Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch – Was ist zu erwarten?

Eine Schmerzensgeldtabelle für einen Rippenbruch kann wie folgt aussehen:

Verletzung Schmerzensgeld und Rechtsprechung
Schmerzensgeld bei einem Rippenbruchetwa 17.900 Euro (LG Flensburg, 1995)
Fraktur der 4. und 5. Rippe etwa 6.500 Euro (LG Paderborn 2008)
Rippenserienfraktur inklusive weiterer Verletzungenetwa 30.000 Euro (OLG Celle 2002)
Rippenserienfraktur der 7.-12. Rippe links sowie der 11. und 12. Rippe rechtsetwa 30.000 Euro (LG Dortmund 2007)
Schmerzensgeld bei einer Rippenserienfraktur/Brustkorbprellungetwa 3.250 Euro (OLG München 1984)

Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch kann zugestanden werden, wenn dieser z. B. Folge eines Unfalls ist.

Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch kann zugestanden werden, wenn dieser z. B. Folge eines Unfalls ist.

Ein Unfall oder eine Unachtsamkeit kann viele Folgen haben. Einige davon sind schwerwiegender und schmerzvoller als andere. Knochenbrüche gehören sicherlich zu den schmerzhafteren Verletzungen. Doch wie sieht es hier mit einer Entschädigung aus? Gibt es Schmerzensgeld für einen Rippenbruch?

Was müssen Geschädigte tun, um beispielsweise bei einem Rippebruch Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend machen zu können? Welche Versicherung hier zuständig ist, kann von einigen wichtigen Faktoren abhängig sein. So zahlt beispielsweise bei einem unverschuldeten Unfall die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung diese besondere Form des Schadensersatzes.

Der folgende Ratgeber befasst sich mit dem Thema „Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch“ und beleuchtet, welche Schritte für Geschädigte in diesem Zusammenhang wichtig sind und wie sich die Höhe des Schmerzensgeldes ermitteln lässt.

Rippenfraktur: Schmerzhafte Folge eines Unfalls

Der Aufprall bei einem Unfall oder die Rückhaltefunktion des Gurtes können ohne äußerlich sichtbare Verletzungen enden. Doch das heißt nicht, dass keine inneren Verwundungen vorliegen. Ein Rippebruch sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

In der Regel sind die Rippen des menschlichen Körpers so gestaltet, dass sie die inneren Organe schützen und dem Oberkörper Stabilität verleihen. Ein Bruch dieser Knochen kann neben den Schmerzen auch weitere Folgen haben, nämlich zum Beispiel dann, wenn der gebrochene Knochen das Zwerchfell oder die Organe verletzt.

Daher sollten Unfallbeteiligte, bei denen Verletzungen des Oberkörpers vorliegen, auf bestimmte Symptome achten und schnellstmöglich bei einem Arzt vorstellig werden. Viele Rippenfrakturen heilen ohne eine Operation aus, sollten jedoch während des Heilungsprozess beobachtet werden.

Um bei einem Rippenbruch Schmerzensgeld zu erhalten, ist ein Arztbericht wichtig.

Um bei einem Rippenbruch Schmerzensgeld zu erhalten, ist ein Arztbericht wichtig.

Ein Arztbericht kann auch dann wichtig werden, wenn es darum geht, Schmerzensgeld für einen Rippenbruch geltend zu machen.

Haben Unfallbeteiligte Symptome, wie Schmerzen beim Ein- oder Ausatmen sowie beim Husten, Schmerzen bei einer Druckausübung auf einen bestimmten Rippenbereich sowie Schmerzen beim Drehen des Oberkörpers oder beim Vorbeugen, sollten sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

Ebenso behandeln lassen sollten sich Betroffene, wenn die Atmung stark beeinträchtigt ist und sich die Haut dadurch blau färbt, ein großes Hämatom (Bluterguss) gebildet hat oder eine Schwellung im betroffenen Bereich auftritt. Sind mehrere Rippen gebrochen, wird dies auch als Rippenserienfraktur bezeichnet. Schmerzensgeld kann es für viele Arten einer Rippenverletzung geben. Doch wann genau bestehen hier Ansprüche?

Schmerzensgeld bei einer Rippenfraktur – Die rechtlichen Grundlagen

Zivilrechtlich begründet sich ein Anspruch auf Schmerzensgeld, auch beim Rippenbruch, im Paragraphen 253 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dieser beschreibt den Anspruch auf Entschädigung bei einem immateriellen Schaden. Ein solcher liegt demnach vor, wenn es sich um Verletzungen des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung handelt.


In diesen Fällen kann eine Entschädigung in Form von Geld verlangt werden. So ist auch das Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch als ein solcher Schadensersatz zu sehen, wenn die Verletzung grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde. Liegt ein Mitverschulden des Verletzten gemäß § 254 BGB vor, kann dies die Höhe des Schmerzensgeldes beeinflussen oder dieses ausschließen. Wurde der Rippenbruch beispielsweise durch eine Schlägerei verursacht, handelt es sich um eine Körperverletzung. Regelungen hierzu finden sich im Strafgesetzbuch (StGB).

Bei Verletzungen des Körpers im Straßenverkehr begründen sich Schadensersatzansprüche auf § 11 Straßenverkehrsgesetz (StVG). In diesem heißt es dazu wie folgt:

Im Fall der Verletzung des Körpers oder der Gesundheit ist der Schadensersatz durch Ersatz der Kosten der Heilung sowie des Vermögensnachteils zu leisten, den der Verletzte dadurch erleidet, dass infolge der Verletzung zeitweise oder dauernd seine Erwerbsfähigkeit aufgehoben oder gemindert oder eine Vermehrung seiner Bedürfnisse eingetreten ist. Wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann auch eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.

Bei der letztgenannten billigen Entschädigung in Geld handelt es sich um das nach einem Autounfall mögliche Schmerzensgeld. Ein Rippenbruch ist hierbei nur eine der möglichen Verletzungen, die als Folge des Unfalls auftreten können.

Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch geltend machen

Bei einer Rippenserienfraktur ist Schmerzensgeld dann ausgeschlossen, wenn die Verletzung durch eine Erste-Hilfe-Maßnahme entstanden ist.

Bei einer Rippenserienfraktur ist Schmerzensgeld dann ausgeschlossen, wenn die Verletzung durch eine Erste-Hilfe-Maßnahme entstanden ist.

Geschädigte können ihre Ansprüche direkt beim Schädiger beziehungsweise dessen Versicherung anbringen. Hier steht meist auch die außergerichtliche Einigung zwischen den betroffenen Parteien im Vordergrund.

Weigern sich der Schädiger oder dessen Versicherung zu zahlen oder bieten eine zu geringe Entschädigung an beziehungsweise ziehen den Vorgang unnötig in die Länge, sollten Geschädigte einen Anwalt konsultieren.

Kann ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Rippen­bruch nicht außergerichtlich geregelt werden, ist oft ein Zivilprozess unumgänglich. Kommt es nun zur Verhandlung, muss der Geschädigte Nachweise über erlittene Verletzungen, Verdienstausfälle und Aufwendungen für den Heilungsverlauf anbringen. Hier ist dann der Arztbericht oder ein Gutachten über die Verletzungen wichtig, welche bescheinigen, dass der Rippenbruch Folge eines Unfalls oder einer Körperverletzung ist.

Daher ist es wichtig, diese zeitnah nach dem Unfall anfertigen zu lassen. Ein Gutachten oder Arztbericht, welche direkt erstellt wurden, kommen Gegengutachten zuvor, die eventuell durch die Versicherung oder den Schädiger verlangt werden können.

Auch kann es im Prozess hilfreich sein, wenn eine bestimmte Geldspanne als Forderung genannt wird. Geschädigte und ihre Anwälte können sich dazu im Vorfeld bei den gängigen Schmerzensgeldtabellen informieren, wie viel Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch in der Regel zuerkannt wird.

Wie viel Schmerzensgeld wird beim Rippebruch gezahlt?

Was Geschädigte bei einer Rippenfraktur an Schmerzensgeld letztendlich erhalten, ist eine Einzelfallentscheidung und liegt im Ermessen des Gerichtes – wenn dies in einer Verhandlung geregelt wird. Das ist in § 287 der Zivilprozessordnung (ZPO) festgehalten. Das Gericht entscheidet anhand der vorliegenden Umstände, wie hoch das Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch ausfällt.

Daher ist es wichtig, dass Geschädigte alle notwendigen Nachweise erbringen und dem Gericht auch darlegen können, wie die Verletzung sie beeinflusst hat. Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch ist von diesen Nachweisen oft abhängig.

Die Höhe vom Schmerzensgeld für eine Rippenfraktur ist eine Einzelfallentscheidung.

Die Höhe vom Schmerzensgeld für eine Rippenfraktur ist eine Einzelfallentscheidung.

Auch das Gericht nutzt meist eine Schmerzensgeldtabelle, um beim Rippenbruch über die Höhe der Entschädigung entscheiden zu können. In einer solchen Tabelle finden sich Urteilssammlungen zu bestimmten Verletzungen und Vorgängen, die zu einem Schmerzensgeld berechtigen. Diese Übersicht dient dem Gericht als Hilfsmittel, woran es seine Entscheidung orientiert.

Die gängigsten Schmerzensgeldtabellen sind die Schmerzensgeldsammlung vom Oberlandesgericht (OLG) Celle, die Tabelle von Hacks/Ring/Böhm (herausgegeben vom ADAC) sowie die Beck‘sche Schmerzensgeldtabelle.

Geschädigten und auch deren Anwälten sollte jedoch bewusst sein, dass eine Schmerzensgeldtabelle rein informativen Charakter hat und rechtlich im Einzelfall nicht bindend ist. Es handelt sich im Richtwerte, die nicht zwingend befolgt werden müssen. Daher kann das Gericht auch zu einer gänzlich anderen Entscheidung kommen. Wie viel Schmerzensgeld bei einem Rippebruch üblicherweise gezahlt wird, kann pauschal nicht bestimmt werden. In der oben im Artikel dargestellten Tabelle finden sich jedoch einige Werte, die als Durchschnitt angesehen werden können.

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