Fahrlässigkeit: Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

Was genau bedeutet der Ausdruck Fahrlässigkeit? In der Rechtssprache häufig verwendet, ist er im alltäglichen Gebrauch vielen Menschen zwar ein Begriff, aber doch auch nicht gänzlich klar in seiner Bedeutung. In diesem Ratgeber erfahren Sie deshalb, was genau hinter dem Ausdruck „Fahrlässigkeit“ steckt, wann er in der Regel zum Einsatz kommt und noch einiges mehr.

Fahrlässigkeit: Eine Definition im Strafrecht

Unaufmerksamkeit oder Streit hat nicht selten eine fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr zur Folge.

Unaufmerksamkeit oder Streit hat nicht selten eine fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr zur Folge.

Definiert wurde der Ausdruck der Fahrlässigkeit vor allem in der Rechtsprechung. Das Strafrecht und das Zivilrecht verwenden diesen Term, jedoch meist in einer etwas unterschiedlichen Ausführung. Die folgende Definition von Fahrlässigkeit soll deshalb einen allgemeinen Einblick in die Begrifflichkeit geben und vor allem Bezug auf Fahrlässigkeit im Straßenverkehr nehmen.

Im Strafrecht ist zunächst zu entscheiden, ob die Fahrlässigkeit bewusst oder unbewusst war. Dies kann ausschlaggebend für die Strafe sein, die der Täter bekommt. Unbewusst heißt hierbei also, dass der Täter seine Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen hat – ohne, dass er oder sie es vorausgesehen hat oder gewollt hat. Der Täter hat nicht vorausschauend gedacht, obwohl dies angemessen und möglich gewesen wäre. Dies wird auch als „Negligentia“ bezeichnet.

Handelt ein Täter allerdings bewusst fahrlässig, geht dieser auch bewusst das Risiko ein, sich strafbar zu machen. In diesem Fall weiß der Täter genau, dass etwas passieren kann, zum Beispiel ein Unfall im Straßenverkehr, missachtet die Regeln aber trotzdem in der Hoffnung, dass trotz seines Handelns nichts Schlimmes passiert. Diese bewusste Fahrlässigkeit wird auch „Luxiara“ genannt. Eine Verletzung der erforderlichen Pflicht zur Sorgfalt steht selbstverständlich in beiden Fällen im Raum.

Das Strafgesetzbuch hat feste Bestimmungen für Fahrlässigkeit festgelegt. So sagt der § 15 Vorsätzliches und fahrlässiges Handeln Folgendes aus: „Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln, wenn nicht das Gesetz fahrlässiges Handeln ausdrücklich mit Strafe bedroht.“ Die begangene Tat in Bezug auf Fahrlässigkeit muss im Strafrecht demnach zuerst als Strafe eingestuft werden, damit fahrlässiges Handeln im Strafrecht strafbar sein kann. Erst wer seine Sorgfalt verletzt hat und seine Handlung gleichzeitig damit als Straftat eingestuft wird, ist im Begriff, als fahrlässige Person eingestuft zu werden.

Der § 15 nennt in diesem Zusammenhang aber auch den Ausdruck des vorsätzlichen Handelns. Vorsatz bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Person beziehungsweise der Täter willentlich und wissentlich eine Straftat begangen hat. Aus diesem Grund ist eine Handlung mit Vorsatz auch immer strafbar nach dem StGB. Vorsatz und Fahrlässigkeit ist nach dem StGB also zu unterscheiden.

Fahrlässigkeit im Zivilrecht

Fahrlässiges Handeln wird häufig durch fahrlässige Trunkenheit am Verkehr verursacht und bedeutet meist schwere Folgen.

Fahrlässiges Handeln wird häufig durch fahrlässige Trunkenheit am Verkehr verursacht und bedeutet meist schwere Folgen.

Laut des Zivilrechts zeigt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) im § 276 Verantwortlichkeit des Schuldners,Abs. 2 auf, dass derjenige „[f]ahrlässig handelt, [welcher] die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.“ Unachtsamkeit im Straßenverkehr führt demnach laut BGB nicht selten zur Einstufung als fahrlässig. Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass Sorgfalt in unterschiedlichen Situationen auch verschieden definiert wird.

Ein Fall von Fahrlässigkeit findet innerhalb von Interaktionen statt. Sie hängt also immer von der konkreten Situation ab und von den Fähigkeiten, die die Teilnehmer innerhalb einer Interaktion besitzen. Natürlich müssen für Interaktionen auch immer bestimmte Grundbedürfnisse erfüllt sein, wenn eine Fahrlässigkeit vermieden werden soll.

Die zivilrechtliche Unterscheidung der Fahrlässigkeit

Im Zivilrecht existieren verschiedene Grade oder Stufen der Fahrlässigkeit. Insgesamt definiert es vier Stufen, die nachfolgend und beginnend mit stärksten Grad aufgeführt sind:

  • grobe Fahrlässigkeit
  • mittlere Fahrlässigkeit
  • leichte Fahrlässigkeit
  • einfache Fahrlässigkeit

Rechtsanwälte sollten Ihnen Fragen zur Sorgfalt im Verkehr beantworten können und Ihnen bei der Zuordnung Ihrer Tat und den jeweilig möglichen Konsequenzen helfen können. Vor allem müssen Sie mit hohen Strafen rechnen, wenn Sie grob fahrlässig gehandelt haben. Im Strafrecht kann das beispielsweise eine fahrlässige Körperverletzung (mit Todesfolge), fahrlässige Tötung oder fahrlässige Brandstiftung sein.

Weiterführende Informationen

Unter den folgenden Links finden Sie ausführliche Informationen zur fahrlässigen Körperverletzung mit Todesfolge, fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Brandstiftung:

Fest steht: Wer Alkohol oder Drogen am Steuer in Kauf nimmt, sich nicht an Lichtzeichen oder Verkehrsschilder hält, wie zum Beispiel eine rote Ampel zu überfahren, und im schlimmsten Falle dadurch einen Unfall verursacht, handelt fahrlässig. In vielen Fällen kommt die Versicherung bei Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers nicht für die Kosten auf. Ob das wirklich der Fall ist, ist dem Versicherungsschein zu entnehmen oder bei der jeweiligen Versicherung nachzufragen. Fahrlässige Sachbeschädigung kann also teuer und ärgerlich werden. Fahrlässigkeit, bei der Menschen zu Schaden gekommen sind, endet immer vor Gericht. Rechtsanwälte sind hierbei nicht nur eine hilfreiche Stütze, sondern Pflicht vor Gericht.

{ 2 Kommentare… add one }
  • Jan Meves 6. April 2016, 15:41

    Wenn das mal war wäre dann wäre mir geholfen. Ich bin Rad gefahren von links kam ein Auto das 80 Meter entfernt war. Bis komplett auf die andere Seite waren es von mir aus ca. 20 Meter. Der hatte nach ca. 18 Metern Sicht – vor der Kollision noch immer eine Restgeschwindigkeit von ca 34 km pro Stunde – in einer 30er Zone zwischen Schule und Altersheim neben einer Einmündung. Ich hatte 0,5 Sekunden zum bremsen, wobei sich die Bautenzüge weiteten – es war mir unmöglich zu bremsen. Ich hatte Schnappatmung, Lungenprellung, etliche Deckplattenimpressionen, Frakturen in Rippen, Wirbelsäule, Zeh. Die Polizei Wernigerode und Staatsanwaltschaft Halberstadt weigern sich hartnäckig einer Anzeige auf Verfolgung der Fahrlässigen Körperverletzung nachzugehen – eine zum Himmel stinkende Sauerei ! Ich wurde auf der vom Autofahrer aus gesehen linken Seite angefahren. Wenn jemand ausweicht kann er auch bremsen – hat er auch gemacht, aber angeblich hätte er mich ja auch ungebremst rammen können – möglicher Weise muß man entweder unter dem Folgen eines Schädelhirntraumas leiden, oder unter Drogen stehen um das nachvollziehen zu können (Metamizol reicht da nicht). Ich meine Autofahrer fährt nach links -reagiert also – hat ne Restgeschwindigkeit von mindestens 34 km/h und soll dann angeblich voll nach der StVO gefahren sein ???? Was passiert wenn da mal ein Kind totgefahren wird ? Ich rate mal das Kind hat Schuld, die Eltern müßen für den Schaden aufkommen, die reinigung der Str. bezahlen und der Autofahrer der 90 fuhr lacht sich kaputt.

  • steffi 16. Oktober 2016, 10:03

    habe im Dorf meinen vier jährigen Enkel auf dem Schoss das Auto lenken lassen und bin dann in eine Polizei kontrolle

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