Schmerzensgeldberechnung – Wie funktioniert das?

Wie erfolgt eine Schmerzensgeldberechnung?

Wie erfolgt eine Schmerzensgeldberechnung?

Nach Unfällen im Straßenverkehr streiten sich die Beteiligten nicht selten über gegenseitige Ansprüche. Häufiger Diskussionspunkt ist dabei die Frage nach einem Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld.

Immerhin ziehen körperliche Verletzungen oftmals auch Schmerzen nach sich, die den gesetzlichen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB) zufolge unter bestimmten Voraussetzungen auch ersatzfähig sind.

Doch wie erfolgt eigentlich eine Schmerzens­geldberechnung nach einem Unfall? Wonach bemisst sich die Höhe des Anspruchs? Welche Faktoren fließen hier mit ein und wie beurteilen die Gerichte hierzulande Fälle von Schmerzensgeldansprüchen? Im folgenden Ratgeber erfahren Sie mehr zur Berechnung vom Schmerzensgeld.

Schmerzensgeld: Ist eine Berechnung pauschal möglich?

Vorab gilt in Bezug auf Schmerzensgeldansprüche, dass sich diese grundsätzlich nicht pauschal und einheitlich berechnen lassen. Die Rechtsprechung ist dahingehend umfangreich und kaum zu überblicken.

In die Schmerzensgeldberechnung fließen immer individuelle Umstände und Faktoren mit ein, die zur Findung einer angemessenen Höhe von Belang sind. Unfälle und Verletzungen sind individuell und auch Heilungsprozesse und Schmerzen lassen sich nur schwer verallgemeinern.

Etabliert hat sich bei der Berechnung von Schmerzensgeld nach einem Autounfall oder nach sonstigen schadensverursachenden Ereignissen das Heranziehen sogenannter Schmerzensgeldtabellen. Bekannt sind dabei Tabelle von Hacks, Ring und Böhm, die nach Jaeger und Luckey sowie die Beck’sche Tabelle zum Schmerzensgeld.

Allerdings sollte sich bei der Frage nach einer Schmerzensgeldberechnung nie vollumfänglich auf die Werte besagter Tabellen verlassen oder versteift werden. Denn wie gesagt sind die Umstände stets individueller Natur und somit auch die Berechnungen nicht zu vereinheitlichen.

Es gibt ferner keinen Rechner, anhand dessen sich Schmerzensgeld online berechnen lässt. Eine derartige Ermittlung des Wertes würde der Individualität des Anspruchs nicht gerecht werden.

Faktoren zur Bemessung von Schmerzensgeld nach einem Unfall

Bei der Schmerzensgeldberechnung müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden.

Bei der Schmerzensgeldberechnung müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden.

Wer Schmerzensgeld der Höhe nach berechnen will, muss bestimmte Faktoren berücksichtigen. Maßgeblich sind hierbei:

  • Die Art der jeweiligen Verletzung(en)
  • Der Heilungsprozess und die Dauer der Verletzungsfolgen
  • Dauer eines möglichen Krankenhausaufenthaltes bzw. medizinischer Versorgung
  • Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • der jeweilige Grad des gegenseitigen Verschuldens
  • wirtschaftliche Gesamtsituation der Betroffenen
  • das Verhalten des Schadensverursachers nach dem Unfall

All jene Faktoren werden im Rahmen der Schmerzensgeldberechnung berücksichtigt.

Schmerzensgeld ausrechnen: Was sagt die Rechtsprechung?

In der Rechtsprechung hat es sich bzgl. der Schmerzensgeldberechnung etabliert, unterhalb der Bagatellgrenze keinen Anspruch zuzusprechen. Obwohl ein Hals-Wirbelsäulen-Trauma (kurz: HWS-Trauma) medizinisch oftmals nur schwer nachzuweisen ist, kann die Höhe des Schmerzensgeldanspruchs nicht einzig aufgrund einer geringen Aufprallgeschwindigkeit festgemacht werden. Häufig wird bei der Schmerzensgeldberechnung ein Betrag zwischen 250 und 500 Euro zugesprochen.

Nachfolgender Tabelle können Sie weitere Beispiele zur Schmerzensgeldberechnung verschiedener Gerichte in Deutschland entnehmen.

Ge­richtDa­tum der Ent­schei­dungAk­ten­zei­chenGrund des An­spruchsHöh­e nach Schmer­zens­geld­be­rech­nung
Land­ge­richt (LG) Ham­burgUr­teil vom 29.02.2012303 O 250/09Ner­venver­letzung und Bän­der­riss im Be­reich des Mit­telfuß­kno­chens, mas­sive Weich­teil- und Kno­chen­quet­schung 10.000 €
Amts­ge­richt (AG) Bay­reuthUr­teil vom 14.07.1993 C 121/93Druck­schmerz an linker Hals­seite, Prel­lung der Hals­wirbel­säule, Druck­schmerz über Schlüs­selbein, kleine Hautab­leder­ung am Ober­schenkel511,29 €
AG Dres­den Ur­teil vom 30.04.1999 106 C 1205/98Radius­fraktur im Hand­gelenk­bereich 383,47 €

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