Fahrradstraße: Meist nur für Radfahrer freigegeben

Für eine Fahrradstraße gilt die StVO  und muss entsprechend beachtet werden.
Für eine Fahrradstraße gilt die StVO und muss entsprechend beachtet werden.

Der Begriff „Fahrradstraße“ scheint für viele Autofahrer immer noch ein Fremdwort zu sein. Das kann durchaus auch daran liegen, dass diese speziellen Verkehrsbereiche für Radfahrer noch nicht oft anzutreffen sind. Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigte Straßen sind dagegen den meisten Verkehrsteilnehmern geläufig.

Doch was ist eine Fahrradstraße genau? Welche Verkehrsregeln gelten hier? Sowohl Autofahrer als auch Radfahrer sind bei diesen Fragen eher weniger bewandert und können oft mit dem Verkehrsschild, das eine Fahrradstraße ausweist, nichts anfangen.

Was es in diesem Verkehrsbereich zu beachten gilt, was die Straßenverkehrsordnung (StVO) zur Fahrradstraße bestimmt und wer diese nutzen darf, betrachtet der nachfolgende Artikel näher.

Fahrradstraße: Eine Definition

In der sogenannten Fahrrad-Novelle zur StVO wurde 1997 definiert, dass eine Fahrradstraße vorrangig für die Nutzung durch den Radverkehr vorgesehen ist. Die Regelung bezieht sich üblicherweise auf die Fahrbahn der Straße, jedoch nicht auf die Fußwege. Radfahrer dürfen auf diesen Straßen auch nebeneinander fahren und haben gegenüber anderem Verkehr Vorrang.

Das Verkehrszeichen 244 weist eine Fahrradstraße aus.
Das Verkehrszeichen 244 weist eine Fahrradstraße aus.

Ebenso können Radfahrer in einer Fahrradstraße die gesamte Fahrbahn nutzen, was diese von einem Radweg oder einem Radfahrstreifen unterscheidet. Eine Fahrradstraße ist im Gegensatz zu diesen auch nicht durch Markierungen oder bauliche Maßnahmen, wie einem Bordstein oder einem speziellen Belag, abgegrenzt.

Eine solche Straße, die dem Radverkehr gewidmet ist, kann Teil einer Radverkehrsanlage sein, muss dies aber nicht.

Der Vorrang des Radverkehrs soll mehr Sicherheit für die Radfahrer bringen, denn in der Regel dürfen Kfz diese besondere Straßen nur befahren, wenn dies durch zusätzliche Verkehrsschilder erlaubt ist. So ist oft nur das Befahren durch Anlieger oder den Lieferverkehr gestattet.

Bei einer Fahrradstraße handelt es sich üblicherweise um eine bereits vorhandene Straße in einer Gemeinde oder Stadt, die umgewidmet wurde. Baulich wird sie meist nicht besonders hervorgehoben.

Fahrradstraße: Welche Verkehrsregeln und Zeichen gelten?

Auch wenn dieser Bereich in der Regel nur dem Radverkehr vorbehalten ist, müssen geltende Verkehrsregeln beachtet werden. Eine solche Fahrradstraße unterliegt der StVO im gleichen Maße wie alle anderen Straßen und Verkehrsteilnehmer.

Eingerichtet werden kann eine dem Radverkehr gewidmete Straße nach der allgemeinen Verwaltungsvorschrift der StVO. Diese besagt, dass eine Fahrradstraße angeordnet werden kann, wenn der Radverkehr in diesem Bereich die vorherrschende Verkehrsart ist oder eine Entwicklung dahin zu erwarten ist.

Die Gemeinden ordnen also eine Fahrradstraße an. Diese wird dann durch das Verkehrszeichen 244 ausgewiesen. Das viereckige Schild zeigt auf weißem Hintergrund den blauen Kreis mit dem weißen Fahrradpiktogramm sowie darunter, in schwarzer Schrift, „Fahrradstraße“. Das Verkehrszeichen “Fahrradstraße” kann auf andere Arten der Nutzung erlauben und auf diese hinweisen.

Eine Fahrradstraße kann mit
Eine Fahrradstraße kann mit “Anlieger frei” gekennzeichnet und so für bestimmte Kfz zugänglich sein.

Soll eine Nutzung auch durch andere Fahrzeuge stattfinden, wird dies durch zusätzliche Verkehrszeichen angezeigt. So kann sich beispielsweise unter dem Wort „Fahrradstraße“ ein „Anlieger frei“ oder ein „Kfz-Verkehr frei“ befinden.

Dürfen Kraftfahrer diese Straße befahren, müssen sie sich dem Radverkehr anpassen, denn dieser hat in einer Fahrradstraße Vorfahrt. Eine Behinderung oder gar eine Gefährdung soll so verhindert werden. So ist es besonders wichtig, dass in einer Fahrradstraße die Geschwindigkeit entsprechend angepasst wird. Die Höchstgeschwindigkeit darf in diesem Bereich 30 km/h nicht überschreiten.

In einer Fahrradstraße zu parken, ist nur dann erlaubt, wenn diese für einen anderen Verkehr freigegeben ist, andernfalls ist dies untersagt. Zudem kann das Parken auch durch zusätzliche Schilder eingeschränkt oder auch gänzlich untersagt sein.

Oft ist auch das Inlineskaten oder Rollschuhfahren in solchen Fahrradstraßen freigegeben und durch Verkehrszeichen gestattet. Ist dies nicht der Fall, dürfen diese Aktivitäten nur auf dem Fußweg stattfinden. Kinder unter acht Jahren, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, müssen auch in einer Fahrradstraße auf dem Fußweg fahren.

FAQ: Fahrradstarße

Wann handelt es sich um eine Fahrradstraße?

In der Regel ist eine Fahrradstraße vorrangig dem Radverkehr gewidmet und darf von anderen Verkehrsteilnehmern nur befahren werden, wenn dies durch Zusatzzeichen erlaubt ist.

Wie ist eine Fahrradstraße ausgewiesen?

Das Verkehrszeichen 244 weist eine Fahrradstraße aus.

Gelten besondere Verkehrsregeln in der Fahrradstraße?

Es gelten auch in einer Fahrradstraße die Vorschriften der StVO. Radfahrer müssen also auch hier an die Vorschriften halten. Ist die Nutzung für andere Fahrzeuge erlaubt, müssen diese sich dem Radverkehr anpassen.

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Fahrradstraße: Meist nur für Radfahrer freigegeben
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{ 8 Kommentare… add one }
  • Gerd 31. März 2019, 9:39

    Dürfen Wohnmobile, Müllwagen, Umzugs-Lkw etc. In Fahrradstrassen fahren und ggfls. parken wenn die Fahrradstrasse für Kfz-Verkehr erlaubt Ist?

    • bussgeld-info.de 30. April 2019, 11:37

      Hallo Gerd,
      Kfz dürfen in einem solchen Fall die Fahrradstraße nutzen, die Radler haben allerdings Vorrang.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Thomas 3. Dezember 2019, 11:49

    Ich möchte die Fahrradstrasse mit meinem Roller/ Motorrad nicht befahren sondern schiebe es mit abgeschaltetem Motor. Das dürfte nicht verboten sein da ich mich dann ja wie als Fussgaenger verhalte.
    Bei Zeichen 260 darf ein Motorrad ja auch geschoben werden.

  • Thomas 7. Januar 2020, 18:54

    Ich möchte die Fahrradstrasse mit meinem Roller/ Motorrad nicht befahren sondern schiebe es mit abgeschaltetem Motor. Das dürfte nicht verboten sein da ich mich dann ja wie als Fussgaenger verhalte.
    Bei Zeichen 260 darf ein Motorrad ja auch geschoben werden.
    Dadurch erspare ich mir einen Umweg.

    Wie ist das nun??

  • Thomas 8. Februar 2020, 17:37

    Hallo Bussgeld info,
    offensichtlich ist diese Frage schwierig zu beantworten da schon seit über 2 Monaten in Bearbeitung.
    Macht Ihr da noch etwas?
    Angesichts zunehmender Fahrradstraßen wird sich diese Problematik für Roller / Motorradfahrer immer
    öfter stellen und das Schieben eben eines solchen Fahrzeuges kann von Vorteil sein um große Umwege zu vermeiden.
    Ich möchte die Fahrradstraße mit meinem Roller/ Motorrad nicht befahren sondern schiebe es mit abgeschaltetem Motor. Dadurch erspare ich mir einen deutlichen Umweg und kann dann auf einer anderen öffentlichen Straße
    weiterfahren.
    Wie ist das nun??

    • bussgeld-info.de 4. März 2020, 11:36

      Hallo Thomas,

      zunächst möchten wir uns für die verspätete Antwort entschuldigen. Aufgrund der kürzlich vom Bundesrat beschlossenen Reform der StVO sind die Kapazitäten in unserer Redaktion derzeit stark ausgelastet, weshalb wir uns den Nutzerfragen leider nicht zeitnah widmen können.

      Nun zu Ihrer Frage: Wenn Sie ein Fahrzeug schieben, gelten Sie rechtlich als Fußgänger und sind grundsätzlich dazu verpflichtet, den Gehweg zu benutzen. Würden Sie durch das Schieben Ihres Fahrzeugs allerdings andere Fußgänger auf dem Gehweg behindern bzw. ist gar kein Gehweg an dieser Stelle vorhanden, müssen Sie die Fahrbahn nutzen. Handelt es sich in diesem Fall um eine Fahrradstraße, müssen Sie dabei beachten, dass der Radverkehr weder behindert noch gefährdet werden darf. Soll heißen: Im Zweifelsfall müssen Sie den Radfahrern ausweichen und nicht umgekehrt.
      Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft haben Sie Ihr Fahrzeug entlang des rechten oder ggf. linken Fahrbahnrands zu schieben, außerorts nur am linken Fahrbahnrand.

      Ihr Bussgeld-info Team

  • Jörg 3. Mai 2020, 23:32

    Bei mir ist ein asphaltierter Feldweg zur Fahrradstraße mit “Anlieger frei” umgewidmet worden. Der Weg wird aber immer noch gerne als Schleichweg benutzt auch von Leuten aus der benachbarten Großstadt.

    Welcher Bußgeldtatbestand ist das?
    Kommt er Tatbestand “Straße verbots­widrig befah­ren” infrage?
    Die Polizei scheint es auch nicht zu wissen.

  • rabethge 8. Mai 2020, 9:17

    es gibt bei jeder art von verkehsteilnehmern rowdys, überheblichkeit und ignoranten die selbstverständlich an keine regeln halten.
    es sind nicht immer die autofaher die schuld heben. keiner zwindt die autohersteller sauber im stand laufende e autos zu beuen, obwohl schon lane gute sachen gibt. warum müssen innerstädtische grünflächen verschwinden um dort einkaufscenter oder
    luxuswonungen zu bauen, ist ja für die kommunen lukrativer als grün. warum muß an jeder kreuzung eine ampel stehen und auf einfallstraßen 30 km/h angeordnet werden um die co² – werte zu senken. wo jedes ungebohrene kind schon weis das beim stand laufende motoren mehr schadstoffe ausstößt als beim fahren, deshalb ist ja warlaufen lassen die umwelt belastet und dehalb auch untersagt ist.

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