Sperrfrist bei Entziehung der Fahrerlaubnis

Objekt der Begierde: Auch bei Sperrzeitverkürzung muss der Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde neu beantragt werden.

Objekt der Begierde: Auch bei Sperrzeitverkürzung muss der Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde neu beantragt werden.

Die Entziehung der Fahrerlaubnis kann durch ein Gericht angeordnet werden, wenn ein Verkehrsteilnehmer aufgrund einer verkehrsrechtlichen Straftat aufgefallen ist. Dazu kann es etwa bei Alkohol am Steuer (über 1,1 Promille) kommen. Auch, wenn das Punktekonto in Flensburg auf acht angewachsen, und somit “voll” ist, wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Um den Führerschein neu beantragen zu können, muss der Betroffene eine Sperrfrist einhalten, die mindestens drei Monate andauert, jedoch theoretisch auch ein Leben lang verhängt werden kann.

Dieser Artikel befasst sich mit Sperrfristen und zeigt im Ratgeberteil auf, wie eine Sperrfristverkürzung gelingen kann.

“Ich brauche den Führerschein!” Wozu die Sperrfrist?

Bei Ordnungswidrigkeiten, wie der Geschwindigkeitsüberschreitung, werden Fahrverbote verhängt, die von der Entziehung der Fahrerlaubnis abzugrenzen sind. Fahrverbote können zwischen einem und drei Monaten rangieren. Bei Entziehung der Fahrerlaubnis wegen schwerer oder wiederholter Vergehen gilt die Sperrfrist für den Führerschein dagegen mindestens drei Monate. Dies Zeit soll der Sühne und Reflexion dienen.

Sperrfrist: Eine Verkürzung kann durch Teilnahme an einer MPU erreicht werden.

Sperrfrist: Eine Verkürzung nach dem StGB kann beispielsweise durch Teilnahme an einer MPU erreicht werden.

Die gesetzliche Grundlage für die Sperrfrist der Fahrerlaubnis bildet § 69a des Strafgesetzbuches (StGB) (Paragraph zur “Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis”). Absatz vier macht deutlich, dass ein Mindestmaß von drei Monaten nicht unterschritten werden kann. Im ersten Absatz ist festgehalten, dass die Führerscheinsperre in schweren Fällen auch “für immer” vergeben werden darf.

Für Verkehrssünder, die in den letzten drei Jahren bereits eine Sperrfrist für den Führerschein erhalten haben, beträgt das Mindestmaß der Sperre ein Jahr.


Im Anschluss an die Sperrzeit muss der Führerschein neu beantragt werden. Dabei kann es vorkommen, dass Sie sich trotz abgegoltener Sperrfrist einer MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) unterziehen müssen, bevor der Antrag angenommen wird.

Um der unschönen Überraschung vorzubeugen, erst am Tag Ihres Antrages von einer notwendigen MPU nach der Sperrfrist zu erfahren, sollten Sie sich schon frühzeitig an die Führerscheinstelle wenden. Somit können Sie einen entsprechenden Kurs frühzeitig besuchen.

Sperrfristverkürzung: Schneller zurück zur Fahrerlaubnis

Im siebten Absatz des oben erwähnten Paragraphen heißt es:

Ergibt sich Grund zu der Annahme, daß der Täter zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht mehr ungeeignet ist, so kann das Gericht die Sperre vorzeitig aufheben.

Eine Sperrzeitverkürzung ist also möglich. Dabei kann ein bei Gericht eingereichter Antrag auf Sperrfristverkürzung nicht erreichen, dass die vorgeschriebene Mindestzeit derselben unterschritten wird. Die Sperre besteht also weiterhin mindestens drei Monate und für diejenigen, die innerhalb von 36 Monaten bereits Sperren erhalten haben, beträgt sie ein Jahr.

Dem Gericht muss nachgewiesen werden, dass Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben und keine “Gefahr” mehr von Ihnen ausgeht, um bei entzogenem Führerschein die Sperrfrist zu verkürzen. Denn den Führerschein kann nur derjenige frühzeitig neu beantragen, dem erkennbar daran gelegen ist, sein eigenes Fehlverhalten kritisch zu reflektieren.

Dies kann durch den freiwilligen Besuch entsprechender Kurse gezeigt werden. Ist Ihnen etwa aufgrund von Alkohol am Steuer die Sperre auferlegt worden, so können Sie durch die erfolgreiche Absolvierung einer MPU die Verkürzung der Sperrfrist wegen einer Trunkenheitsfahrt erreichen.

Auch eine Nachschulung und andere Kurse, die in Verbindung mit Ihrem Vergehen stehen, kann das Gericht von einer Sperrfristverkürzung überzeugen. Die Kosten, die beim Versuch entstehen, den Führerscheinentzug zu verkürzen, sind also ganz unterschiedlich.

Die Verkürzung der Sperrfrist bei Führerscheinentzug führt natürlich nicht dazu, dass Ihnen der Schein ohne Umschweife wieder ausgehändigt wird. Es ist in der Regel notwendig, dass Sie die Fahrschule erneut besuchen. Erst nach Bestehen der theoretischen und praktischen Prüfung ist es geschafft und Sie dürfen nach der Sperrfristverkürzung wieder Auto fahren.

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  • christian 31. August 2016, 22:51

    ich hatte 2,9 promille aus Restalkohohl
    In einer Übersichtlichen Situation hatte ich beim Linksabbiegen eine Kollision mit geringfügigen Personenschaden
    Die Schuldfrage wurde nie untersucht (Überhöhte Geschwindigkeit,Unaufmerksamkeit)

    Was darf ich erwarten?

    • bussgeld-info.de 1. September 2016, 9:12

      Hallo Christian,

      ab einem Alkoholwert von 1,6 Promille oder mehr gilt eine Trunkenheitsfahrt als Straftat. Sie müssen mit dem Entzug Ihrer Fahrerlaubnis, einer MPU, Punkten in Flensburg und einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen. Letzteres ist vom individuellen Fall abhängig. Es empfiehlt sich in Ihrem Fall, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

      Ihr Bußgeld-Info Team

      • Bernd 16. März 2017, 0:49

        Hallo,
        Ich bin 17 Jahre alt und hatte einen Fahrradunfall mit 2.0 Promille. Es war nur ich beteiligt. Wurde von meinen Geschwistern ins Krankenhaus gebracht. Unfall wurde also nicht von der Polizei
        aufgenommen. Ich mache derzeit meinen Autoführerschein. Mit welchen Folgen muss ich rechnen?

        • bussgeld.info.de 16. März 2017, 11:07

          Hallo Bernd,

          sofern der Verstoß nicht bei den Behörden aufgenommen wurde, folgen keine Konsequenzen. Wurde das Vergehen bemerkt müssen Sie mit drei Punkten in Flensburg, einer Geldstrafe und der Anordnung einer MPU rechnen.

          Ihr Bussgeld-Info Team

  • Acil 11. April 2017, 15:07

    Hallo..
    Ich habe vor genau 15 jahren mein Führerschein wegen Alkohol am Steuer verloren..ich will jetzt mein Führerschein zurück. .was erwartet mich?MPU?oder miss ich den Führerschein neu machen?

    • bussgeld-info.de 13. April 2017, 8:17

      Hallo Acil,

      eine MPU müssen Sie nur machen, sofern eine solche gegen Sie angeordnet wurde.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Olly 3. Mai 2017, 15:16

    Hallo
    Ich habe den Führerschein entzogen bekommen mit einer Sperrfrist von 6 Monaten.
    Grund: 8 Punkte in Flensburg.
    Die Punkte sind wegen Geschwindigkeitsübertretungen im niedrigen Bereich aufgelaufen. Ich habe nach monatelanger Arbeitslosigkeit die Aussicht auf eine neue Anstellung jedoch nur wenn ich einen Führerschein habe. Ich habe bereits die Kurse für die 5 Sicherheitsmodule für gewerblichen Verkehr besucht, am letzten Tag des Kurses kam bei mir der Brief mit der Sperre an.
    Was kann ich tun um die Frist wenigstens zu verkürzen?

    • bussgeld-info.de 4. Mai 2017, 8:21

      Hallo Olly,

      um eine Sperrfristverkürzung zu erreichen, muss ein Antrag bei dem Gericht gestellt werden, welches die Sperrfrist verhängt hat. In dem Antrag muss eine entsprechende Begründung enthalten sein, weswegen eine Verkürzung der Frist für Sie in Frage kommen sollte.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Murugesu 3. Juli 2017, 21:17

    Hallo ich hab gestern ein party gehabt meine swager hause. ich bin meine auto mit gegangen habeich morgen 11uhr Straßen Park Platz ge parkt nach kam ich Auto keinege fahren habe ich ab12 uhr mittag Alkohol getrunken und dann swager sein nachbar mir mit tres gemacht ca 17,30und kamm nachbar sein Sohn und drei Leute mir fest genommen und Polizei angeruf und kam Polizei mir festgenommen und blöd probegemact mein Alkohol,( promile2, 6) habe die swager sein nachbar Leute polizei mit Zeuge geschakt ich bin eben autogevahren habe ich polizei mitge Fracht Polizei sagt geh deine Anwalt mit .meine Führerschein Polizei gehalten was soll ich machen kann mag murugesu

    • bussgeld-info.de 4. Juli 2017, 8:39

      Hallo Murugesu,

      am besten lassen Sie sich durch einen Rechtsanwalt beraten. Er wird Ihnen sagen können, wie Sie sich nun am besten verhalten sollten.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Manfred 21. Juli 2017, 15:46

    Hallo, ich fahre jetzt seit 9 Jahren mit einem Tschechischen Führerschein. Jetzt läuft er ab und die Tschechen verlängern ihn nicht mehr. Kann ich ihn problemlos auf einen Deutschen Führerschein umschreiben lassen? Für eine Antwort wäre ich dankbar… Vielen Dank im voraus. 😉

    • bussgeld-info.de 25. Juli 2017, 9:59

      Hallo Manfred,

      grundsätzlich dürfte eine Umschreibung möglich sein.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Jose 10. Januar 2018, 20:27

    hallo ich wurde mit THC 25 ng erwischt, ich blieb 1 Monat ohne Lizenz und jetzt wollen sie meinen portugiesischen Brief nicht mehr in Deutschland fahren, ich wohne hier in Deutschland kann ich eine MPU anfordern?
    Wie lange kann ich nach Vorlage des Führerscheins MPU bestellen?

    Danke

    • bussgeld-info.de 15. Januar 2018, 9:41

      Hallo Jose,
      bei der MPU handelt es sich um eine Untersuchung zur Fahreignung, welche von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet wird.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Chris 31. Juli 2018, 6:56

    Hallo,
    habe noch 6 von 16 Monaten FE, bei 1,61 % mit Fahrerflucht ( sehr geringer P-schaden), mache schon 9 Monate Urin-tests. Kann ich eine Sperrfristverkürzung Beantragen?
    Danke vorab !

    • bussgeld-info.de 3. August 2018, 16:36

      Hallo Chris,

      wollen Sie eine Sperrfristverkürzung beantragen, sollten Sie sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden. Dieser kann alle notwendigen Schritte einleiten.

      Die Redaktion von bussgeld-info.de

  • Olli 8. August 2018, 19:48

    Hallo,
    Ich bin 34 Jahre alt und fahre seit 16 Jahren Auto ohne Punkte und ohne jeglichen Alkoholmissbrauch.
    Nun wurde ich zum ersten Mal mit dem Fahrrad und 1,7promille aufgehalten. Dabei wurde kein anderer Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt. Muss ich mit mpu oder Führerscheinentzug rechnen?

    Danke vorab

    • bussgeld-info.de 23. August 2018, 15:48

      Hallo Olli,

      Führt jemand mit einer Blutalkoholkonzentration ein Kraftfahrzeug oder ein Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum, kann die Verwaltungsbehörde anordnen, dass diese Person sich einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) zu unterziehen hat. Gemäß aktueller Rechtssprechung muss ab 1,6 Promille die Fahrerlaubnisbehörde zwingend eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. Wird das Gutachten nicht rechtzeitig vorgelegt, kann die Führerscheinstelle die Fahrerlaubnis entziehen.

      Ihr Team von bussgeld-info.de

  • Chris 13. August 2018, 20:31

    Hallo,
    Ich hatte vor 2 Jahren den Führerschein für 1.Jahr. Wegen Alkohol im (strafbereich) weg, ich musste keine MPU oder der gleichen machen.
    Jetzt hatte ich gestern einen Unfall mit meinem Auto ins rutschen gekommen ohne weitere beteiligte lediglich mein Auto ist kaputt.
    Polizei wurde gerufen und atemalkohol von 1,5 musste Blut abgeben.
    Womit muss ich rechnen ich habe kein recht Schutz

    • bussgeld-info.de 23. August 2018, 16:16

      Hallo Chris

      Wegen Fahren mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 – 1,09 Prozent drohen Betroffenen zwei Punkte in Flensburg, 500 Euro Bußgeld sowie ein Monat Fahrverbot. Wegen dem Eintrag eines vorherigen Alkoholverstoßes, kann sich das Bußgeld gemäß Bußgeldkatalog auf 1.000 Euro erhöhen. Die Punkteanzahl bleibt gleich. Außerdem drohen dann nicht ein, sondern drei Monate Fahrverbot.

      Ihr Team von bussgeld-info.de

  • Basti 29. November 2018, 17:22

    Hallo,
    Mir wurde vor 6 Monaten der Führerschein entzogen aufgrund einer alkoholfahrt(1,4 Promille) und Fahrerflucht…Strafe ist auf 13 Monate angesetzt.
    Wie kann ich rausfinden ob ich eine mpu machen muss? Wie beantrage ich eine sperrfristverkürzung? Zuerst Landratsamt oder Staatsanwaltschaft?

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