Grüne Umweltplakette – wann und wie erhalten Sie diese?

Die grüne Umweltplakette ermöglicht mehr Mobilität in Großstädten.

Die grüne Umweltplakette ermöglicht mehr Mobilität in Großstädten.

Besonders in deutschen Großstädte fällt es mittlerweile auf: Flächendeckend werden Schilder aufgestellt, die den Beginn oder das Ende einer “Umweltzone” verkünden und somit Autofahrern signalisieren: In diesem Bereich ist der Verkehr von Kraftfahrzeugen beschränkt. Die Umweltzonen sind eine Antwort auf die ansteigende Abgasbelastung in der Luft, auf erhöhte Feinstaubwerte und auf negative Schlagzeilen, die mit Umweltverschmutzung in Verbindung stehen.

Seit 2007 gilt in Deutschland eine entsprechende Verordnung, die die Weichen für die Reduzierung der Schadstoffbelastung stellt. Eine der größten Neuerungen der Verordnung waren die rote, gelbe und grüne Umweltplakette. Hat Ihr Kfz die grüne Plakette, dann stehen Ihnen mehr Stadtgebiete offen als mit den anderen beiden. Doch wie erhalten Sie die Umweltplakette in Grün? Ist die grüne Plakette mit besonderen Kosten verbunden? Dieser Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wann benötigen Sie eine grüne Umweltplakette und wie erhalten Sie diese?

In Deutschland gibt es bereits einige Städte, die Feinstaub und anderen Abgasen mit Umweltzonen den Kampf angesagt haben. Dazu gehören unter anderem Berlin, Köln, Stuttgart, Dortmund und Hannover. Wenn Sie also in diesen und anderen Städten mit dem Auto fahren wollen, dann sollten Sie darauf achten, dass Ihr Fahrzeug über die grüne Umweltplakette verfügt. Der Erhalt einer grünen Plakette ist jedoch mit verschiedenen Voraussetzungen verbunden. Schließlich sollen Umweltzonen dafür sorgen, dass Ausstöße reduziert und die lokale Belastung verringert wird.

Diese Kriterien sind in der Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgelegt. Dieses teilt Kraftfahrzeuge in verschiedene Schadstoffgruppen ein, die wiederum den dreifarbigen Plaketten zugeordnet werden. Ursprünglich gab es vier Schadstoffgruppen, von denen die erste gar keine und die zweite die rote Plakette erhielt, die dritte die gelbe und die vierte die grüne Umweltplakette.

Woher kann die grüne Umweltplakette kommen?

Woher kann die grüne Umweltplakette kommen?

Um herauszufinden, ob Ihr Fahrzeug für eine grüne Umweltplakette qualifiziert ist, beginnen Sie am besten mit einem Blick in Ihre Zulassungsbescheinigung (ehemals Fahrzeugschein). Im Feld 14.1 finden Sie die Schadstoffschlüsselnummer. Die letzten beiden Ziffern dieser Zahl sind relevant dafür, ob Sie für eine Plakette qualifiziert sind, oder nicht. Nach welcher Zahl Sie Ausschau halten müssen, ist je nach Motortyp unterschiedlich.

  • Um eine grüne Umweltplakette an Ihrem Auto anbringen zu können, wenn dies ein Benziner ist, benötigen Sie die Endziffer 01, 02, 14, 15, 18-75 oder 77.
  • Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter sind mit den Zahlen 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55-59, 60-70 und 73-75 qualifiziert.
  • Mit Partikelfilter sind Dieselfahrzeuge mit den Ziffern 30-33, 36-39, 42-70 und 74 qualifiziert.

In der Praxis bedeutet dies, dass beinahe alle Benziner, die mit einem geregelten Katalysator (G-Kat) ausgestattet sind, eine grüne Feinstaubplakette erhalten können. Im Zuge des Abgasskandals ist die Bewegungsfreiheit mit Dieselfahrzeugen zunehmend bedroht. In einigen Kommunen wird nun darüber diskutiert, unabhängig von der grünen Umweltplakette Fahrverbotszonen für Dieselfahrzeuge einzurichten.

Grüne Umweltplakette – woher bekommen Sie den Aufkleber?

Sie können für Ihr Fahrzeug eine grüne Feinstaubplakette auf verschiedenen Wegen erhalten. Grundsätzlich erhalten Sie die Plaketten vom TÜV. Dieser bietet aber zwei Varianten an, eine Feinstaubplakette in Grün zu kaufen. Entweder, Sie bestellen sie online, indem Sie auf der Internetseite des TÜVs ein entsprechendes Formular ausfüllen, oder Sie erwerben sie direkt an einer TÜV-Station. In beiden Fällen müssen Sie Ihren Fahrzeugschein vorzeigen, damit, wie oben angegeben, Ihr Fahrzeug auf seine Abgaswerte überprüft werden kann.

In der Regel hängt der Preis, den Sie für die Plakette bezahlen, davon ab, ob Sie sie selbst abholen oder online bestellen. Der TÜV Süd zum Beispiel berechnet für den Online-Kauf 15 Euro. Hier füllen Sie ein Online-Formular aus und erhalten die grüne Umweltplakette sodann per Post. Wenn Sie sie allerdings im TÜV-Center abholen, zahlen Sie nur sechs Euro.

Grüne Plakette am Auto anbringen und wieder entfernen – so geht’s

Wenn Sie Ihre Plakette erhalten haben, stellt sich natürlich die Frage, wie Sie diese richtig anbringen können. Schließlich riskieren Sie ein Bußgeld, wenn Sie eine grüne Bußgeldplakette falsch oder schlecht sichtbar anbringen. Wie die Plakette angebracht werden muss, regelt die Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung (BImSchV). Hier steht in Paragraph 3:

In die Plakette ist von der zuständigen Ausgabestelle im dafür vorgesehenen Schriftfeld mit lichtechtem Stift das Kennzeichen des jeweiligen Fahrzeuges einzutragen. Zur Kennzeichnung eines Kraftfahrzeuges ist die Plakette deutlich sichtbar auf der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen.

Wie bekomme ich eine grüne Umweltplakette? Alles beginnt mit einem Blick in den Fahrzeugschein.

Wie bekomme ich eine grüne Umweltplakette? Alles beginnt mit einem Blick in den Fahrzeugschein.

Die Kennzeichnung übernimmt also in der Regel der TÜV. Die Anbringung können Sie aber selbst durchführen. Dafür müssen Sie die durchsichtige Schutzfolie auf der Plakette vorsichtig von unten und oben abziehen. Achten Sie darauf, dass Sie die Klebefläche der Plakette im Innenteil nicht berühren und diese frei von Schmutz bleibt. Hier ist es ratsam, die Windschutzscheibe vorher von innen zu säubern, damit die grüne Umweltplakette sich besser anbringen lässt und sich kein Dreck darunter befindet.

Sie können die Feinstaubplakette in Grün nun auf der Innenseite der Windschutzscheibe so platzieren, dass sie Ihre Sicht bei der Fahrt nicht behindert. Zwar gibt es keine gesetzliche Vorschrift, wo genau diese angebracht werden muss, doch empfehlen wir die untere Ecke der Scheibe auf der Beifahrerseite. So wird die Sichtbehinderung auf ein Minimum reduziert.

Beachten Sie beim Anbringen auch, dass Sie die Plakette von vorneherein richtig ausrichten. Einmal angebracht kann sie nicht wieder abgezogen werden, ohne ihre Gültigkeit zu verlieren. Dass die Plakette so aufgebaut ist, dass sie sich beim Abziehen selbst zerstört, gestaltet das Entfernen etwas umständlich.

Wie also können Sie eine grüne Plakette mit Euro-4-Norm rückstandsfrei entfernen? Hierzu benötigen Sie idealerweise einen Ceranfeldschaber, Glasreiniger und ein Tuch. Besprühen Sie nun die grüne Umweltplakette mit dem Reiniger und schaben Sie sie gründlich und vorsichtig von den Rändern aus ab. Mit mehr Glasreiniger und dem Tuch können Sie anschließend mögliche Klebereste entfernen.
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