Seitenstreifen: Befahren, Parken, Halten – Was ist zulässig?

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Oft als Standstreifen oder Randstreifen bezeichnet, ist der Seitenstreifen den meisten Autofahrern ein Begriff. Allerdings ist die richtige Benutzung dieses Teils einer Straße oft noch ein Mysterium. Dabei kann ein Verstoß gegen die Vorschriften durchaus höhere Bußgelder und auch Punkte nach sich ziehen.

VerstoßBußgeldPunkte
Seitenstreifen unerlaubt
befahren
10 EUR
... mit Behinderung anderer15 EUR
... mit Gefährdung anderer20 EUR
unerlaubt auf dem
Seitenstreifen
gehalten
10 EUR
unerlaubt auf dem
Seitenstreifen
geparkt
25 EUR
Seitenstreifen befahren, um
schneller voranzukommen
75 EUR1
... mit Gefährdung anderer90 EUR1
... Unfall verursacht110 EUR1
Seitenstreifen in
falscher Richtung
befahren
130 EUR1
... mit Gefährdung anderer160 EUR1
... Unfall verursacht195 EUR1
auf dem Seitenstreifen
einer Autobahn oder
Kraftfahrstraße
gewendet
130 EUR1
... mit Gefährdung anderer160 EUR1
... Unfall verursacht195 EUR1
auf dem Seitenstreifen
einer Autobahn oder
Kraftfahrstraße
rückwärts gefahren
130 EUR1
... mit Gefährdung anderer160 EUR1
... Unfall verursacht195 EUR1

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Stand- bzw. Seitenstreifen: Definition und Aufgabe


Seitenstreifen sind kein Teil der Fahrbahn, sondern von dieser abgetrennt.

Seitenstreifen sind kein Teil der Fahrbahn, sondern von dieser abgetrennt.

Bevor sich Verkehrsteilnehmer mit Fragen wie „Darf ich auf dem Seitenstreifen fahren bzw. parken?“ oder „Droht auf dem Standstreifen eine Strafe, wenn er befahren wird?“ befassen, sollte geklärt werden, wann es sich um einen Standstreifen handelt.

Was ist also ein Seitenstreifen? In Deutschland wird als solches in der Regel ein Teil der Straße bezeichnet, der sich rechts neben der Fahrbahn befindet. Er ist durch eine durchgehende Linie abgetrennt und gilt nicht als Teil der Fahrbahn. Zudem muss hier zwischen einem Standstreifen und einem Parkstreifen unterschieden werden.

Üblicherweise sind Seitenstreifen auf Autobahnen, Kraftfahrstraßen und teilweise auch auf Bundesstraßen angelegt. Allerdings muss dies nicht der Fall sein. Darüber hinaus kann es sich um einen unbefestigten oder einen befestigten Seitenstreifen handeln. Die rechtliche Grundlage wie eine Straße zu nutzen ist, wurde durch § 2 Straßenverkehrsordnung (StVO) geschaffen. So ist auch der Seitenstreifen in der StVO verankert.

§ 2 StVO sagt diesbezüglich Folgendes:

(1) 1Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.

Des Weiteren wird in der Verwaltungsvorschrift zu § 2 Abs. 4 StVO definiert, dass ein Seitenstreifen der „unmittelbar neben der Fahrbahn liegende Teil der Straße“ ist und dieser, wie bereits erwähnt, „befestigt oder unbefestigt sein“ kann.

Die wichtigsten Funktionen eines Seitenstreifens

Seitenstreifen: Nicht jede Autobahn ist mit einem solchen ausgestattet.

Seitenstreifen: Nicht jede Autobahn ist mit einem solchen ausgestattet.

Grundsätzlich dient der Seitenstreifen dazu, Fahrern im Notfall oder bei einer Panne, die Möglichkeit zu geben, ihr Fahrzeug abstellen zu können. Fehlt zum Beispiel in Tunneln oder auf Autobahnen bzw. Kraftfahrtstraßen ein Seitenstreifen, kann ein Auto schnell zum Hindernis oder zur Unfallquelle werden, wenn es liegen bleibt.

Ob nun unbefestigter oder befestigter Seitenstreifen, ist ein solcher vorhanden, kann das die Sicherheit auf der Straße erhöhen. Insbesondere in einem Tunnel trägt, die Möglichkeit, das Fahrzeug abstellen oder bei Hindernissen über einen Standstreifen fahren zu können, zum Sicherheitsaspekt bei.

Des Weiteren kann dieser Teil der Straße auch genutzt werden, um gesperrten Spuren auszuweichen bzw. für die Verkehrsführung bei einer Baustelle. Das bedeutet jedoch nicht, dass bei einem Stau der Standstreifen automatisch befahren werden kann. Benötigt zum Beispiel die Autobahnmeisterei für Arbeiten entlang der Straße Raum, wird in der Regel dann der Seitenstreifen zum Arbeitsbereich umfunktioniert.

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Wozu darf der rechte Seitenstreifen benutzt werden?

Nicht freigegebener Standstreifen: Trotzdem fahren führt zur Strafe bzw. zum Bußgeld gemäß Bußgeldkatalog.

Nicht freigegebener Standstreifen: Trotzdem fahren führt zur Strafe bzw. zum Bußgeld gemäß Bußgeldkatalog.

Darf ich auf dem Standstreifen überhaupt fahren? Ist das Parken auf dem Standstreifen in Ausnahmefällen erlaubt? Wann darf der Seitenstreifen denn überhaupt genutzt werden? Das sind in der Regel die häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit diesem Teil der Straße auftauchen.

Grundsätzlich gelten die in der StVO definierten Vorgaben. Dazu gehört auch, dass das Fahren auf dem Standstreifen sowohl bei Stau als auch in allen anderen Verkehrssituationen nicht gestattet ist. Dies ist nur dann zulässig, wenn bestimmte Verkehrszeichen den Seitenstreifen dafür freigeben.

Einzig Fahrradfahrer und außerorts auch landwirtschaftliche Fahrzeuge bzw. Fuhrwerke dürfen auf dem Seitenstreifen unterwegs sein. Hier sollte jedoch beachtet werden, dass dies nur auf Straßen gilt, die mit diesen Fahrzeugen auch benutzt werden dürfen. So dürfen auch Radler oder Fahrzeuge, die nicht schneller als 60 km/h fahren können, weder die Fahrspur noch den Standstreifen auf der Autobahn oder einer Kraftfahrstraße nutzen.

Das Fahren auf dem Seitenstreifen ist zudem unter anderem erlaubt, wenn es dazu dient, anderen das Überholen zu ermöglichen. Dies gilt jedoch nicht auf Autobahnen. Hier sollte der Seitenstreifen nie dazu genutzt werden, um schneller voranzukommen. Das kann zu Unfällen führen, wenn z. B. andere auf den Seitenstreifen ausscheren oder sich dort ein liegengebliebenes Fahrzeug befindet.

Den Seitenstreifen zu befahren, ist bei Stau ohne eine Anweisung durch die Polizei nicht gestattet

Den Seitenstreifen zu befahren, ist bei Stau ohne eine Anweisung durch die Polizei nicht gestattet

Wichtig in diesem Zusammenhang ist ebenfalls, dass es sowohl permanente als auch temporäre Seitenstreifen geben kann. Letzter wird meist durch Lichtzeichen oder Verkehrsschilder für das Befahren freigegeben – beispielsweise, wenn es die Verkehrslage erforderlich macht. In der Regel sollen solche Maßnahmen den Verkehrsfluss lenken und Staus verhindern.

Wann darf auf dem Seitenstreifen gefahren werden?

Um auf der Standspur für das Fahren keine Strafe bzw. kein Bußgeld zu bekommen, sollten Fahrer wissen, wann sie auf den Seitenstreifen ausweichen dürfen. In Deutschland müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, damit das Befahren durch Verkehrsschilder oder Lichtzeichen freigegeben wird.

Alle Voraussetzung müssen erfüllt sein, damit eine Freigabe erfolgt. So muss eine konkrete Staugefahr bestehen oder sich ein Stau gebildet haben. Darüber hinaus muss der Seitenstreifen vor und auch während der Freigabe auf Hindernisse hin kontrolliert werden, z. B. durch Videoüberwachung. Für alle Fahrspuren gilt ein Tempolimit von 120 km/h.

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Ist eine Freigabe durch Verkehrszeichen oder Lichtzeichen nicht möglich, kann es dennoch Gründe geben, warum Autofahrer auf den Seitenstreifen ausweichen müssen. So kann die Autobahnpolizei dies anweisen, wenn es die Verkehrssituation bzw. ein Notfall erforderlich machen. Im Notfall ist das Befahren natürlich auch ohne Aufforderung der Polizei gestattet.

Dies ist dann der Fall, wenn Verkehrsteilnehmer eine Panne oder einen Unfall haben, sie krankheitsbedingt nicht mehr fahrtauglich sind oder ihnen ein Falschfahrer entgegen kommt. In Ausnahmefällen kann das Befahren auch dann zulässig sein, wenn die Witterungsbedingungen erfordern. Bei Glatteis beispielsweise darf der Seitensteifen nur kurzfristig und mit eingeschaltetem Warnblinklicht befahren werden.

Halte- oder Parkverbot auf dem Seitenstreifen?

Bußgeld: Auf dem Standstreifen zu fahren, kann unterschiedliche Sanktionen mit sich bringen.

Bußgeld: Auf dem Standstreifen zu fahren, kann unterschiedliche Sanktionen mit sich bringen.

Befindet sich der Seitenstreifen auf der Autobahn bzw. auf einer Kraftfahrtstraße, ist ein generelles Halteverbot zu beachten. Fahrzeuge dürfen hier weder kurz- noch langfristig abgestellt werden. Das bedeutet auch, dass das Parken auf dem Seitenstreifen untersagt ist.

Für Straßen, die nicht als Autobahn oder Kraftfahrstraße definiert sind, gelten die Vorgaben gemäß § 12 StVO. Ein Parkverbot oder Halteverbot auf dem Seitenstreifen gilt dann, wenn es durch Verkehrszeichen angezeigt wird. Ist das nicht der Fall, soll zum Halten und Parken der befestigte Seitenstreifen genutzt werden, sofern dieser vorhanden ist.

Droht eine Strafe, wenn der Standstreifen zum Fahren genutzt wird?

Eine Strafe ist auf dem Seitenstreifen in der Regel nicht zu befürchten, denn Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Das heißt, dass Verkehrsteilnehmer hier mit einem Bußgeld, Punkten und eventuell auch Fahrverboten rechnen müssen, wenn sie den Seitenstreifen widerrechtlich nutzen. So wird, wenn Fahrer auf dem Standstreifen überholen, zwar keine Strafe ausgesprochen, das Bußgeld kann jedoch bei 75 Euro liegen und einen Punkt mit sich bringen.
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