Nebelscheinwerfer für Auto und Motorrad: Das sind die Regeln

Nebelscheinwerfer: Wann das Einschalten erlaubt ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Nebelscheinwerfer: Wann das Einschalten erlaubt ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Besonders im Herbst, einer sehr nebligen Jahreszeit, kann eine zusätzliche Beleuchtung hilfreich sein. Nebelscheinwerfer sind wesentlich heller als das normale Abblendlicht. Weil sie tiefer am Auto verbaut sind, leuchten sie unter den Nebel und verbessern die Sicht.

Wann dürfen Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden? Geregelt ist das in der Straßenverkehrsordnung (StVO). In der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) ist weiterhin geregelt, welchen technischen Voraussetzungen die Nebelscheinwerfer entsprechen müssen.

Ob Auto oder Motorrad: Sind Nebelscheinwerfer Pflicht? Wann dürfen Sie auch am Tage Nebelscheinwerfer einschalten und welches Bußgeld droht, wenn sie verbotswidrig verwendet werden? Lesen Sie die Antworten in diesem Ratgeber.



Sind Nebelscheinwerfer Pflicht?

Wann darf man Nebelscheinwerfer benutzen? Nur, wenn die Sichtverhältnisse schlecht sind.

Wann darf man Nebelscheinwerfer benutzen? Nur, wenn die Sichtverhältnisse schlecht sind.

Hat eigentlich jedes Auto Nebelscheinwerfer bzw. braucht man unbedingt Nebelscheinwerfer? Die StVO äußert sich zwar zur richtigen Benutzung, eine Pflicht ist darin aber nicht festgehalten.

Bußgeld droht nur, wenn Sie die Scheinwerfer falsch montieren oder verbotswidrig benutzen.

In Deutschland ist es verboten, ein gelbes LED-Licht oder überhaupt gelbe Scheinwerfer zu verwenden. Die einzige Ausnahme von diesem Verbot sind Nebelscheinwerfer. Die Farbe Gelb (genau gesagt hellgelb) ist neben Weiß bei Nebelscheinwerfern gestattet.

Nebelscheinwerfer nachrüsten

Ein Auto ohne Nebelscheinwerfer lässt sich ganz leicht nachrüsten. Wichtig ist nur, dass die Nebelscheinwerfer über die europäische ECE-Genehmigung verfügen. Erkennbar ist das am E-Prüfzeichen. Nach dem Einbau der neuen Nebellichter sollten Sie diese durch den TÜV oder eine ähnliche Prüfstelle abnehmen lassen.

Selbst, wenn noch keine Nebelscheinwerfer am Kfz verbaut sind, kann es sein, dass die Verkabelung dafür bereits vorhanden ist. Ist das nicht der Fall und haben Sie folglich keine Anhaltspunkte dafür, wo die Nebelscheinwerfer platziert werden sollen, beachten Sie Folgendes:

  • Anbauhöhe: mindestens 25, maximal 80 cm über der Fahrbahn
  • Nicht oberhalb des Abblendlichts verbauen
  • Seitenabstand (zur Fahrzeugseite): 40 cm

Die Nebelscheinwerfer werden vorne montiert. Hinten befinden sich ähnliche Lichter. Hierbei handelt es sich dann um sogenannte Nebelschlussleuchten. Diese sollen das Kfz bei schlechter Sicht auch für den nachfolgenden Verkehr sichtbar machen, diesen aber nicht blenden.

Darf man mit eingeschaltetem Nebelscheinwerfer als Tagfahrlicht fahren? Nein. Als Tagfahrlicht dürfen höchstens das Abblendlicht oder spezielle Tagfahrleuchten benutzt werden. In der Regel gelten Nebelscheinwerfer als Tagfahrlicht zu hell. Sie könnten andere Verkehrsteilnehmer blenden.

Nebelscheinwerfer in Kombination mit anderer Beleuchtung

Besonders im Nahbereich wird das Licht von den Wassertropfen (bei Nebel oder Regen) reflektiert und der Fahrer blendet sich selbst.

Weil die Nebelscheinwerfer-Leuchte tiefer strahlt und damit den Bereich von unten ausleuchtet, wird die Eigenblendung verhindert oder wenigstens verringert. Nach StVZO ist bei Nebelscheinwerfen außerdem gelbes Licht erlaubt. Das liegt daran, dass die gelbe Farbe den Blendeffekt reduziert.

Standlicht und Nebelscheinwerfer können problemlos zusammen verwendet werden. Auch in dieser Kombination ist die Gefahr der Eigenblendung gering.

Es gibt auch Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht-Funktion. Dieses leuchtet beim Abbiegen die Kurve aus. Meist wird es durch den Blinker oder den Lenkradeinschlag aktiviert.

Nebelscheinwerfer: Wann sind sie erlaubt? Für Motorräder gelten dieselben Regeln wie für Autos.

Nebelscheinwerfer: Wann sind sie erlaubt? Für Motorräder gelten dieselben Regeln wie für Autos.

Nebelscheinwerfer für das Motorrad: Diese Vorschriften gelten

Die Benutzung vom Nebelscheinwerfer ist nicht nur Autofahrern vorbehalten. Ein Motorrad, das noch nicht über das Zusatzlicht verfügt, kann nachgerüstet werden. Maximal zwei Nebelscheinwerfer sind zulässig.

Sie müssen mindestens 25 cm über der Fahrbahn angebracht werden, dürfen aber nicht oberhalb des Abblendlichts liegen. Die Schaltung muss dort funktionieren, wo auch das Abblend-, Fern- und Standlicht betätigt wird.

Wann darf ich Nebelscheinwerfer einschalten?

Manchmal sind Nebelscheinwerfer ohne Nebel (bei Regen) nützlich. Vorschriften finden sich in § 17 Abs. 3 StVO. Nebelscheinwerfer sind dann erlaubt, wenn …

  • die Sichtverhältnisse auch das normale Abblendlicht erforderlich machen,
  • die Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen behindert wird.

Konkret heißt es in § 17 Abs. 3 StVO:

Behindert Nebel, Schneefall oder Regen die Sicht erheblich, dann ist auch am Tage mit Abblendlicht zu fahren. Nur bei solcher Witterung dürfen Nebelscheinwerfer eingeschaltet sein. Bei zwei Nebelscheinwerfern genügt statt des Abblendlichts die zusätzliche Benutzung der Begrenzungsleuchten. An Krafträdern ohne Beiwagen braucht nur der Nebelscheinwerfer benutzt zu werden. Nebelschlussleuchten dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt.

Demnach ist außerdem darauf zu achten, dass Krafträder die Nebelscheinwerfer einschalten dürfen, ohne gleichzeitig das Abblendlicht nutzen zu müssen.

Nebelscheinwerfer dürfen innerorts bei einer Sichtweite von 60 – 70 Metern genutzt werden. Außerorts dürfen die Zusatzlichter bereits bei 100 – 120 Metern Sichtweite eingeschaltet werden. Auf der Autobahn rechtfertigen 150 Meter Sichtweite die Verwendung von Nebelscheinwerfern.

Nebelschlussleuchten sind noch strenger geregelt. Erst wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt, dürfen Sie diese aktivieren und sich so für den nachfolgenden Verkehr besser sichtbar machen.

Bußgeld bei Nebelscheinwerfer-Missbrauch

Bei missbräuchlicher Benutzung der Scheinwerfer droht ein Bußgeld. Wer trotz guter Sichtverhältnisse Nebelscheinwerfer oder Nebelschlussleuchten aktiviert, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro rechnen. Kommt es zu einem Unfall, liegt das Bußgeld bei 35 Euro.

In der Schweiz wird im Übrigen von Nebellicht am Auto gesprochen, nicht vom Nebelscheinwerfer. In Österreich hieß es früher Breitstrahler.
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