Seitenabstand laut StVO: Das gilt im Straßenverkehr

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Hier finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog 2019, der die Bußgelder zum Seitenabstand definiert.

TatbestandBußgeld
Punkte in Flensburg
Beim Überholen wurde nicht der gebotene Sicherheitsabstand eingehalten.30 Euro
Ein Kind, ein älterer Mensch oder ein Hilfsbedürftiger wurde durch nicht ausreichenden Seitenabstand gefährdet.80 Euro
1 Punkt
Ein Kind, ein älterer Mensch oder ein Hilfsbedürftiger wurde durch nicht ausreichenden Seitenabstand geschädigt.100 Euro
1 Punkt
Wird der vorgegebene Seitenabstand nicht eingehalten, geraten vor allem Radfahrer in Gefahr.

Wird der vorgegebene Seitenabstand nicht eingehalten, geraten vor allem Radfahrer in Gefahr.

Geht es um Abstand im Verkehr, denken die meisten Fahrzeugführer zu allererst an den Sicherheitsabstand. Dieser muss unter anderem durch Autofahrer eingehalten werden und bestimmt die Distanz, die zum vorausfahrenden Fahrzeug bestehen darf. Doch auch der Seitenabstand, der beim Überholen von stehenden Fahrzeugen oder sich bewegenden Verkehrsteilnehmern wichtig ist, spielt im Verkehrsrecht eine entscheidende Rolle.

Vor allem Radfahrer geraten immer wieder in gefährliche Situationen, weil Führer von Kfz es mit der Entfernung nicht ganz so genau nehmen. Doch welche Regeln gilt es eigentlich einzuhalten, wenn es um die seitliche Distanz im Verkehr geht? Was sagt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) zum Seitenabstand? Wie sieht die herrschende Rechtsprechung diesen Aspekt? Dieser Ratgeber verrät es Ihnen! Nicht zuletzt werden in der obigen Tabelle mögliche Bußgelder dargestellt, welche Verkehrsteilnehmer erwarten können, die vorgeschriebene Abstände nicht einhalten.


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Klar geregelt: Seitenabstand beim Parken und in anderen Situationen

Ein Problem gibt es beim seitlichen Abstand: Verkehrszeichen, die diesen sichtbar für alle vorgeben, gibt es nicht. Das liegt schlicht daran, dass hier durch die Gesetzgebung und durch die herrschende Rechtsprechung feste Werte vorgegeben sind, welche in allen Verkehrssituationen gelten und nicht in Bezug auf Distanz variieren. Aus diesem Grund müssen keine gesonderten Schilder aufgestellt werden.

Schon § 1 StVO gibt das Gebot vor, andere nicht zu schädigen, zu gefährden oder zu behindern. Auch in Bezug auf Seitenabstand müssen Verkehrsteilnehmer daher Vorsicht walten lassen.

In § 5 Absatz 2 StVO formuliert der Gesetzgeber präzisere Vorgaben, die sich explizit auf Überholvorgänge beziehen. Darin heißt es:

Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fuß Gehenden und zu den Rad Fahrenden, eingehalten werden.

Die StVO gibt einen ausreichenden Seitenabstand für alle Kraftfahrzeugführer vor.

Die StVO gibt einen ausreichenden Seitenabstand für alle Kraftfahrzeugführer vor.

Diese Formulierung wirft jedoch die Frage auf: Wie viel Meter an Entfernung sind für einen ausreichenden Sicherheitsab­stand notwendig?

Genaue Zahlen liefern hier erst Gerichtsurteile, die jedoch in der verkehrsrechtlichen Rechtsprechung grundsätzlich Anerkennung finden und an die sich Autofahrer entsprechend halten müssen.

Einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zufolge, müssen Pkw-Fahrer 75 bis 80 Zentimeter Abstand zu einem neben der Fahrbahn verlaufenden Gehweg einhalten (Az. VI ZR 66/56).

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Geht es wiederum darum, an parkenden Fahrzeugen vorbeizufahren, sehen die Gerichte eine Türbreite als angemessenen Seitenabstand ein (LG Berlin, Az. 24 O 466/95). Je nach Fahrzeugtür handelt es sich dabei um eine Entfernung zwischen 0,8 und 1,5 Metern.

Auch der Seitenabstand beim Überholen wurde bereits definiert. Das Oberlandesgericht Hamm (OLG) legte fest, dass 1,5 Meter verpflichtend sind. Bei Geschwindigkeiten über 90 km/h erhöht sich diese Grenze auf 2,0 Meter (Az. 9 U 66/92).

Die Auswirkungen von zu kleinen Sicherheitsabständen

Wird der allgemein vorgeschriebene Sicherheitsabstand beim Überholen nicht eingehalten, bringt das vor allem Radfahrer in Gefahr. Direkte Berührungen am Radler oder seinem Fahrrad können im Extremfall zum seitlichen Ausreißen des Rades und damit zum Sturz des Fahrers führen.

Vor allem sogenannte Alleinunfälle werden hierbei provoziert: Radfahrer können beispielsweise den Seitendruck nicht ausgleichen oder erschrecken sich vor dem plötzlich nah vorbeirasenden Auto und stürzen dadurch. Wird der vorgeschriebene Seitenabstand eingehalten, lassen sich solche Fahrradunfälle weitestgehend vermeiden.

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{ 7 Kommentare… add one }
  • Barbara 13. August 2017, 13:46

    Bin auf der Autobahn gefahren und habe mit vielen Fahrern im Stau gestanden, da sahen wir über den Seitenstreifen ein sehr großes Auto angefahren kommen ( der Stau bestand bestimmt schon 2 Stunden)dann stand auf dem Seitenstreifen ein Lkw und er wollte mit aller Gewalt unbedingt in die Schlange rein und bedrängte mich so sehr dass zwischen meinem Spiegel und seiner Tür höchstens noch 1-2 Millimeter ( sie lesen es richtig) Abstand war. Der Lkw hinter mir hat von der Situation ein Foto gemacht und es mir zur Verfügung gestellt.Bin damit zur Polizei gefahren ( telefonisch teilte die Polizei uns mit das sie zur Zeit kein Auto frei hätten)da sagten sie uns das der Fahrer nicht der Halter wäre und wahrscheinlich nichts passieren würde, ich finde wenn man mit 6 Personen bezeugen kann wie der Fahrer aussieht, kann er dann wirklich ungeschoren davon kommen?? Kann ihnen gerne das Foto schicken, weil so was haben sie noch nicht gesehen, selbst die Polizei war erst einmal sprachlos und hofft das der Staatsanwalt sich nicht so leicht zu Frieden gibt. Danke ihnen im voraus für ihre Antwort.

    • bussgeld-info.de 21. August 2017, 8:29

      Hallo Barbara,
      grundsätzlich besteht die Möglichkeit, eine Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Wie erfolgsversprechend dies ist, können wir nicht einschätzen. Wenden Sie sich daher ggf. an einen Anwalt.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • ich 6. September 2017, 4:56

    Sie standen im Stau! Was soll das mit dem Abstand? Und warum ist es ein Problem, einen Lkw im Stau einordnen zu lassen, wenn es ohnehin nicht voran geht? Da wurde mal wieder um jeden Zentimeter Straße gefightet…

  • Doro 28. September 2017, 13:05

    Ich wurde auf einem Radweg (freigegeben für landwirtschaftlichen Verkehr) von links hinten von einem PKW überholt. Der Fahrer fuhr zwar langsam aber mit einem Seitenabstand von ca. 5cm. Ich erschrak mich und konnte gerade noch so in den Grünstreifen ausweichen. Auf meinen lautstarken Protest hin hat der ältere Herr angehalten, den Radweg vollständig auch für entgegenkommende Radfahrer und Fußgänger blockiert und ist ausgestiegen. Er maulte mich an was das Geschrei soll. Er habe schließlich langsam überholt und da er nicht weit einen Acker hätte dürfte er mit seinem PKW auch privat den Radweg als Abkürzung nutzen. Auf meine Ausführung hin, dass er bei nicht ausreichendem Seitenabstand das Überholen zu unterlassen habe wollte er meinen Namen wissen und hat mich durch Festahlten des Rads an der Weiterfahrt gehindert. Ich konnte mich losreißen und habe meine Fahrt fortgesetzt. Daraufhin hat mir der ältere Herr wüste Beschimpfungen hinterhergerufen. Bis zur nächsten regulären Straßenzufahrt musste er mir weiterhin mit dem PKW folgen. Er hat nicht mehr überholt, hat während der aber Fahrt entgegenkommende Radfahrer und Fußgänger gezwungen in den Acker auszuweichen.

    Daher meine Fragen: Gelten auf einem schmalen Radwegen bei langsamer Geschwindigkeit tatsächlich nicht die Abstandsregel? Darf man privat Abkürzungen über Radwege nutzen selbst wenn aufgenscheinlich keine landwirtschaftliche Begründung vorliegt, nur weil zu einem anderen Zeitpunkt von der betreffenden Person eine landwirtschaftliche Nutzung vorliegt? Muss man auf Radwegen (selbst deutlichst rechts fahrend!!) anhalten bzw. in Grünstreifen, Wiesen, Äcker ausweichen und entgegenkommende PKW passieren lassen wenn der Platz für eine normales passieren nicht ausreicht?

    Sowas passiert leider sehr häufig und als “schwächerer” Radfahrer bleibt meist nur noch der Notausgang Wiese.

    • bussgeld-info.de 1. November 2017, 12:55

      Hallo Doro,

      Autofahrer haben grundsätzlich darauf zuachten, Fahrradfahrer nicht zu gefährden. Dementsprechend gilt die Überholvorschrift auch und gerade auf schmalen Wegen. Wenn Radwege als solche gekennzeichnet sind, dürfen sie dementsprechend auch nicht von Kfz genutzt werden. Ein Ausweichen wird in dem von Ihnen beschriebenen Fall quasi unvermeidlich. Abgesehen davon hat der Mann Sie offensichtlich genötigt.

      Das Team von bussgeld-info.de

  • Gilbride F. 23. April 2018, 16:09

    Ich wurde am Samstag in Köln von einem Taxi mit 5cm Abstand überholt.
    Meine Frage: Hätte ich das alles mit einer kleine Kamera am Rad gefilmt,
    und wäre damit zur Polizei. Würde dann die Polizei sich das Video anschauen und
    dem Taxifahrer ein Bußgeld aufbrummen, oder könnte ich Ihn wegen gefärlichem
    Fahren oder was auch immer anzeigen?
    MfG G:Findeis

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