Anhörungsbogen – den Verstoß zugeben oder nicht?

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Sollten Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß zugeben? Dieser Ratgeber klärt Sie auf.

Sollten Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß zugeben? Dieser Ratgeber klärt Sie auf.

Er sorgt meist für Unsicherheit und Verwirrung: Der Anhörungsbogen. Den Verstoß zugeben oder lieber schweigen, was ist ratsam?

Zunächst ist zu sagen, dass ein Anhörungsbogen nur ergeht, wenn die Beweislage nicht ausreicht eine tatverdächtige Person zu belasten. Ist die Beweislast nämlich eindeutig, das Blitzerfoto gestochen scharf und das Kennzeichen gut lesbar, schickt die Behörde in der Regel sofort den Bußgeldbescheid.

Was ist ratsam, sollten Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß direkt zugeben oder nicht? Ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht rät meist davon ab. Aber aus welchem Grund? Gibt es Situationen, in denen Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß besser zugeben sollten? Hier erfahren Sie mehr dazu.


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Müssen Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß zugeben?

Grundsätzlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, sich selbst zu belasten. Manche Autofahrer begehen den Fehler, die Ordnungswidrigkeit erklären zu wollen und belasten sich damit unversehens selbst.

Sie sind nicht verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen. Das heißt, Sie müssen den Verstoß auf dem Anhörungsbogen nicht zugeben, noch Stellung dazu nehmen. Ratsam ist eine Äußerung nur dann, wenn Ihnen ein Verstoß vorgeworfen wird, den Sie nicht verschuldet haben.

Außerdem stimmt es so auch nicht, dass Sie den Anhörungsbogen gar nicht ausfüllen müssen. Angaben zur Person sind durchaus Pflicht. Das betrifft aber nur Ihre Personalien. Wurde beispielsweise der Name oder das Geburtsdatum falsch geschrieben, so müssen Sie dies berichtigen.

Sie sollten die Entscheidung, ob Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß zugeben oder nicht, gegebenenfalls mit einem Anwalt für Verkehrsrecht erörtern. Ratsam wäre das dann, wenn Sie den Verstoß wirklich begangen haben. Es kann durchaus sein, dass die Behörde weitere belastende Anhaltspunkte findet, weshalb sich die Akteneinsicht mithilfe eines Anwalts lohnen könnte.

Wenn die Beweislast nicht ausreicht, sollten Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß nicht zugeben.

Wenn die Beweislast nicht ausreicht, sollten Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß nicht zugeben.

Folgen des Anhörungsbogens im Bußgeldverfahren

Wer hofft die Verjährungsfrist abwarten zu können, indem er den Anhörungsbogen einfach nicht beantwortet, könnte hier einen kleinen Fehler begehen. Selten sind Betroffene nämlich ausreichend darüber informiert, dass ein Anhörungsbogen sich auf die Verjährungsfrist auswirkt.

Richtet sich der Anhörungsbogen direkt mit einem Vorwurf an Sie – sind Sie also tatverdächtig – unterbricht der Anhörungsbogen die Verjährung der Ordnungswidrigkeit. Für gewöhnlich verjähren Bußgelddelikte nach drei Monaten. Dies gilt jedoch nicht, wenn Ihnen selbst der Tatvorwurf gemacht wird.

Wenn Sie auf dem Anhörungsbogen den Verstoß nicht zugeben, sollten Sie sich der geänderten Verjährungsfrist bewusst sein. Sie beginnt dann von vorne und beträgt noch einmal drei Monate.

Gut zu wissen: Wird Ihnen nur ein Zeugenfragebogen zugeschickt, sind Sie für die Polizei also als Zeuge und nicht als tatverdächtige Person von Interesse, so handelt es sich hier nicht um eine wirksame Unterbrechung der Verjahrungsfrist. Wirksam ist diese nur, wenn sich die Unterbrechungshandlung auch an den Betroffenen richtet.
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{ 2 Kommentare… add one }
  • Manfred 19. August 2018, 7:22

    Anhörungsbogen erhalten.
    Hallo. Mein Vater ist der Halter des KFZ jedoch bin ich gefahren, mit angeblich 21 Kmh auf der Autobahn zu schnell. Auf dem Foto bin ich seitlich mit Brille zu sehn jedoch bin ich sonst kein Brillentraeger.
    Die tatsächliche Geschwindigkeit würde nicht aufgeführt, jedoch geschrieben das es nach Abzug von 3% noch 121 Kmh waren.
    Soll ich den Anhörungsbogen auf meinen Namen berichtigen oder nur mein Vater schreiben das er nicht gefahren ist. MEHR NICHT UND KEINE WEITEREN ANGABEN MACHT.?
    Es geht schießlich um ca. 100.€ und 1Punkt.
    Danke

    • bussgeld-info.de 24. August 2018, 17:07

      Hallo Manfred,

      Ihr Vater kann im Anhörungsbogen den eigentlichen Fahrer benennen. Verpflichtet ist er dazu aber nicht. Gibt er an, dass er nicht gefahren ist, trägt aber nicht zur Findung des eigentlichen Fahrers bei, kann ihm beispielsweise auferlegt werden, ein Fahrtenbuch zu führen.

      Ihr Team von bussgeld-info.de

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