Parkschein – Alle Infos zur Quittung für die Parkgebühr

Bußgeldkatalog: Parken ohne gültigen Parkschein

ParkverstoßVerwarngeld
Parken an einer abgelaufenen Parkuhr, ohne vorgeschriebene Parkscheibe, ohne Parkschein oder mit Überschreiten der erlaubten Höchstparkdauer
… bis zu 30 Minuten10 €
… bis zu 1 Stunde15 €
… bis zu 2 Stunden20 €
… bis zu 3 Stunden25 €
… mehr als 3 Stunden30 €

Auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz benötigen Sie einen Parkschein.

Auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz benötigen Sie einen Parkschein.

Besonders in Großstädten kann die tägliche Parkplatzsuche zur Tortur werden. Die Stellflächen am Straßenrand sind kilometerweit zugeparkt und die wenigen Lücken dazwischen gehören zu Einfahrten oder unterliegen einem Parkverbot. Dann bleibt oft nur der kostenpflichtige Parkplatz, um das Auto abzustellen.

Um bei einer Kontrolle nachweisen zu können, dass die Parkgebühr auch tatsächlich bezahlt wurde, erhalten Autofahrer üblicherweise eine Quittung, die sie gut sichtbar im Fahrzeug hinterlegen müssen: den allseits bekannten Parkschein. Wir verraten Ihnen, was es mit diesem unscheinbaren Zettelchen auf sich hat.

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Wann benötige ich einen Parkschein?

Ein Parkschein ist immer dann nötig, wenn Sie Ihr Fahrzeug auf einer gebührenpflichtigen Parkfläche parken. Wenn Sie dagegen nur auf dem Parkplatz halten, müssen Sie in der Regel kein Ticket lösen.

Eine Parkgebühr kann sowohl auf einem öffentlichen als auch einem Privatparkplatz fällig sein. Auf welchen Plätzen dies der Fall ist, können Sie daran erkennen, dass das „Parken nur mit Parkschein“ durch ein Schild angezeigt wird.

Auf einem so gekennzeichneten Parkplatz befinden sich üblicherweise ein oder mehrere Automaten, an dem Autofahrer die Parkscheine kaufen können. Dazu wählen sie die beabsichtigte Parkdauer aus, bezahlen die dafür verlangte Gebühr und erhalten dann vom Automaten die Quittung in Papierform – den Parkschein. Dieser ist gut sichtbar ins Auto zu legen, damit bei einer eventuellen Kontrolle durch die Polizei oder das Ordnungsamt der Beamte den Nachweis sehen kann, dass die Parkgebühr bezahlt wurde.

Die Parkschein-Preise können übrigens von jedem Parkplatzbetreiber – sei es die Stadt oder ein Unternehmen – selbst festgelegt werden und deshalb stark variieren.

Tipp: Da nicht bei allem Parkscheinautomaten eine Zahlung per Geldkarte oder mit Scheinen möglich ist, empfiehlt es sich, immer ein paar Münzen im Auto zu haben, um evtl. einen Parkschein bezahlen zu können.

Parkschein per App oder SMS: Wie funktioniert der Parkschein auf dem Handy?

Mit einem Smartphone können Sie in manchen Städten auch einen Online-Parkschein nutzen.

Mit einem Smartphone können Sie in manchen Städten auch einen Online-Parkschein nutzen.

Mitunter geht es aber auch ganz ohne Bargeld, denn vielerorts kann inzwischen auch das Handy als Parkschein genutzt werden. Dies ist vor allem in größeren Städten in Deutschland möglich. Verschiedene Anbieter stellen zu diesem Zweck Apps zur Verfügung, mit denen Autofahrer den Parkschein online kaufen können. Sie müssen dann am Parkscheinautomat keine Papierquittung mehr ziehen, weil die Berechtigung zum Parken auf dem Server des Anbieters gespeichert wird.

Kommt ein Kontrolleur vorbei, kann er auf diese gespeicherten Daten zugreifen und überprüfen, ob ein Online-Parkschein erworben wurde. Eine enge Zusammenarbeit zwischen App-Provider und den zuständigen Ordnungsämtern ist somit Voraussetzung für dieses Verfahren.

Das genaue Vorgehen unterscheidet sich je nach App. Bei vielen Anbietern müssen Sie sich zunächst als Kunde registrieren. Mitunter erhalten Sie dann eine Vignette für Ihre Windschutzscheibe, die den Beamten anzeigt, welchen Dienst zum Online-Parken Sie nutzen. Einige Betreiber bieten Kunden, die über kein Smartphone verfügen, auch die Möglichkeit, den Parkschein per Anruf oder SMS zu lösen.

Der Vorteil beim Online-Parkschein ist der, dass in der Regel zu Anfang des Parkvorgangs keine Parkdauer angegeben werden muss, wie es beim Parkscheinautomat der Fall ist. Stattdessen können Nutzer nach ihrer Rückkehr zum Auto den Parkvorgang per App beenden, womit die tatsächliche Parkdauer minutengenau erfasst wird. Die Parkgebühr wird anschließend vom Konto des Kunden abgebucht oder taucht auf der Handyrechnung auf. Dadurch bezahlen Sie beim Online-Parkschein wirklich nur für die Zeit, die Sie tatsächlich auch geparkt haben.

Allerdings fallen für den Online-Parkschein meist weitere Kosten an als nur die Parkgebühr. Je nach Anbieter müssen Sie pro Vorgang zusätzlich mit 10 bis 50 Cent Bearbeitungsgebühr rechnen.

Kann der Online-Parkschein ablaufen?

Auf vielen gebührenpflichtigen Parkplätzen herrscht eine Höchstparkdauer. Viele Anbieter von Parkschein-Apps verfahren diesbezüglich so, dass der Kunde automatisch ausgeloggt wird, sobald er die Höchstparkdauer überschritten hat. Ab dann gilt sein Online-Parkschein als abgelaufen und er parkt unbefugt auf dem Parkplatz.

Parken mit abgelaufenem Parkschein: Teurer als ganz ohne Parkschein?

Parkschein abgelaufen: Welche Kosten erwartet Autofahrer, wenn sie erwischt werden?

Parkschein abgelaufen: Welche Kosten erwartet Autofahrer, wenn sie erwischt werden?

Ob auf dem Handy oder auf Papier: Ein abgelaufener Parkschein wird zunächst einmal genauso behandelt wie ein nicht existenter Parkschein. Es droht also prinzipiell das gleiche Verwarngeld (im Volksmund oft fälschlich bezeichnet als „Bußgeld“), wenn der Parkschein überzogen wurde, wie beim Parken ganz ohne Parkschein.

Trotzdem kann es passieren, dass ein Beamter ein unterschiedliches Verwarngeld für einen abgelaufenen Parkschein und für das Parken ohne Parkschein verhängt. Woran liegt das? Die Höhe des Verwarngelds auf dem Strafzettel richtet sich danach, wie lange das Auto ungültig geparkt wurde. Dies können Sie dem Bußgeldkatalog am Anfang dieses Ratgebers entnehmen.

Da auf dem abgelaufenen Parkschein die Parkdauer genau angegeben ist, kann der Beamte bei einer Kontrolle ablesen, wann das Ticket abgelaufen ist und wie viele Minuten das Auto seitdem unbefugt dort parkt. Bei einer Überschreitung der Parkdauer von max. einer halben Stunde sind 10 Euro fällig, bei 31 bis 60 Minuten sind es 15 Euro, bei bis zu 2 Stunden fallen 20 Euro an etc.

Liegt hingegen überhaupt kein Parkschein im Fahrzeug, weiß der Beamte zwar, dass es unberechtigt abgestellt wurde, aber eben nicht wie lange. In diesem Fall muss er von dem geringstmöglichen Verstoß ausgehen – unbefugtes Parken von bis zu 30 Minuten – und ein Verwarngeld von 10 Euro verhängen. Kommt er allerdings später am Tag erneut an dem Parkplatz vorbei und das Auto ohne Parkschein steht immer noch dort, kann er ein neues Knöllchen ausstellen und die Dauer des unbefugten Parkens entsprechend erhöhen. Dies geht dann auch mit einem höheren Verwarngeld einher.

Was ist zu tun, wenn der Parkscheinautomat defekt ist?

Ist der Automat kaputt und Sie können keinen Parkschein kaufen, müssen Sie stattdessen die Parkscheibe nutzen.

Ist der Automat kaputt und Sie können keinen Parkschein kaufen, müssen Sie stattdessen die Parkscheibe nutzen.

Wenn Sie keine Parkschein-App nutzen, bleibt Ihnen nur der Parkscheinautomat, um Ihre Parkgebühr zu zahlen. Sollte dieser allerdings defekt sein, können Sie natürlich auch keinen Parkschein ziehen.

In diesem Fall muss die Parkscheibe herhalten. Stellen Sie sie auf den Beginn Ihrer Parkdauer ein und legen Sie sie gut sichtbar hinter die Frontscheibe. Denken Sie daran, die Zeitangabe immer auf die folgende halbe bzw. ganze Stunde aufzurunden: Bei einer Ankunft um 13.15 müssen Sie die Parkuhr z. B. auf 13.30 Uhr einstellen.

Sie dürfen Ihren Parkschein auch weitergeben?

Wenn Sie früher als gedacht zu Ihrem Auto zurückkehren, ist Ihr Parkschein noch eine Weile gültig, obwohl Sie ihn gar nicht mehr brauchen. Da Sie die bereits bezahlte Gebühr nicht zurückfordern können, möchten Sie den Parkschein vielleicht lieber an einen anderen Autofahrer verschenken, statt ihn einfach wegzuschmeißen. Dies ist tatsächlich erlaubt. In diesem Fall darf der Beschenkte den Parkschein für die noch verbleibende Parkdauer für sich nutzen.

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