Autofahren nach einer Meniskus-OP: Ja oder Nein?

Das Autofahren kann nach einer Meniskus-OP für einige Zeit nicht möglich sein.

Das Autofahren kann nach einer Meniskus-OP für einige Zeit nicht möglich sein.

Der Meniskus ist ein wichtiger Teil des Bewegungsapparates des Menschen. Am Knie gibt es sowohl den Innen- als auch den Außenmeniskus. Beide sind Knorpel, die dazu dienen, die Kraftausübung zwischen Oberschenkel, Knie und Schienbein zu verteilen. Sie vergrößern die Gelenkfläche im Knie, was für die Beweglichkeit wichtig ist. Sind diese Knorpel geschädigt, ist oft eine Operation notwendig.

Um mobil zu sein, ist nicht nur das Knie wichtig, sondern für viele auch das Auto. Daher fragen sich Betroffene, wann das Autofahren nach einer Meniskus-OP wieder möglich beziehungsweise überhaupt erlaubt ist.

Ob es Unterschiede gibt, was Versicherungen und Ärzte raten, wenn es darum geht, wann nach einer Meniskus-OP das Autofahren wieder zulässig ist und was Patienten in jedem Fall beachten sollten, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher.

Wann ist es wieder erlaubt: Autofahren nach einer Meniskus-OP?

Wie erwähnt, hat der Meniskus eine große Bedeutung für einen reibungslosen Bewegungsablauf. Schäden schränken diesen verständlicherweise dann oftmals stark ein. Ist eine Operation notwendig, nimmt der Heilungsprozess meist einige Zeit in Anspruch, was weiterhin zu Beeinträchtigungen führen kann.

Wann das Autofahren nach einer Meniskus-OP wieder möglich ist, sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Wann das Autofahren nach einer Meniskus-OP wieder möglich ist, sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Einige alltägliche Tätigkeiten sind dann nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Doch zählt das Autofahren auch dazu? Wann das Autofahren nach einer Meniskus-OP wieder zulässig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Heilungsprozess sowie die Fähigkeit des Patienten die Pedalen wieder richtig bedienen zu können, spielen beispielsweise eine entscheidende Rolle. Eine pauschale Aussage ist daher eher nicht möglich.

Möchten Patienten das Autofahren aufnehmen, sollte nach einer Meniskus-OP am besten immer der behandelnde Arzt konsultiert werden. Dieser kann am besten einschätzen, wie weit der Heilungsprozess fortgeschritten ist und ab wann nach einer Meniskus-OP das Autofahren wieder möglich sein sollte und somit das Risiko eines Unfalls nicht steigt.

Die Art der Operation beeinflusst selbstverständlich ebenfalls den Heilungsprozess und den Zeitraum, in dem das Autofahren nach einer Meniskus-OP nicht möglich ist. Wurde das Knie aufgeschnitten oder wurde der Eingriff nur mit kleinen Einschnitten durchgeführt? Hinzukommen hier dann auch die eingesetzten Narkose- und Betäubungsmittel, die ebenfalls länger nachwirken können.

Rechtlich wichtige Grundlagen

Fahrzeugführer sind selbst dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, dass sie fähig sind am Verkehr teilzunehmen. Fahren sie, obwohl sie körperlich oder geistig nicht in der Lage dazu sind, machen sie sich unter Umständen strafbar. Das Autofahren nach einer OP gehört zu den Situationen, die Fahrer selbst beurteilen müssen.

Gemäß § 315c Absatz 1 des Strafgesetzbuches (StGB) ist diesbezüglich Folgendes definiert:

“Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er […] infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen […] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Das Autofahren nach einer Meniskus-OP sollte also grundsätzlich erst dann wieder aufgenommen werden, wenn eine vollständige Heilung vorliegt und der Patient uneingeschränkt in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen.

Autofahren nach einer Meniskus-OP: Gibt es einen definierten Zeitraum?

Wie bereits beschrieben, kann keine pauschale Aussage getroffen werden, wann Patienten nach einer Meniskus-OP das Autofahren wieder aufnehmen können. Der Heilungsprozess ist immer ein individueller, so erlangen Patienten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ihre vollständige Beweglichkeit zurück. Muskelkraft und Reaktionsgeschwindigkeit sollten wieder hergestellt sein.

Probleme bei der Schadensregulierung: Wenn nach einer Meniskus-OP das Autofahren zu früh begonnen wurde.

Probleme bei der Schadensregulierung: Wenn nach einer Meniskus-OP das Autofahren zu früh begonnen wurde.

Sind Autofahrer noch auf Gehhilfen oder Schienen angewiesen, sollten Sie das Fahrzeug stehen lassen und sich erst wieder hinters Steuer setzen, wenn sie diese Hilfsmittel nicht mehr benötigen. Auch sollten etwaige Nachwirkungen der Narkose oder Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten nicht mehr vorliegen.

Um festzustellen, ob das Autofahren nach einer Meniskus-OP wieder schmerzfrei und uneingeschränkt möglich wäre, können Patienten auch Trockenübungen im stehenden Fahrzeug durchführen. Zudem sind Übungen zum Stärken der Muskelkraft ebenfalls empfehlenswert.

Auch von den Versicherungen wird kein definierter Zeitraum vorgegeben, der abgewartet werden muss. Allerdings liegt es im Ermessen der Versicherung zu entscheiden, ob bei einem Schadensfall der Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat, weil das Autofahren nach der Meniskus-OP zu früh wieder begonnen wurde. Die Versicherung kann die Schadensregulierung verweigern oder nach dieser den Versicherungsnehmer in Regress nehmen.
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