Schmerzensgeld: Müssen Kinder Ersatzansprüche begleichen?

Schmerzensgeld: Für ein Kind unter sieben Jahren gilt § 828 Absatz 1 BGB.

Schmerzensgeld: Für ein Kind unter sieben Jahren gilt § 828 Absatz 1 BGB.

Unfälle im Straßenverkehr ereignen sich zumeist plötzlich und unvorhergesehen. Im Anschluss daran gilt es sodann zahlreiche Dinge zu erledigen. Es muss Kontakt zur Versicherung aufgenommen und geklärt werden, wer gegen wen welche Ersatzansprüche geltend machen kann.

Doch wie verhält es sich eigentlich, wenn ein Unfall nicht durch einen Erwachsenen verursacht wurde, sondern durch einen Minderjährigen? Muss Schmerzensgeld auch durch Kinder geleistet werden oder sind diese von jeglichen Ansprüchen, egal in welcher Höhe, befreit? Im folgenden Ratgeber haben wir uns dieser Frage gewidmet und Ihnen einige wichtige Informationen rund um das Thema zusammengestellt.

Schadensersatz & Schmerzensgeld: Haftet ein Kind unter sieben Jahren?

Bei der Frage danach, ob Schmerzensgeld auch durch Kinder gezahlt werden muss oder stattdessen die Eltern die Kosten tragen, gilt es stets zu differenzieren. In Bezug auf Kinder unter sieben Jahren ist die Regelung von § 828 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) eindeutig und unmissverständlich. Hierin ist festgelegt, dass sie für einen Schaden, den sie einem anderen zufügen, nicht verantwortlich sind, unabhängig davon, ob es sich um einen Sach- oder Personenschaden handelt.

In Betracht kommt in derartigen Fällen indes die Haftung der Eltern oder Betreuer für Schäden, wobei es hier auch stets die entsprechende Aufsichtspflichtverletzung zu beweisen gilt.

Kinder zwischen sieben und zehn Jahren

Schmerzensgeld: Bei Kindern muss stets nach dem Alter differenziert werden.

Schmerzensgeld: Bei Kindern muss stets nach dem Alter differenziert werden.

Ob Schmerzensgeld durch Kinder zwischen sieben und zehn Jahren zu zahlen ist, ist wiederum nicht pauschal zu beantworten. Laut § 828 Absatz 2 BGB ist bei Minderjährigen zwischen sieben und zehn Jahren nämlich die jeweilige Gesinnung zu berücksichtigen, wenn sie einen Unfall im Straßenverkehr verursacht habe. Handelte das Kind in fahrlässiger Art und Weise, so haftet es nicht für diejenigen Schäden, die es einer anderen Person zugefügt hat.

Bei vorsätzlichem Handeln hingegen sieht das anders aus: Besagter Regelung zufolge ist eine Haftung in derartigen Fällen zu bejahen.

Zahlen Kinder unter 18 Jahren Schmerzensgeld?

Für Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, greift schließlich die Regelung des § 828 Absatz 3 BGB. Kann nicht bereits aufgrund der ersten beiden Absätze eine Haftung ausgeschlossen werden, ist im Übrigen entscheidend, welche Einsichtsfähigkeit die unter 18-jährige Person mit sich bringt. Generell wird eine höhere Einsichtsfähigkeit angenommen, je älter das Kind – bzw. der Jugendliche – ist.

Relevant ist somit stets der Einzelfall. Zudem muss auch hier hinterfragt werden, ob die Eltern ansonsten infolge einer Verletzung ihrer Aufsichtspflicht haften.
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