Verkehrspsychologische Beratung in der Probezeit: Ablauf und Kosten

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Die verkehrspsychologische Beratung findet in Einzelgesprächen statt.

Die verkehrspsychologische Beratung findet in Einzelgesprächen statt.

Mit dem Erwerb einer Fahrerlaubnis geht ein Gefühl von Freiheit einher. Endlich sind Sie nicht mehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen oder müssen sich von Eltern, Freunden oder Bekannten abholen lassen.

Doch mit diesem neu gewonnen Freiheitsgefühl gehen auch Rechte und Pflichten einher. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, kann andere gefährden, wenn er die Regeln missachtet. Zudem müssen Sie stets dafür sorgen, dass der Wagen auch tatsächlich verkehrssicher ist.

Regelmissachtungen in der Probezeit, die mit dem Erwerb des Führerscheins anbricht, fallen dabei besonders ins Gewicht und werden in A- und B-Verstöße unterteilt. Als Probezeitmaßnahme kann die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfohlen werden. Was das genau ist und wie sie abläuft, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Wann ist eine verkehrspsychologische Beratung erforderlich?

In Deutschland wird der Führerschein nach dem Bestehen der praktischen Fahrprüfung zunächst auf Probe für zwei Jahre gewährt. In diesem Zeitraum steht der Fahranfänger unter besonderer Beobachtung und Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) haben weitreichendere Konsequenzen als die Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog.

Bei der verkehrspsychologischen Beratung soll das eigene Verhalten reflektiert werden.

Bei der verkehrspsychologischen Beratung soll das eigene Verhalten reflektiert werden.

Es wird eine Unterteilung in A- und B-Verstöße vorgenommen. Bei einem A- oder zwei B-Verstößen werden Probezeitmaßnahmen ergriffen: Selbige verlängert sich um zwei Jahre und der Führerscheinneuling muss an einem Aufbauseminar teilnehmen.

Kommt es zu einem erneuten A-Verstoß in der verlängerten Probezeit wird dem Fahranfänger nahegelegt, eine verkehrspsychologische Beratung aufzusuchen. Die Teilnahme ist allerdings nicht verpflichtend. Es steht jedem Führerscheinbesitzer auf Probe frei, die verkehrspsychologische Beratung in Anspruch zu nehmen oder nicht.

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Wie ist der Ablauf einer verkehrspsychologischen Beratung?

Eine verkehrspsychologische Beratung soll dem Fahranfänger helfen, sein Fehlverhalten zu erkennen und im Gespräch mit dem Psychologen Lösungswege zu finden. Ihr Zweck wird in § 38 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) definiert:

In der verkehrspsychologischen Beratung soll der Inhaber der Fahrerlaubnis veranlasst werden, Mängel in seiner Einstellung zum Straßenverkehr und im verkehrssicheren Verhalten zu erkennen und die Bereitschaft zu entwickeln, diese Mängel abzubauen. Die Beratung findet in Form eines Einzelgesprächs statt; sie kann durch eine Fahrprobe ergänzt werden, wenn der Berater dies für erforderlich hält. Der Berater soll die Ursachen der Mängel aufklären und Wege zu ihrer Beseitigung aufzeigen. Das Ergebnis der Beratung ist nur für den Betroffenen bestimmt und nur diesem mitzuteilen. Der Betroffene erhält jedoch eine Bescheinigung über die Teilnahme zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde […].

Im Paragraphen finden sich auch Anhaltspunkte, wie eine verkehrspsychologische Beratung ablaufen sollte. Demnach handelt es sich um Einzelgespräche zwischen dem Fahranfänger und einem staatlich anerkannten Psychologen.

Grundsätzlich soll eine Dauer von insgesamt vier Stunden unterteilt in drei bis vier Gespräche nicht überschritten werden. Die Gesprächstermine können frei gewählt werden, einen festen Terminplan gibt es nicht. Allerdings dürfen zwischen dem ersten und letzten Beratungsgespräch nicht weniger als 14 Tage und nicht mehr als ein Monat liegen.

Möchten Sie eine verkehrspsychologische Beratung in Anspruch nehmen, sind folgende Unterlagen einzureichen, bevor das Gespräch mit dem Psychologen beginnen kann: Identitätsnachweis, aktueller Punkteauszug aus Flensburg und Zahlungsbelege für die verkehrspsychologische Beratung.

Verkehrspsychologische Beratung: Welche Kosten entstehen?

Die Kosten für eine verkehrspsychologische Beratung müssen Sie selbst tragen.

Die Kosten für eine verkehrspsychologische Beratung müssen Sie selbst tragen.

Da nun geklärt ist, dass Sie, bevor Sie die verkehrspsychologische Beratung durchführen lassen können, einen Zahlungsbeleg vorlegen müssen, stellt sich unweigerlich die Frage, welche Kosten Sie dafür einplanen müssen.

Je nach Anbieter können die Kosten variieren, sodass keine pauschale Angabe möglich ist. Sie können aber in etwa mit 300 Euro rechnen. Da eine verkehrspsychologische Beratung auf freiwilliger Basis erfolgt, sollten Sie gut abwägen, ob Sie sich diese überhaupt leisten können.

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Wer bekommt ein verkehrspsychologisches Gutachten?

Die verkehrspsychologische Beratung ist für Fahranfänger vorgesehen und nicht mit der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zu verwechseln. Letztere kann beispielsweise im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum im Straßenverkehr angeordnet werden.

Sie dient der Überprüfung der Fahreignung des Teilnehmers und gliedert sich in drei Abschnitte. Neben einer ärztlichen Untersuchung und Reaktionstest ist dabei auch ein Gespräch mit einem Psychologen vorgesehen.

Dieser stellt im Anschluss das verkehrspsychologische Gutachten aus, welches letztendlich entscheidet, ob der Teilnehmer die MPU bestanden hat oder nicht.

Wichtig: Bei einer verkehrspsychologischen Beratung wird kein Gutachten erstellt! Die Ergebnisse der Gespräche sind allein für den Fahranfänger bestimmt. Allerdings gibt es eine Teilnahmebestätigung, die Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen können.
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