LWS-Prellung: Wann ist Schmerzensgeld gerechtfertigt?

Gemäß § 253 BGB kann eine LWS-Prellung Schmerzensgeld rechtfertigen.

Gemäß § 253 BGB kann eine LWS-Prellung Schmerzensgeld rechtfertigen.

Verletzungen der Lendenwirbelsäule (LWS) führen oftmals zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag. Die Stabilität sowie die Bewegungsmöglichkeiten sind nach Unfällen oder Stürzen, die Prellungen der LWS zur Folge hatten, oft in Mitleidenschaft gezogen. Doch kann eine solche LWS-Prellung Schmerzensgeld begründen?

Im Normalfall steht für die meisten nach einem Unfall die Genesung im Vordergrund, sodass sie sich eher weniger mit dem Thema Schmerzensgeld befassen. Ist es dann doch einmal soweit, kommen eine Vielzahl an Fragen auf. Viele wissen nicht, wann sie Ansprüche dieser Art anbringen oder wie sie dies tun können. Ob bei einer LWS-Prellung Schmerzensgeld verlangt werden kann, bei wem ein solcher Anspruch geltend gemacht werden muss und wie hoch eine Entschädigung in so einem Fall ausfallen kann, betrachtet der nachfolgende Ratgeber näher.

Wann ist Schmerzensgeld bei einer LWS-Prellung möglich?

Rechtlich begründet sich ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei Prellungen, Knochenbrüchen oder anderen Verletzungen in § 253 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Wichtig ist, um überhaupt einen Anspruch zu haben, müssen die Verletzungen durch andere verursacht worden sein und Geschädigte keine oder nur teilweise Schuld an den Schäden tragen.

Auch bei einer LWS-Prellung ist ein Schmerzensgeld von diesem Grundsatz abhängig. Der entsprechende Paragraph bestimmt, dass ein sogenannter immaterieller Schaden vorliegen muss. Wurde dieser von anderen Personen fahrlässig oder vorsätzlich verursacht, kann dies einen Schadensersatz begründen. Liegt gemäß § 253 BGB eine „Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung“ vor, ist Schadensersatz zu leisten. So auch bei einer LWS-Prellung. Schmerzensgeld ist demnach als eine solche Entschädigung anzusehen.

Da es sich hier um einen Anspruch aus dem Zivilrecht handelt, müssen Geschädigte diesen beim Schädiger oder dessen Versicherung geltend machen.

Die Höhe vom Schmerzensgeld bei einer LWS-Prellung kann unterschiedlich ausfallen.

Die Höhe vom Schmerzensgeld bei einer LWS-Prellung kann unterschiedlich ausfallen.

Schmerzensgeld für eine LWS-Prellung kann also von jedem selbst angemeldet werden. Doch auch die Unterstützung eines Anwalts kann hier hilfreich sein. Sowohl bei einer außergerichtlichen als auch bei einer gerichtlichen Lösung, kann ein Anwalt die Ansprüche durchsetzen.

Ist eine außergerichtliche Einigung nicht möglich, wird bis  5.000 Euro vor einem Amtsgericht verhandelt. Ein Anwalt ist hier nicht zwingend notwendig. Sind die Summen jedoch höher, findet die Verhandlung vor einem Landesgericht statt. Dort muss ein Anwalt anwesend sein und eine Vertretung stattfinden.

LWS-Prellung: Höhe vom Schmerzensgeld

Die Höhe von einem Schmerzensgeld ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Im Einzelfall beeinflussen die Schwere der Verletzung sowie etwaige Folgeschäden oder auch wie lange Betroffene arbeitsunfähig waren die Summe, die bei einer LWS-Prellung als Schmerzensgeld gezahlt wird.

Die Beträge können sich daher erheblich unterscheiden. Um einen Überblick über durchschnittliche Summen zu erhalten, können Geschädigte gängige Schmerzensgeldtabellen nutzen. Auch Anwälte sowie Richter nutzen diese, um sich orientieren zu können. Rechtlich sind die Information jedoch nicht bindend.

Nachfolgend sind Beispiele für eine Schmerzensgeldtabelle zum Thema „LWS-Prellung und Schmerzensgeld“ aufgeführt:

VerletzungSum­me in €Ge­richt, Jahr, Ak­ten­zei­chen
LWS-Prel­lung mit mittel­schwerem HWS-Syndrometwa 3.000OLG Saar­brück­en, 2013, Az. 4 U 587/10
Prel­lungen an LWS, Becken und Knieetwa 1.500 AG Tau­ber­bi­schofs­­heim, 1989, Az. C 514/88
LWS- und Brustkorb­prellung, Gehirner­schütterung,etwa 1.300LG Fran­ken­thal, 1990, Az. 4 S 208/90
Prel­lungen an LWS, Schädel, Becken und Knie etwa 500 LG Gie­ßen, 2001, Az. 4 O 345/00
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