HWS-Zerrung: Ist Schmerzensgeld hier möglich?

Eine HWS-Zerrung führt zu großen Schmerzen beim Geschädigten.

Eine HWS-Zerrung führt zu großen Schmerzen beim Geschädigten.

Verletzungen an der Halswirbelsäule (kurz: HWS) haben meist gravierende Auswirkungen auf die Fähigkeit sich ungehindert und schmerzfrei zu bewegen. Die Halswirbel sind für die Stabilität und Bewegung des Kopfes von großer Bedeutung. Eine sogenannte HWS-Zerrung ist oftmals eine der Hauptfolgen von einem Auffahrunfall. Auch Stürze können zu dieser Art von Verletzung führen.

Ein Schleudertrauma (was eine HWS-Zerrung ist) kann Schmerzensgeld dann begründen, wenn Betroffene unverschuldet in diese Situation geraten sind. Doch oftmals wissen Geschädigte nicht, wie und bei wem sie diese Ansprüche geltend machen können.

Der folgende Ratgeber informiert darüber, wann Schmerzensgeld bei einer HWS-Zerrung geltend gemacht werden kann, welche rechtlichen Grundlagen es für diese Ansprüche gibt und wie hoch die Summen sein können, wenn eine Zerrung der HWS Schmerzensgeld begründet.

Zerrung der HWS: Wann ist Schmerzensgeld eine Option?

Eine HWS-Zerrung wird, wie erwähnt, oft auch als Schleudertrauma oder von Fachleuten auch als HWS-Distorsion bezeichnet. Bei einem Unfall oder Sturz kann dies durch schnelle ruckartige Bewegungen bzw. durch einen Aufprall des Kopfes verursacht werden. Muskeln, Sehnen und Nerven um die Halswirbelsäule herum werden dann gequetscht oder gezerrt. Hämatome, die auf die Nerven oder Muskeln drücken, sind dann auch keine Seltenheit.

Die Zerrung der HWS muss meist von einem Arzt behandelt werden.

Die Zerrung der HWS muss meist von einem Arzt behandelt werden.

Geschädigte können im Normalfall den Kopf dann kaum oder nur unter Schmerzen bewegen. Oftmals ist eine ärztliche Behandlung notwendig, sodass die Einschränkungen nicht noch länger bestehen. Ein Schadensersatz soll in einem solchen Fall einen Ausgleich für die erlittenen Schäden darstellen und auch eine Genugtuungsfunktion erfüllen. Bei einer HWS-Zerrung kann ein Schmerzensgeld diese Funktion übernehmen.

Rechtlich sind diese Ansprüche in § 253 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben. Demnach muss ein immaterieller Schaden vorliegen. Dies kann eine Verletzung des Körpers, der Psyche oder der persönlichen Freiheit sein.


In Bezug auf die Entschädigung besagt der Paragraph Folgendes:

(2) Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.

Eine HWS-Zerrung kann Schmerzensgeld begründen, wenn die Verletzung durch andere fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde. Diese Ansprüche müssen dann beim Schädiger oder dessen Versicherung geltend gemacht werden.

Schmerzensgeld bei einer HWS-Zerrung: Ist ein Anwalt notwendig?

Ein zivilrechtlicher Anspruch wie ein Schmerzensgeld können Geschädigte sowohl mit als auch ohne die Unterstützung eines Anwalts anbringen. Eine außergerichtliche Einigung sollte zunächst im Vordergrund stehen. Hier kann ein Anwalt bei der Ermittlung einer angemessenen Forderung behilflich sein.

Weigern sich Schädiger oder Versicherung bei einer HWS-Zerrung Schmerzensgeld zu zahlen oder bieten eine unangemessen erscheinende Summe, kann dies durchaus auch eine Verhandlung vor Gericht nach sich ziehen. Bis zu einem Streitwert von 5.000 Euro kann dies ohne Anwalt vor einem Amtsgericht verhandelt werden. Liegt der Streitwert höher, ist das Landgericht zuständig. Hier muss ein Anwalt beauftragt werden.

HWS-Zerrung: Höhe vom Schmerzensgeld ist einzelfallabhängig

Pauschal kann die Höhe eines Schmerzensgeldes nicht benannt werden, da diese immer vom jeweiligen Einzelfall und dessen Umständen abhängig ist. So sind die Schwere der Verletzung, etwaige Folgeschäden und auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit wichtige Punkte, die die Höhe beeinflussen können.

Um einen Überblick zu möglichen Summen zu erhalten, können Betroffene sowie auch Anwälte und Richter eine Schmerzensgeldtabelle heranziehen. In dieser sind Urteile zur HWS-Zerrung und Schmerzensgeld zusammengefasst. Diese Informationen sind jedoch rechtlich nicht bindend und dienen nur für eine Übersicht.

Nachfolgend findet sich ein Beispiel zum Thema „HWS-Zerrung und Schmerzensgeld“:

VerletzungSum­me in €Ge­richt, Jahr, Ak­ten­zei­chen
Brustkorb­prellung sowie Brustbein­frakturet­wa 6.000 OLG Hamm, 2006, Az. 32 SA 69/15
Brustbein­fraktur und HWS-Syndromet­wa 3.000OLG Frank­furt/ Main, 2001, Az. 17 U 128/00
Brustbein- und Rippen­frakturet­wa 2.800AG Darm­stadt, 1986, Az. 32 C 4248/85
Brustbein­fraktur sowie Schädel­prellunget­wa 2.300AG Bret­ten, 1992, Az. 32/92
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