Schmerzensgeld bei Bänderriss: Besteht ein Anspruch?

Gibt es Schmerzensgeld für einen Bänderriss?

Gibt es Schmerzensgeld für einen Bänderriss?

Nicht jedermann weiß einen gesunden Körper zu schätzen. Erst bei Verletzungen, und mögen diese noch so klein sein, wird deutlich, wie schnell sich Einschränkungen im Lebensalltag ergeben und wie sehr diese belasten können. Selbst ein verstauchtes Handgelenk oder eine Schnitt­wunde am Finger wird beim Duschen, Geschirrspülen oder Autofahren teils zur echten Herausforderung.

Eine Spur schmerzhafter wird es dann, wenn sich jemand eine größere Verletzung zuzieht wie beispielsweise einen Bänderriss. Hierbei kommt es zur Zerreißung eines Gelenk­bandes, sei es am Sprunggelenk, am Seitenband des Knies oder an einem anderen Gelenk des Körpers. Im folgenden Ratgeber wollen wir uns dieser Verletzungsart widmen und dabei insbesondere der Frage nachgehen, ob wegen einem Bänderriss Schmerzensgeld verlangt werden kann und in welcher Höhe ein derartiger Anspruch besteht. Außerdem erfahren Sie beispielhaft, wie die Gerichte in Deutschland in solchen Belangen geurteilt haben.

Schmerzensgeld: Begründet ein Bänderriss überhaupt Ansprüche?

Schmerzensgeld: Ein Bänderriss kann Ansprüche begründen.

Schmerzensgeld: Ein Bänderriss kann Ansprüche begründen.

Wer nach einem Unfall im Straßenverkehr oder aber infolge einer tätlichen Auseinandersetzung ein körperlich­es Leid davonträgt, stellt sich nicht selten die Frage nach eventuell bestehenden Ersatzansprüchen. Grundsätzlich kommt dabei neben dem Ausgleich materieller Schäden, beispielsweise für die Kosten einer ärztlichen Behandlung oder für beschädigte oder zerstörte Gegenstände, auch ein Anspruch auf Schmerzensgeld in Betracht. Doch kann ein solches einfach so verlangt werden?

Grundsätzlich kann Schmerzensgeld, ob bei Bänderriss, einem Schleudertrauma oder bei sonstigen Verletzungen, verlangt werden, wenn eine Person einen anderen vorsätzlich oder sogar fahrlässig an Körper und/oder Gesund­heit verletzt bzw. schädigt. Es handelt sich bei einer entsprechenden Verletzung um einen sogenannten Schaden immaterieller Natur, also um einen solchen, der keine Vermögenseinbuße darstellt. Dennoch sieht es die deutsche Rechts­ordnung vor, auch derartige Einschränkungen auszugleichen. Der Ersatzanspruch soll dem Betroffenen zum einen eine Art Genugtuung für den erfahrenen Schmerz und die Einschränkung verschaffen. Zum anderen wird diese finanziell adäquat ausgeglichen.


Wer einen Anspruch auf Schmerzensgeld bei einem Bänderriss geltend machen will, muss sich nicht zwangsläufig durch einen Anwalt vertreten lassen. Dennoch kann dies von Vorteil sein, denn ein Rechtsanwalt weiß, worauf es ankommt und mit welchen Tricks der Unfallgegner bzw. Schädiger zu Zahlungen bewegt werden kann, teilweise auch außergerichtlich.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld ist gesetzlich in § 253 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB) verankert.

Schmerzensgeld bei Bänderriss: Wie hoch ist der Anspruch?

Schmerzensgeld bei Bänderriss: Die Anspruchshöhe variiert je nach Fall.

Schmerzensgeld bei Bänderriss: Die Anspruchshöhe variiert je nach Fall.

Die Frage danach, in welcher Höhe Schmerzensgeld bei einem Bänderriss verlangt werden kann, ist keineswegs einheitlich zu beantworten. Jeder Ersatzanspruch ist individueller Natur. Berücksichtigt werden sämtliche Umstän­de, die zu den jeweils in Rede stehenden Verletzungen geführt haben.

  • Wie kam es zu dem Ereignis und welcher Gesinnung war der Schadensverursacher?
  • Wie schwer­wiegend ist der Bänderriss? Verbleibt sogar ein Dauer­schaden?
  • Wer trägt zu welchen Teilen Schuld?
  • Trifft den Verletzten gar eine Mitschuld?
  • Wie viele Monate oder Wochen dauerte der Heilungsprozess, eine eventuelle Arbeitsun­fähigkeit und/oder ein Kranken­hausaufenthalt?
  • Wie ist der Schädiger finanziell auf­gestellt?

Erst nach der Beantwortung und Berücksichtigung all jener – und weiterer – Fragen, kann ermittelt werden, in welcher Höhe Schmerzensgeld bei einem Bänderriss gefordert werden kann. Selbst wenn Sie einen Rechtsanwalt hinzuziehen, muss dieser über besagte Umstände informiert werden, um eine ungefähre Einschätzung abgeben zu können.

Die Aspekte finden sowohl bei der außergerichtlichen Geltendmachung Anwendung wie auch vonseiten der urteilenden Richter im Falle eines Zivilprozesses.

Urteile zum Thema „Schmerzensgeld bei Bänderriss“

Folgender Tabelle können Sie entnehmen, in welcher Höhe Schmerzensgeld bei einem Bänderriss vonseiten deutscher Gerichte zugesprochen in früheren Entscheidungen zugesprochen wurde Es wird deutlich, wie frappierend die dabei zugesprochene Höhe des Schmerzensgeldes auseinandergeht, je nach Schwere der Verletzungen und Schmerzen.

Verletzung Schmer­zens­geld bei Bän­der­rissGe­richt, Jahr, Az.
Bänderriss am Knie, Beinvenen­thrombose, Sprungge­lenksbruch, Prellung, Blutergüsse, posttrau­matische Depression55.000 € OLG Ber­lin, 2013, 22 U 270/12
Bänderriss am Sprung­gelenk nebst Hautab­schürfungen 3.000 € LG Ol­den­burg, 1990, 4 O 3022/89
Bänder­riss am Daumen 2.000 € AG Soest, 2011, 13 C 202/11
Waden­beinbruch, Bänderriss und Trümmer­bruch des Sprungge­lenks 3.000 € LG Bo­chum, 2004, 5 O 66/03
Zweifacher Bänder­riss des oberen Sprungge­lenks am Knöchel 12.500 € OLG Cel­le, 2000, 14 U 246/98

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