Welche Schadstoffklasse hat mein Auto?

Emissionsklasse: Die Abstufung soll die Luft in Städten verbessern.

Emissionsklasse: Die Abstufung soll die Luft in Städten verbessern.

Das Thema Schadstoffklasse wird in Deutschland immer heftiger diskutiert. Dabei gibt es Abgasnormen schon lange. Nur sind diese über die Jahre strenger geworden und das zu Recht, wie es scheint, denn die Emissionswerte in manchen Städten übersteigen die Grenzwerte um ein Vielfaches.

Dieselskandal, E-Autos und drohende Fahrverbote in einigen besonders belasteten Städten – all dies sind Themen, für die die Emissionsklasse eine wesentliche Rolle spielt, schließlich dient sie hauptsächlich dem Zweck der Reduzierung der Luftverschmutzung.

Wie finden Sie heraus, welche Schadstoffklasse Ihr Auto hat und mit welchen Schadstoffklassen dürfen Diesel-Pkw in Umweltzonen unterwegs sein? Lesen Sie hier alles rund um das Thema Schadstoffklasse nach.

Was ist die Abgasnorm? Die Abgasnorm legt die Grenzwerte für den Ausstoß von Schadstoffen für Fahrzeuge fest. EU-weit gelten bestimmte Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickstoffoxiden (NOx) und Kohlenwasserstoffen (CnHm). Dabei spielen Partikelmasse und Partikelanzahl eine Rolle.

Schadstoffklassen im Überblick

Die Schadstoffklasse wird durch die Umweltplakette angezeigt. Nur bestimmte Klassen dürfen Umweltzonen befahren.

Die Schadstoffklasse wird durch die Umweltplakette angezeigt. Nur bestimmte Klassen dürfen Umweltzonen befahren.

Im September 2015 wurde die bis dato gültige Euro-5-Regelung durch die Abgasnorm Euro 6 ersetzt. Damit wurden auch die Emissionsgrenzwerte für Pkw strenger. Je nach Motor und Fahrzeugtyp gibt es hier Unterschiede, weshalb die Emissionsklasse je nach Auto bzw. Fahrzeugtyp variieren kann.

Alle Fahrzeuge müssen deshalb regelmäßig zur Abgasuntersuchung. Je nach Ergebnis erhalten Sie dabei auch die Umweltplakette.

Es heißt im Übrigen Euro-Schadstoffklasse, weil die deutschen Gesetze stark an Verordnungen und Richtlinien des Europarates angelehnt sind. Hier ist man seit einiger Zeit bestrebt durch die Einführung einer Norm innerhalb von ganz Europa den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Derzeit gibt es die Schadstoffklassen Euro 1 bis 6. Weiterhin gilt hinsichtlich der Schadstoffklasse, insbesondere auch für Dieselfahrzeuge, das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG).

Entnehmen Sie die Schadstoffklassen folgender Tabelle:

Schlüs­sel­num­merEm­is­sions­klas­se (Eu­ro­norm)
01, 02, 03, 04, 09, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 21, 22, 771
25, 26, 27, 28, 29, 34, 35, 40, 41, 49, 712
30, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 613
32, 33, 38, 39, 43, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 704
35AO bis 35MO5
36NO bis 36YO6
00, 05,06,07,08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88son­sti­ge

Schadstoffgruppen: rote, gelbe, grüne und blaue Umweltplaketten

Insbesondere Städte und Stadtzentren haben mit erhöhter Feinstaubbelastung zu kämpfen. Deshalb wurden vielerorts Umweltzonen eingerichtet. Anhand der Beschilderung wissen Autofahrer, mit welchen Pkw-Schadstoffklassen Sie das jeweilige Gebiet befahren dürfen.

Die Kfz-Schadstoffklassen lassen sich in Gruppen unterteilen. Für eine einfache Erkennbarkeit werden diese nach Farben unterschieden: Rot, Gelb und Grün. Außerdem ist noch eine blaue Plakette im Gespräch, diese soll nur solchen Fahrzeugen gewährt werden, die Schadstoffklasse 6 oder besser haben.

Ein Auto mit beispielsweise Schadstoffklasse Euro 4 erhält die grüne Plakette und darf alle Umweltzonen befahren. Mit Schadstoffklasse Euro 2 ist die grüne Plakette ausgeschlossen. Hier gibt es stattdessen in der Regel die rote Plakette.

Die Einführung der Schadstoffklasse soll dem Klima helfen.

Die Einführung der Schadstoffklasse soll dem Klima helfen.

Es gibt noch eine weitere Abstufung nur für die Diesel-Schadstoffklasse. Diese werden mit 6a, 6b, 6d usw. beziffert. Hier wird der Gesetzgeber sehr spezifisch, denn er bezieht sich auf ganz bestimmte Fahrzeuge, ähnlich wie bei Schadstoffklasse D3 oder D4.

Wenn Sie bei der Emissionsklasse für ein Auto auf Emissionsklasse Euro 6 W stoßen, meint diese in der Regel die Abgasnorm Euro 6b einer bestimmten Fahrzeugklasse. Bei solch spezifischen Fällen gibt im Zweifelsfall das Kraftfahrt-Bundesamt Auskunft.

Bußgelder bei falscher Schadstoffklasse

Die Schadstoffklasse eines Autos sollte immer gut sichtbar sein. Dafür wurden die sogenannten Umweltplaketten eingeführt. Es handelt sich hier um runde, farbige Aufkleber, die nicht nur die Emissionsklasse angeben, sondern anhand der Farbe auch noch auf die Umweltzonen hinweisen, die das Fahrzeug damit befahren darf.

Wer sich jetzt fragt: „Welche Schadstoffklasse hat mein Auto eigentlich?“, der sollte es schleunigst herausfinden, denn gerade in Städten ist es in manchen Bezirken längst nicht mehr erlaubt ohne eine bestimmte Umweltplakette zu fahren. In der Regel steht die Schadstoffklasse im Fahrzeugbrief.

Ein Verstoß gegen den Immissionsschutz wird mit Bußgeldern geahndet. Bis zu 80 Euro werden fällig, wenn Sie ohne, oder mit der falschen Umweltplakette eine Umweltzone befahren. Entnehmen Sie weitere Bußgelder, der Tabelle:

Ver­stoß ge­gen die Um­weltSank­tion
Oh­ne er­sich­tlich­en Grund Lärm- oder Ab­ga­se ver­ur­sacht10 EUR
Grund- und nutz­lo­ses Hin- und Her­fah­ren (in­ner­halb ge­schlos­se­ner Ort­schaf­ten)20 EUR
Be­schmut­zung der Stra­ße ohne Kenn­tlich­mach­ung oder Be­sei­ti­gung10 EUR
Be­schmut­zung an­de­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer auf­grund mang­eln­der Um­sicht10 EUR
Ge­fähr­dung durch Lie­gen­lassen/­Nicht­be­sei­tigen von Ge­gen­stän­den auf der Fahr­bahn60 EUR + 1 Punkt
In ei­ner Um­welt­zo­ne ohne gül­ti­ge Um­welt­zone ge­fah­ren80 EUR

Emissionsklasse ermitteln mit Fahrzeugschein

Um die Schadstoffklasse Ihres Kfz zu ermitteln genügt meist ein Blick in die Papiere.

Um die Schadstoffklasse Ihres Kfz zu ermitteln genügt meist ein Blick in die Papiere.

Weil die Schadstoffklassen je nach Fahrzeugtyp und Motor unterschiedlich sind, wird die Schadstoffklasse von Motorrad und Lkw niemals die gleiche sein. Genauso ist die Schadstoffklasse von einem Wohnmobil sicherlich anders als von einem Pkw.

Das hat unter anderem mit dem Gewicht zu tun, denn je schwerer ein Kfz, desto mehr Kraft braucht der Motor. Für Kfz über 3,5 Tonnen, also für Busse und Lkw, wird die Schadstoffklasse durch römische Ziffern I-VI angezeigt.

Die Schadstoffklasse ermitteln Sie beim Lkw genauso wie bei einem Pkw. Die Unterschiede werden durch die Schlüsselnummern zur Schadstoffklasse im Fahrzeugschein angegeben.

„Welche Schadstoffklasse habe ich?“ Berechnen lässt sich das normalerweise nicht. Allerdings können Sie die Schadstoffklasse ganz leicht ermitteln, in dem Sie im Fahrzeugbrief nachsehen. Genauer gesagt, lässt sich die Emissionsklasse anhand der Schlüsselnummer ableiten, die sich in Ziffer 14 oder 14.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I findet.

Die Schadstoffklasse zeigt eine Plakette an. Diese werden in Form von Aufklebern an der Windschutzscheibe sichtbar im Auto angebracht. Sie kosten in der Regel sieben Euro und sind bei technischen Diensten (TÜV, Dekra) oder der Zulassungsstelle erhältlich.

Schadstoffklasse ermitteln ohne Fahrzeugschein

Das Thema Schadstoffklasse betrifft vor allem Städte. Vielerorts wurden deshalb Umweltzonen eingerichtet.

Das Thema Schadstoffklasse betrifft vor allem Städte. Vielerorts wurden deshalb Umweltzonen eingerichtet.

Wie bereits erklärt ist die Schadstoffklasse nicht im Kfz-Schein als solche angegeben. Vielmehr müssen Sie diese anhand der unter Ziffer 14 bzw. 14.1 genannten Schlüsselnummer ableiten.

Es ist auch möglich die Schadstoffklasse zu ermitteln ohne Fahrzeugschein. Zur Glaubhaftmachung der Emissionsklasse gibt es laut Leitfaden für Schadstoffklassen zwei Möglichkeiten:

  • Vorlage einer Herstellerbescheinigung, aus der die Motorengenehmigung bzw. die Genehmigung des Partikelminderungssystems hervorgeht.
  • Nachweis der Motorengenehmigung/Genehmigung des Partikelminderungssystems durch einen Sachverständigen.
  • Im Einzelfall können unter Umständen auch andere Unterlagen als Nachweis akzeptiert werden.

Verunsichert durch die Veränderungen in der Klima- und Abgaspolitik möchten viele Autofahrer genau wissen: Welche Schadstoffklasse ist die beste? Für Umwelt und Klima sind sicherlich die höheren Emissionsklassen mit dem geringsten Schadstoffausstoß das Beste. Wer sich allerdings für einen als etwas sauberer geltenden Benziner entscheidet, muss auch die höheren Benzinkosten in Kauf nehmen.

Während früher Abgasnorm und Hubraum für die Kfz-Steuer eine Rolle spielten, gibt es heute nur noch abweichende Steuersätze für Fahrzeuge, die nicht mehr die Euro-3-Abgasnorm erfüllen. Auch Diesel-Pkw, die über keinen Rußpartikelfilter verfügen, sind davon betroffen.
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