Mischbereifung: Was ist erlaubt?

Bußgeldtabelle zur Mischbereifung

VerstoßBußgeld in EuroPunkte in Flensburg
Sie fuhren mit einem Kfz, auf dessen Achse unzulässig Radial- und Diagonalreifen aufgezogen waren15
Sie ordneten die Inbetriebnahme eines Kfz an, auf dessen Achse unzulässig Radial- und Diagonalreifen aufgezogen waren30
Winter- und Sommerreifen kombiniert und dadurch Winterreifenpflicht missachtet601
... mit Behinderung801
... mit Gefährdung1001
... mit Unfall1201

FAQ: Mischbereifung

Was versteht man unter Mischbereifung?

Die amtliche Bezeichnung „Mischbereifung” bedeutet, dass bei einem Kraftfahrzeug sowohl Diagonal- als auch Radialreifen aufgezogen sind. Im weiteren Sinne wird der Begriff aber oft für jede Kombination verschiedener Reifen an einem Fahrzeug benutzt.

Ist Mischbereifung am Auto erlaubt?

Das kommt darauf an, was für Reifen Sie miteinander kombinieren wollen. Ein Mix aus Diagonal- und Radialreifen ist bei Pkw ausdrücklich verboten (§ 35 Abs. 6 StVZO). Zudem ist es zwar grundsätzlich erlaubt, Sommer- und Winterreifen zu mischen, wenn jedoch winterliche Straßenverhältnisse herrschen, müssen sämtliche Räder am Fahrzeug mit Winter- bzw. Ganzjahresreifen ausgestattet sein. Die Kombination von Reifen verschiedener Größen wiederum ist nur erlaubt, wenn dies in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 aufgeführt ist.

Sind unterschiedliche Reifen auf einer Achse gestattet?

Reifen verschiedener Größen dürfen nicht auf die gleiche Achse montiert werden. Sie dürfen aber z. B. Reifen von verschiedenen Herstellern oder unterschiedliche Reifenmodelle auf ein und dieselbe Achse aufziehen. Die Kombination von Sommer- und Winterreifen ist ebenfalls erlaubt, solange keine winterlichen Verhältnisse herrschen. Grundsätzlich ist es jedoch nicht empfehlenswert, verschiedene Reifen auf einer Achse zu montieren.

Ist eine Mischbereifung am Motorrad erlaubt?

Ja, grundsätzlich ist das Fahren mit unterschiedlichen Reifen auf Motorrädern gestattet. Sollte in den Fahrzeugpapieren allerdings eine Reifenfabrikatsbindung vermerkt sein, dürfen nur die dort ausgewiesenen Reifen am Motorrad montiert werden.

Reifen sind sehr unterschiedlich – aber darf man sie kombinieren?

Unterschiedliche Reifen pro Achse: Ist das erlaubt?
Unterschiedliche Reifen pro Achse: Ist das erlaubt?

Fahrzeugreifen können sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen: Manche sind größer, andere kleiner; manche eignen sich für hohe Geschwindigkeiten, andere weniger; manche zeichnen sich durch einen geringen Spritverbrauch aus und andere durch gute Bremseigenschaften. Fahrzeugbesitzer sollten sich also schon etwas genauer überlegen, welche Reifen sie auf ihr Fahrzeug aufziehen wollen.

Oft kommt dabei die Frage auf, ob eine sogenannte Mischbereifung, also die gleichzeitige Verwendung verschiedener Reifentypen, am Auto erlaubt ist. Der Gesetzgeber macht hierzu zwei Vorgaben, die sich beide in § 36 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) finden lassen:

  1. Die Maße und die Bauart von Fahrzeugreifen müssen den Betriebsbedingungen entsprechen. Es dürfen also grundsätzlich nur solche Reifen aufgezogen werden, die laut Fahrzeugpapieren erlaubt sind.
  2. Die Kombination von Diagonal- und Radialreifen ist für Pkw verboten.

Sofern diese beiden Regeln beachtet werden, ist eine Mischbereifung üblicherweise erlaubt. Sie dürfen also z. B. Reifen unterschiedlicher Breite aufziehen, sofern diese Maße laut Fahrzeugpapieren erlaubt sind. Ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 bzw. in die CoC-Papiere verrät Ihnen, ob eine unterschiedliche Reifengröße auf Vorder- und Hinterachse vom Hersteller gestattet wird oder nicht.

Hinweis: Es ist sogar erlaubt, Winter- und Sommerreifen miteinander zu mischen. Das gilt allerdings nur, wenn keine winterlichen Straßenverhältnisse herrschen. Andernfalls greift nämlich die Winterreifenpflicht, welche für alle Räder am Auto gilt. in diesem Fall ist die einzige erlaubte Mischbereifung eine Kombination aus Winter- und Ganzjahresreifen.

Was bringt Mischbereifung am Auto?

Eine Mischbereifung ist meist nicht empfehlenswert.
Eine Mischbereifung ist meist nicht empfehlenswert.

Eine Mischbereifung hat kaum Vorteile. Viele Autobesitzer entscheiden sich aus Kostengründen oder aus Bequemlichkeit für eine Mischbereifung, z. B. wenn drei Reifen noch einwandfrei sind und nur der vierte ausgetauscht werden muss. Dann kann es günstiger oder einfacher sein, den nächstbesten Reifen zu kaufen, der sich letzten Endes von den übrigen unterscheidet.

In der Tuning-Szene kommt es schon häufiger vor, dass sich der Fahrzeugbesitzer bewusst für eine Mischbereifung entscheidet. Das hat meist optische Gründe, weil viele eine Kombination aus schmalen Vorder- und breiten Hinterreifen als sportlich empfinden.

Grundsätzlich ist eine Mischbereifung jedoch nicht empfehlenswert, da sie sich negativ auf das Fahrverhalten des Autos auswirken kann. Insbesondere wenn die Profilstrukturen unterschiedlich sind, besteht das Risiko, dass sich die Bremseigenschaften verschlechtern und die Räder bei Nässe weniger Haftung haben.

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