Schmerzensgeld: Wird eine Ellenbogenfraktur entschädigt?

Bekomme ich ein Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur?

Bekomme ich ein Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur?

Die Fraktur eines Knochens ist eine ausgesprochen unangenehme, schmerzhafte und zudem immens beeinträchtigende Angelegenheit. Wem schon einmal ein Gips angelegt wurde, der weiß, welche Einschränkungen mit ihm einhergehen. Plötzlich ist es nicht mal mehr möglich, ohne Umstände bzw. ohne Schmerzen zu duschen oder gar alltägliche Dinge wie Treppensteigen oder Autofahren zu stemmen.

Wurde der Bruch dann auch noch durch eine andere Person, beispielsweise im Rahmen eines Verkehrsunfalls oder aber einer tätlichen Auseinandersetzung verursacht, ist die Frage nach Ersatzansprüchen eine der zentralen. In unserem Ratgeber widmen wir uns speziell dem Thema „Schmerzensgeld bei einer Ellenbogenfraktur“. Besteht ein derartiger Anspruch? Welchem Zweck dient er? Wo ist gesetzlich verankert und in welcher Höhe kann er verlangt werden? Gibt es eine Schmerzensgeldtabelle? Lesen Sie hier mehr dazu.

Sinn und Zweck: Warum wird ein Schmerzensgeld gezahlt?

Grundsätzlich gilt in der deutschen Rechtsordnung der Grundgedanke, dass derjenige, der durch einen anderen einen Schaden erleidet, von diesem einen entsprechenden Ersatz verlangen kann. Dabei stellt sich jedoch nicht jeder Schaden als Vermögensschaden dar, bei dem der Betroffene eine wirtschaftliche Einbuße erfährt. Daneben gibt es auch körperliche und/oder psychische Beeinträchtigungen, die eine Schadensposition darstellen können. Die Rede ist dabei von einem sogenannten immateriellen Schaden.

Ein Schmerzensgeld, ob für Ellenbogenfraktur, Beinbruch oder eine sonstige Verletzung, soll ebenfalls einen Ausgleich verschaffen. Immerhin gehen mit einer Verletzung in aller Regel Schmerzen und Einschränkungen einher, welche nicht einfach so ersatzlos hingenommen werden sollen, so der Grundgedanke der deutschen Rechtsordnung. Des Weiteren dient ein Schmerzensgeld dazu, dem Betroffenen eine Art Genugtuung für das ihm Angetane zu verschaffen. Die Rede ist insoweit von der Ausgleichs- und der Genugtuungsfunktion.

Gesetzlich verankert ist der Anspruch auf Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur und Co. in § 253 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB). Nicht nur ein vorsätzliches Handeln, welches zu Verletzungen führt, kann einen Anspruch auf Schmerzensgeld begründen, sondern zudem auch ein fahrlässiges (siehe § 823 Absatz 1 BGB).

Wie hoch ist der Anspruch auf Schmerzensgeld beim Ellenbogenbruch?

Schmerzensgeld bei einer Ellenbogenfraktur: Die Anspruchshöhe bemisst sich an verschiedenen Faktoren.

Schmerzensgeld bei einer Ellenbogenfraktur: Die Anspruchshöhe bemisst sich an verschiedenen Faktoren.

Von besonderer Wichtigkeit ist für Schmerzleidende nicht zuletzt die Frage, in welcher Höhe Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur beansprucht werden kann. Eine einheitliche und pauschale Beantwortung jener Frage ist indes nicht möglich. Es spielt, wie bei anderen Verletzungen auch, immer der jeweilige Einzelfall die tragende und maßgebende Rolle. Mitunter gilt es hierbei Folgendes zu hinterfragen:

  • In welchem Ausmaß hat sich der Betroffene Verletzungen zugezogen?
  • Wie kompliziert und umfangreich gestalteten sich die Behandlungsmaßnahmen? Musste der Betroffene ins Krankenhaus?
  • Wie lange war er arbeitsunfähig?
  • Traf den Schmerzleidenden ein Mitverschulden und wenn ja, zu welchen Teilen?
  • Handelte der Schädiger vorsätzlich oder fahrlässig?
  • In welchen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt der Schadensverursacher?

Erst wenn diese Fragen abschließend geklärt sind, ist es möglich, zu ermitteln, in welcher Höhe Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur verlangt werden kann.

Schmerzensgeldtabelle: Urteile zum Schmerzensgeld bei einer Ellenbogenfraktur

Folgender Schmerzensgeldtabelle können Sie beispielhaft entnehmen, welche Urteile vonseiten deutscher Gerichte zum Thema „Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur“ ergangen sind. Beachten Sie bitte, dass diese lediglich als eine Art Orientierung zu betrachten ist und keineswegs eins zu eins auf Ihre persönliche Situation übertragen werden kann.


Verletzung Schmer­zens­geld bei El­len­bo­gen­frak­tur Ge­richt, Jahr, Az.
Ellenbo­genfraktur1.250 €LG Wu­pper­tal, 1980, 3 O 49/80
Ellenbo­gen- und Arm­fraktur3.000 €OLG Mün­chen, 1986, 27 U 348/85
Ellenbo­genfraktur nebst Schulter­bruch2.500 €AG Düs­sel­dorf, 2006, 20 C 7062/05

Fraktur am Ellenbogen: Brauche ich einen Anwalt?

Schmerzensgeld bei Ellenbogenfraktur: Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen weiter!

Schmerzensgeld bei Ellenbogenfraktur: Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen weiter!

Wer sich mit der Frage nach einem möglichen Anspruch auf Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur herumplagt, ist unter Umständen durch einen Anwalt gut beraten. Zwar muss ein solcher zur außergerichtlichen Geltendmachung von Ansprüchen beim Anspruchsgegner oder der Versicherung nicht zwingend herbeigezogen werden. Auch im Rahmen von Gerichtsverfahren ist eine Klage zumindest vor den Amtsgerichten (Streitwert bis 5.000 Euro) auch ohne die Vertretung durch einen Rechtsanwalt möglich.

Als sinnvoll kann sie sich gleichwohl erweisen, sich des Rates eines Anwalts zu bedienen. Wer zum einen hinsichtlich seines Anspruchs auf Schmerzensgeld für eine Ellenbogenfraktur bereits im Vorfeld eine ungefähre Einschätzung der Erfolgsaussichten bekommen möchte, kann diese durch einen Anwalt einholen. Aufgrund seiner Erfahrungswerte sowie seiner fundierten Kenntnisse der Rechtslage und Rechtsprechung kann er dahingehend zuverlässige Aussagen treffen.

Ferner weiß er, worauf es bei der außergerichtlichen Geltendmachung von Ansprüchen oder im Verfahren vor Gericht im Einzelnen ankommt und welche notwendigen Schritte in die Wege zu leiten sind. Oftmals sind bereits die außergerichtlichen Auseinandersetzungen mit Anspruchsgegnern oder mit der Versicherung mühselig und frustrierend. Ein Anwalt bringt hier oftmals das nötige Verhandlungsgeschick mit.
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