Schmerzensgeld bei einer Schulterluxation: mögliche Ansprüche

Bekomme ich ein Schmerzensgeld bei einer Schulterluxation?

Bekomme ich ein Schmerzensgeld bei einer Schulterluxation?

Unfälle gehen mal mehr und mal weniger glimpflich aus. Der eine kommt mit einem großen Schrecken oder aber mit leichten Kratzern davon, der andere hat mit körperlichen Leiden schwerwiegenderer Natur zu kämpfen.

Besonders schmerzhaft kann es für Betroffene werden, wenn Knochen und Gelenke in Mitleidenschaft gezogen wurden. Damit einher gehen nicht nur massive Schmerzen, sondern oftmals auch erhebliche Einschränkungen im Alltag. Selbstverständliche Bewegungsabläufe werden zur echten Qual und zumeist ist dann auch noch fremde Hilfe vonnöten. Alleine kochen, sich morgens anziehen oder gar der Gang zur Dusche wird plötzlich zur Herausforderung. Verletzungen an Knochen und Gelenken können sich indes unterschiedlich darstellen. Im folgenden Ratgeber widmen wir uns dem Thema „Schulterluxation“. Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Und besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei einer Schulterluxation? Wir bringen Licht ins Dunkel und klären für Sie diese und weitere Fragen.

Schulterluxation: Was ist das?

Bevor wir uns der Frage nach einem Anspruch auf Schmerzensgeld nach einer Schulterluxation vor Gericht sowie dessen möglicher Höhe widmen, wollen wir Ihnen zunächst erläutern, was hiermit überhaupt gemeint ist. Vielen ist der Begriff überhaupt nicht geläufig. Es gilt das Folgende:

Unter einer Schulterluxation ist eine Ausrenkung des Schultergelenks zu verstehen. Neben einer unfallbedingten Luxation gibt es im Übrigen auch die anlagebedingte, die also erblicher Natur ist. Sofern nach einem Unfall der Verdacht einer Schulterluxation aufkommt, sollte eine Bewegung der Arme tunlichst vermieden werden. Ruhigstellung heißt die Devise, ggf. auch Kühlen.

Als sich anschließende medizinische Behandlungsmaßnahme kommen entweder eine Zurückverlagerung des Schultergelenks von außen (offene Reposition) oder eine solche auf operativem Wege (geschlossene Reposition) in Betracht.

Schmerzensgeld: Wird die Schulterluxation entschädigt?

Schmerzensgeld: Verletzungen der Schulter können Ansprüche begründen.

Schmerzensgeld: Verletzungen der Schulter können Ansprüche begründen.

„Habe ich einen Anspruch auf Schmerzensgeld?“ Wird die Schulterverletzung durch Fremdeinwirkung verursacht – sei es durch einen Unfall oder eine tätliche Auseinandersetzung – ist für viele die Frage von Interesse, ob hierfür ein Ersatz verlangt werden kann und wenn ja, in welcher Höhe.

Einschlägige Gesetzesnormen sind hier die Paragraphen 253 Absatz 2 und 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB). Grundsätzlich kann derjenige, der aufgrund der Handlung eines anderen verletzt wird, von diesem ein Schmerzensgeld verlangen. Dies gilt sowohl für eine vorsätzliche als auch für eine fahrlässige Herbeiführung der Schädigung. Sinn und Zweck, einen Anspruch auf Schmerzensgeld einzuführen, war es, einen Ausgleich immaterieller Schäden zu schaffen. Immaterielle Schäden sind solche, die nicht in einer Vermögenseinbuße bestehen.

Das Schmerzensgeld, ob bei Schulterluxation oder sonstigen Beschwerden, soll dem Opfer dabei stets eine Genugtuung für das ihm Angetane verschaffen. Ferner soll die Geldzahlung einen Ausgleich für das erlittene Leid sowie den erduldeten Schmerz darstellen.

Beide Aspekte spielen ferner eine Rolle bei der Höhe des Schmerzensgeldanspruchs. Je nachdem, welche Gesinnung der Schädiger hatte (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) und wie hoch das Maß an Schmerzen ist, fällt der Anspruch unterschiedlich hoch aus.

Wie hoch ist das Schmerzensgeld bei einer Schulterluxation?

Nicht ganz unbedeutend ist für Schmerzleidende in der Regel die bereits angedeutete Frage, in welcher Höhe sie einen Ersatzanspruch geltend machen können. Die Antwort lautet hierbei stets: Es kommt auf den Einzelfall an. Einheitliche und pauschale Aussagen über die Höhe von Schmerzensgeld, ob bei Schulterluxation oder sonstigen Beschwerden, können grundsätzlich nicht gemacht werden. Es lässt sich also nicht sagen: „Jede Schulterluxation verursacht einen Schmerzensgeldanspruch in Höhe von xy Euro.“


Jeder Fall gestaltet sich individuell, sowohl hinsichtlich der Schadensverursachung als auch im Hinblick auf den Heilungsprozess sowie das Maß an Schmerzen und Einschränkung. Liegt ggf. ein Dauerschaden vor? Jenes gilt es bei der Bemessung der Anspruchshöhe stets einzukalkulieren.

Zudem spielt es eine Rolle, ob der Schädiger vorsätzlich oder fahrlässig handelte, wie er wirtschaftlich gestellt ist und ob dem Verletzten ein Mitverschulden zur Last gelegt werden muss. Je nach Situation kann das Schmerzensgeld bei einer Schulterluxation also mal höher und mal niedriger ausfallen.

Schmerzensgeldtabelle: Verletzungen der Schulter

Folgender Tabelle können Sie gerichtliche Urteile zum Schmerzensgeld bei Schulterverletzungen entnehmen.

Verletzung Schmer­zens­geld bei Schul­ter­lux­a­tionGe­richt, Jahr, Az.
Schulter­luxation links mit knöchernem Ausriss der Supraspina­tussehne sowie einen mehrfrag­mentären SSP Ausriss sowie eine osteo­chondrale Impressions­fraktur der Kopf­kalotte des linken Schulter­gelenks8.000 €LG Mön­chen­glad­bach,
2011, 11 O 252/08
Schulter­luxation4.000 € OLG Schles­wig, 2012, 7 U 95/11
Schulter­verletzung; Schulter­luxation und Armläh­mung7.500 €OLG Frank­furt am Main, 2012, 3 U 213/10

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