der Nebelscheinwerfer müssen Sie sich an gesetzliche Vorgaben halten.

Beim Nachrüsten der Nebelscheinwerfer müssen Sie sich an gesetzliche Vorgaben halten.

Möchten Sie Nebelscheinwerfer nachrüsten, gibt es allerdings einige Vorgaben, die Sie gemäß § 52 Abs. 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) einhalten müssen:

  • Mehrspurige Kraftfahrzeuge wie z. B. Pkws dürfen mit zwei Nebelscheinwerfern ausgestattet werden, einspurige Kraftfahrzeuge wie Motorräder nur mit einem. Letzteres gilt selbst dann, wenn das Motorrad mit einem Beiwagen ausgestattet ist.
  • Das Licht der Nebelscheinwerfer muss weiß oder hellgelb sein.
  • Die Nebelscheinwerfer dürfen nicht höher angebracht werden als das Abblendlicht.
  • Die Nebelscheinwerfer sollten so eingestellt sein, dass der äußere Rand des Lichtstrahls nicht mehr als 40 Zentimeter von der breitesten Stelle des Fahrzeugs entfernt ist. Sollte dies doch der Fall sein, sind die Nebelscheinwerfer so zu schalten, dass sie nur gemeinsam mit dem Abblendlicht brennen.
  • Möchten Sie an Ihrem Fahrzeug Nebelscheinwerfer nachrüsten, sind diese so einzustellen, dass sie keine anderen Verkehrsteilnehmer blenden.
  • Außerdem dürfen sich die Nebelscheinwerfer nicht unbeabsichtigt verstellen und müssen dementsprechend befestigt werden.
  • Die Beleuchtungsstärke der Nebelscheinwerfer darf in einer Entfernung von 25 Metern auf senkrechter Ebene in Höhe der Scheinwerfer nicht mehr als 1 Lux betragen.
  • Es dürfen nur Nebelscheinwerfer verbaut werden, die mit dem ECE-Prüfzeichen ausgestattet sind.
Halten Sie diese Vorschriften nicht ein, wenn Sie Nebelscheinwerfer nachrüsten, besteht die Möglichkeit, die Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug zu verlieren. Sind Sie unsicher, ob alle Vorgaben erfüllt sind, können Sie die eingebauten Nebelscheinwerfer vom TÜV abnehmen lassen.

Einbau der Nebelscheinwerfer: Werkstatt oder selber machen?

Sind Sie technisch versiert, können Sie Ihre Nebelscheinwerfer selbst nachrüsten, indem Sie diese in die vorhandenen Aussparungen an der Stoßstange einsetzen. Bei manchen Automodellen sind die notwendigen Kabel bereits vorhanden, sodass Sie diese nur noch richtig anschließen müssen.

Nebelscheinwerfer nachrüsten: Die Kosten hierfür können sehr unterschiedlich ausfallen.

Ist dies hingegen nicht der Fall, sollten Sie nur selber Hand anlegen, wenn Sie sich wirklich gut im Bereich Autoelektrik auskennen. Ansonsten empfiehlt es sich, den Einbau der Nebelscheinwerfer lieber in einer Werkstatt vornehmen zu lassen.

Die Kosten fallen hier je nach Fahrzeugmodell sehr unterschiedlich aus und es kann sinnvoll sein, mehrere Angebote von verschiedenen Werkstätten zu vergleichen. In der Regel müssen Sie für die reinen Arbeitskosten zwischen 100 und 400 Euro veranschlagen.

Hinzu kommen aber auch die Anschaffungskosten für die benötigten Teile:

  • Nebelscheinwerfer: 50 bis 100 Euro
  • Blende: 20 bis 50 Euro
  • Steuergerät: 30 bis 80 Euro
  • Kabel: 15 bis 30 Euro
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