Autofahren mit Sehbehinderung: Ausreichende Sehkraft zum Fahren

Darf man Autofahren, wenn man auf einem Auge blind ist?

Darf man Autofahren, wenn man auf einem Auge blind ist?

Im Straßenverkehr kann es mitunter schwierig sein, den Durchblick zu behalten. Gerade für Ortsfremde ist es nicht immer einfach, alle Verkehrszeichen schnell zu überblicken und die richtige Straße zu finden.

Die Augen sind eines der wichtigsten Werkzeuge beim Führen von einem Kfz. Ist ein Mensch blind, kann das Autofahren nicht ausgeübt werden. Dies versteht sich eigentlich von selbst. Ein blinder Autofahrer ist also unvorstellbar, doch wie verhält es sich mit Personen, die unter einer Sehschwäche zu leiden haben?

Ist das Autofahren mit Sehbehinderung ausgeschlossen? Wie können Sie mobil mit Behinderung der Augen bleiben? Diesen Fragen geht der nachfolgende Ratgeber auf den Grund. Sie erfahren außerdem, ob das Autofahren mit nur einem Auge erlaubt ist und welche Sehstärke erforderlich ist, um eine Fahrerlaubnis zu erwerben.

Autofahren mit Sehbehinderung: Der Führerschein ist möglich

Die Vorschriften, wann eine Fahreignung vorliegt, finden sich in der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Dort ist auch festgelegt, welche Sehstärke vorhanden sein muss, damit das Führen von Kfz im öffentlichen Verkehr gestattet werden kann.

Um dies zu überprüfen, ist für alle Führerscheinanwärter die Durchführung von einem Sehtest Pflicht. Wird dieser nicht bestanden, kann durch Gutachten im weiteren Verlauf des Erteilungsverfahrens überprüft werden, ob das Autofahren auch mit Sehbehinderung durchgeführt werden darf.

Sämtliche Vorschriften zum Thema Autofahren mit Sehbehinderung können § 12 bzw. Anlage 6 FeV entnommen werden. Ein Sehtest ist für jeden Führerscheinanwärter verpflichtend. Bei Bewerbern für eine Fahrerlaubnisklasse zur Personenbeförderung ist sogar ein augenärztliches Gutachten vonnöten.

Ab welcher Sehstärke darf man nicht mehr Autofahren?

Sehschwäche und Führerschein - wie passt das zusammen?

Sehschwäche und Führerschein – wie passt das zusammen?

Auf die Frage: „Ab welcher Sehstärke darf man nicht mehr Autofahren?“ findet sich in Anlage 6 der FeV die passende Antwort. Grundsätzlich muss mit oder ohne Sehhilfe eine Stärke von mindestens 0,7 also 70 Prozent vorliegen.

Wird dieser Wert unterschritten bedeutet dies allerdings nicht automatisch, dass keine Fahrerlaubnis erlangt werden kann. Es ist vielmehr ein augenärztliches Gutachten vonnöten. Im Rahmen dessen wird überprüft, ob das Autofahren mit Sehbehinderung ohne Gefährdung anderer zulässig ist.

Dabei kommt es auch darauf an, welche Führerscheinklasse der Sehgeschwächte erwerben möchte. Für die Personenbeförderung gelten beispielsweise noch striktere Vorgaben als für einen Führerschein zum Privatgebrauch.

Laut Anlage 6 FeV werden dabei insbesondere folgende Punkte überprüft:

  • Gesichtsfeld
  • Beweglichkeit
  • Stereosehen
  • Farbensehen

Eine Sehschwäche schließt den Führerschein also nicht grundsätzlich aus. Allerdings sollten Sie bedenken, dass die Kosten für das entsprechende Gutachten von Ihnen selbst getragen werden müssen. Die Behörde hat zudem die Befugnis, den Führerschein unter Auflagen zu erteilen, wenn Sie Autofahren möchten mit einer Sehbehinderung.

Darf man mit nur einem Auge Autofahren?

Doch wie verhält es sich, wenn Sie einäugig Autofahren möchten? Auch mit nur einem funktionsfähigen Auge ist es grundsätzlich möglich, dass ein Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis erfolgreich verläuft.

Die entsprechenden Vorschriften finden sich ebenfalls in Anlage 6 FeV. Während gar kein räumliches Sehen dem Führerschein grundsätzlich gegenübersteht, ist mit einem Auge Autofahren erlaubt, wenn auf dem funktionierenden Sinnesorgan mindestens eine Sehstärke von 0,5 gegeben ist.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass das Autofahren mit Sehbehinderung möglich ist, wenn eine ausreichende Sehstärke vorliegt und auch im Rahmen des fachärztlichen Gutachtens keine Zweifel an einer Fahreignung bestehen.
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