Wann ist das Autofahren nach einer Bypass-OP wieder erlaubt?

Das Autofahren ist nach einer Bypass-OP oft erst nach mehreren Wochen wieder möglich.
Das Autofahren ist nach einer Bypass-OP oft erst nach mehreren Wochen wieder möglich.

Operationen sind für den Körper im Allgemeinen eine anstrengende Angelegenheit und bedürfen meist einer angemessenen Erholungszeit. Besonders trifft das jedoch zu, wenn es ein Eingriff am Herzen ist. Dennoch möchten Patienten nach einem solchen Eingriff im Alltag mobil sein. Die Frage, ab wann das Autofahren nach einer OP wieder erlaubt ist, kommt dabei nicht selten auf.

Ist das Autofahren nach einer Bypass-OP nach kurzer Zeit problematisch? Was raten Ärzte in diesem Zusammenhang? Patienten sollten sich am besten an dem orientieren, was medizinisch angeraten wird. Doch gibt es diesbezüglich eigentlich rechtliche Vorgaben, an die sich Betroffene halten müssen?

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn das Autofahren nach einer Herzklappen-OP zu früh wieder aufgenommen wird? Diese Fragen, und auch wann genau nach einer Bypass-OP das Autofahren aufgenommen werden kann, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher.

Autofahren nach einer Herz-OP: Was es zu beachten gilt

Eine Herzklappen- oder auch Bypass-Operation ist üblicherweise ein relativ großer Eingriff, der dementsprechend auch eine längere Zeit der Genesung nach sich zieht und oftmals auch eine Rehabilitation erfordert. Da ist es verständlich, dass sofort oder kurz nach der OP an ein selbstständiges Autofahren nicht zu denken ist. Das Nachhausefahren mit dem eigenen Auto steht hier außer Frage.

Bei der Wiederaufnahme vom Autofahren nach einer Herz-OP sollten Medikamente nicht außer Acht gelassen werden.
Bei der Wiederaufnahme vom Autofahren nach einer Herz-OP sollten Medikamente nicht außer Acht gelassen werden.

Üblicherweise folgt dem Eingriff ein Krankenhausaufenthalt, der mehrere Tage andauern kann. Doch selbst danach sollten Patienten darauf verzichten, sich hinters Steuer zu setzen. Verschiedene Faktoren können die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, stark beeinflussen.

Neben den eigentlichen körperlichen Beeinträchtigungen durch den Eingriff an sich, gilt es bei der Frage nach dem Autofahren auch zu beachten, ob und welche Medikamente eine Rolle spielen. Denn viele der bei der Operation verabreichten Narkosemittel und auch post-operativ verschriebene Schmerzmittel schränken die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, stark ein.

Im Zweifel sollten sich Patienten immer an den behandelnden Arzt wenden und mit diesem abklären, wann nach einer Bypass-OP das Autofahren wieder gefahrlos möglich sein sollte. Der individuelle Genesungsprozess ist hier ebenfalls einer der wichtigen Punkte, die es zu berücksichtigen gilt. Nicht jeder Patient ist nach einer solchen Operation nach einigen Tagen wieder top-fit. Zudem können Komplikationen bei der Heilung den Körper zusätzlich belasten, was sich ungünstig auf eine Teilnahme am Straßenverkehr auswirken kann.

Was ist rechtlich festgelegt?

Grundsätzlich sind alle Verkehrsteilnehmer selbst dafür verantwortlich, dass sie gefahrlos am Verkehr teilnehmen. Dazu gehört es auch, sicherzustellen, dass sie körperlich und geistig in der Lage sind, ein Fahrzeug zu führen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist § 315c Absatz 1 des Strafgesetzbuches (StGB):

“Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er […] infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen […] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Es kann also durchaus eine Straftat darstellen, wenn Autofahrer sich hinters Steuer setzen und sie dazu eigentlich gar nicht in der Lage sind. Eine Ordnungswidrigkeit ist das dann nicht mehr. Das Autofahren nach einer Bypass-OP sollte in der Regel erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Patienten dazu in der Lage sind und sich der Körper von den Strapazen des Eingriffs vollständig erholt hat. Rechtlich gesehen gibt es jedoch keinen vorgegebenen Zeitraum, der hier beachtet werden muss. Allerdings orientiert sich die Rechtsprechung oftmals an den Empfehlungen der Verkehrsmediziner.

Was sagen Verkehrsmediziner zum Autofahren nach einer Bypass-Operation?

Wann nach einer Bypass-OP das Autofahren möglich ist, sollte mit einem Arzt geklärt werden.
Wann nach einer Bypass-OP das Autofahren möglich ist, sollte mit einem Arzt geklärt werden.

Verkehrsmediziner haben in den „Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung“ unter Punkt 3.4.4.4 „Koronare Bypass-Operation“ beispielsweise festgelegt, dass Patienten für das Autofahren nach einer Bypass-OP in zwei Gruppen eingeteilt wird. So kann für die erste Gruppe, oftmals leichtere Eingriffe, die Fahreignung nach zwei bis vier Wochen wieder bestehen. Dies ist von der jeweiligen Genesung abhängig.

Für die zweite Gruppe ist die Fahreignung in der Regel erst nach vollständiger Sternumstabilität und Genesung wieder gegeben, was in der Regel etwa drei Monate in Anspruch nimmt. In Einzelfällen kann dieser Zeitraum auch länger ausfallen.

Kontrolliert wird dies bei allgemeinen Verkehrskontrollen in der Regel nicht, jedoch kann die Tatsache einer Bypass-OP bei einem Unfall eine wichtige Rolle spielen. Wer nicht fahrtauglich ist und einen Unfall verursacht, kann sich mitunter strafbar machen. Daher ist es ratsam, die Vorgaben der Verkehrsmediziner zu befolgen und drei Monate auf das Autofahren nach einer Bypass-OP zu verzichten. Auch die Versicherungen können bestimmte Vorgaben haben, was das Autofahren nach Operationen anbelangt. Patienten sollten sich hier informieren und nicht riskieren, den Versicherungsschutz zu verlieren.
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