Bußgeldkatalog: Hecke schneiden

Hier finden Sie die aktuellen Bußgeldkataloge 2017 für die einzelnen Bundesländer, die die Bußgelder definieren für das Beschädigen oder entfernen einer Hecke:

BundeslandBußgelder für illegale Beseitigung oder Beschädigung von Hecken
Baden-Württemberg(keine Angaben)
Bayern50 Euro bis 15.000 Euro
Berlin(keine Angaben)
Brandenburg50 Euro bis 1.000 Euro
Bremen50 Euro bis 7.500 Euro
Hamburg(keine Angaben)
Hessen(keine Angaben)
Mecklenburg-Vorpommern100 Euro bis 100.000 Euro
Niedersachsen50 Euro bis 25.000 Euro
Nordrhein-Westfalen40 Euro bis 12.500 Euro
Rheinland-Pfalz52 Euro bis 10.260 Euro
Saarland50 Euro bis 10.000 Euro
Sachsen50 Euro bis 15.000 Euro
Sachsen-Anhalt(keine Angaben)
Schleswig-Holstein (keine Angaben)
Thüringen(keine Angaben)

Richtig Hecke schneiden, aber wann? Experten raten dazu, im Februar die Schere anzusetzen und den Schnitt zu optimieren.

Richtig Hecke schneiden, aber wann? Experten raten dazu, im Februar die Schere anzusetzen und den Schnitt zu optimieren.

Das Thema „Hecken-Schneiden“ beschäftigt vor allem Grundstücksbesitzer mit eigenem Garten. Dringlicher noch wird die Frage nach dem korrekten Heckenschnitt, wenn Nachbarn involviert und die Sträucher und Pflanzen Teil einer Grenzeinrichtung sind. Nicht selten hängt der nachbarschaftliche Haussegen aufgrund vermeintlicher oder tatsächlicher Grenzverletzungen der Gärten schief. Manchmal kann da nur die Heckenschere helfen.

Dieser Ratgeber soll dabei helfen, zu verstehen, was im Bundesnaturschutzgesetz zum Heckenschnitt steht. Dabei ist im Besonderen darauf zu achten, wann Sie Ihre Hecke schneiden dürfen. Auch Details wie die zulässige Heckenhöhe zum Nachbarn sind oft genau geregelt.

Wann darf ich nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) meine Hecke schneiden?

Prinzipiell regelt Paragraph 39 BNatSchG, dass, wer eine Hecke schneiden will, den Zeitraum nicht völlig frei wählen kann, da Sträucher und Hecken von März bis Oktober nicht geschnitten werden dürfen. Im Gesetz klingt das so:

§ 39 Abs. 5 S. 2 BNatSchG

Es ist verboten, […] Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.

In der wärmeren Jahreszeit sollen Tiere und Sträucher möglichst nicht gestört werden, damit das natürliche Ökosystem in den Hecken bestehen kann. Dies gilt vor allem für öffentliche Plätze. Doch auch die Pflanzen im eigenen Garten unterliegen einem Schutz. Das gilt nicht nur für den Fall, dass Sie einen Baum fällen wollen. Hecken zu schneiden, kann unter Umständen ebenfalls ein gravierender Einschnitt in das Landschaftsbild sein.

Die genaue Auslegung des Gesetzes ist Ländersache. So herrschen in jedem Bundesland abgewandelte Regeln, was zum Teil auch den leicht unterschiedlichen Vegetationen der Regionen geschuldet ist. So kommt es, dass sogar kleine Kommunen und Gemeinden eigene Vorgaben haben, nach denen sich Grundstückbesitzer jeweils richten müssen.

Dabei ist es stets gestattet, „Pflegeschnitte“ anzusetzen oder totes Holz aus dem Gesträuch zu entfernen. Der Zeitpunkt ist dabei egal.

Regeln zum Hecke-schneiden sind Ländersache

Die Regeln im Bundesnaturschutzgesetz zum Heckenschnitt sollen Tiere und Pflanzen schützen.

Die Regeln im Bundesnaturschutzgesetz zum Heckenschnitt sollen Tiere und Pflanzen schützen.

Beim zuständigen Bezirksamt können Sie alle Bestimmungen einholen, wenn Sie ihre Hecke schneiden wollen. Der Vogelschutz ist dabei nur ein Aspekt, der von Region zu Region unterschiedlich ausfällt. Einige Beispiele:

In Nordrhein-Westfalen gilt der oben zitierte Paragraph unverändert. Neben dem Hecke-Schneiden ist in NRW auch das Auf-den-Stock-Setzen während besagter Zeit untersagt. Das radikale Ansetzen der Heckenschere, um die Äste bis zu den „Stöcken“ abzuschneiden, hat eine gravierende Änderung der Form der Heckenpflanzen zur Folge und ist daher zu besagtem Zeitpunkt bis September untersagt.

Dagegen ist die Gesetzgebung in anderen Regionen etwas differenzierter. Fürs Hecke-Schneiden ist in Hamburg beispielsweise entscheidend, dass nicht mehr als ein Jahreszuwachs gestutzt wird.

„Wer muss die Hecke schneiden?“ – Eine Hecke auf der Grenze kann zu Reibereien unter Nachbarn führen

Oftmals teilen sich Nachbarn mit Garten als Grenzbepflanzung eine Hecke. Will ein Nachbar diese schneiden, sollte er sich mit dem anderen abstimmen, da andernfalls für den Verlust der Hecken Schadensersatzansprüche entstehen können. Denn ein neuer Schnitt der Hecke kann durchaus als Sachbeschädigung ausgelegt werden.

Es gibt zwar in Deutschland kein einheitliches „Nachbarschaftsrecht“, doch die Hecke ist juristisch gesehen eine „Grenzeinrichtung“, deren Pflege beiden Parteien zu gleichen Teilen zukommt.

Die Höhe der Hecke zum Nachbarn

Im Ordnungsrecht ist es abermals Ländersache, welche Höhe Hecken haben dürfen, ohne dass der Nachbar die Hecke schneiden und kürzen muss. Die meisten Bundesländer haben festgelegt, dass die Heckenpflanzen nicht höher sein dürfen als zwei Meter, wenn der Abstand zum Nachbarhaus die minimal einzuhaltenden 50 Zentimeter beträgt. Andernfalls muss die Heckenschere angesetzt werden.

Im Saarland beträgt die Maximalhöhe 1,5 Meter bei einem 50-Zentimeter-Abstand. In Rheinland-Pfalz dagegen muss das Gewächs mindestens 75 Zentimeter Abstand haben. Andernfalls kann der Nachbar verlangen, diese zu schneiden, um den eigenen Garten zu schützen.

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