Drängler im Straßenverkehr: Diese Strafen drohen bei einer Anzeige

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Einem Drängler droht sogar eine Freiheitsstrafe, wenn ihm Nötigung vorgeworfen wird.
Einem Drängler droht sogar eine Freiheitsstrafe, wenn ihm Nötigung vorgeworfen wird.

Auf deutschen Straßen gilt der Grundsatz, dass ein fließender Verkehr herrschen soll und es dabei nicht zur Überschreitung der Geschwindigkeitsvorgaben kommt. Dem ein oder anderen kann es dabei aber nie schnell genug gehen. Fast jeder erfahrene Autofahrer hat es schon erlebt, dass andere Verkehrsteilnehmer von hinten drängeln, ob mit dem Auto, dem Motorrad oder einem anderen Gefährt.

Doch ab wann wird im Verkehrsrecht ein Fahrer als Drängler betitelt? Ist eine Anzeige wegen Drängeln auf der Autobahn möglich? Welche Strafe erwartet die Täter? Die Antworten auf diese Fragen finden sich im vorliegenden Ratgeber.

Die Definition des Drängelns

Autofahrer haben unterschiedliche Ansichten dazu, wann von einem Drängler die Rede ist. Manch einer fühlt sich vielleicht schon bedrängt, wenn der Hintermann mit seinem Auto kurz zu dicht auffährt, andere besitzen eine höhere Toleranzgrenze. Tatsächlich gab es selbst in der herrschenden Rechtsprechung lange Zeit keine Einigkeit über die genaue Definition des Begriffs.

Im Juli 2013 kam es jedoch dazu, dass das Oberlandesgericht Hamm den Terminus präzisierte. Denn im damals vorliegenden Fall (Az. 1 RBs 78/13) wurde entschieden, dass Drängeln unter Strafe steht, wenn jemand länger als drei Sekunden bzw. über 140 Meter der Fahrbahn den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand unterschreitet. Betroffene können einen Drängler anzeigen, wenn er sich im Sinne dieser Definition schuldig macht.

Vor allem Drängler auf der Autobahn sorgen immer wieder für Verkehrsunfälle. Diese halten dann dauerhaft nicht den vorgeschriebenen Abstand ein und verunsichern dadurch die Fahrer vor Ihnen. Durch die hohen Geschwindigkeiten und die langen Bremswege können Täter im Ernstfall unmöglich schnell genug reagieren. Deshalb gilt die Vorgabe des „halben Tachos“. Autofahrer mit 130 km/h sollten also mindestens 65 Meter Sicherheitsabstand einhalten.
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Das Gesetz gegen das Drängeln und mögliche Strafen

Drängler können sich durchaus verschiedener Ordnungswidrigkeiten im Verkehr schuldig machen. Das Grundproblem ist jedoch generell der nicht eingehaltene Sicherheitsabstand, welcher in § 4 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) geregelt ist. Darin heißt es in Absatz 1:

Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Wer vorausfährt, darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.

Gerade auf der Autobahn lösen Drängler immer wieder gefährliche Situationen aus.
Gerade auf der Autobahn lösen Drängler immer wieder gefährliche Situationen aus.

Drängler werden folglich oft verurteilt, weil sie einen Abstandsverstoß begangen haben. Dabei richten sich die möglichen Sanktionen danach, wie stark der Abstand unterschritten wurde und ob es dadurch zu einer Gefährdung oder gar einem Unfall kam.

Ein Bußgeld über mehrere hundert Euro, einige Punkte in Flensburg und ein monatelanges Fahrverbot können den Täter dabei schnell und hart treffen. Noch verheerender wird es, wenn es während des Drängelns zur Straftat der Nötigung kommt. Dann ist nach § 240 Strafgesetzbuch (StGB) auch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren möglich.

Geht es darum, einen Drängler anzuzeigen, können Zeugen eine starke Beweiskraft erbringen. Denn ohne Beweise gestaltet es sich meist schwierig, eine Anzeige erfolgreich durchzubringen. In diesem Fall steht Aussage des Betroffenen gegen Aussage des vermeintlichen Täters. Aussichtslos muss eine Anzeige aber auch in diesem Fall nicht sein. Ein Anwalt für Verkehrsrecht ist hier der beste Berater.

Auch Fotos und Videoaufnahmen sind vor Gericht durchaus als Beweismaterialien zugelassen. Jedoch gilt, dass diese nicht die Privatsphäre der abgelichteten Person untergraben dürfen. Letzteres ist in diesem Rechtsbereich jedoch selten Gegenstand der Diskussion. Nicht zuletzt hilft ein Grundsatz jedem, der unter einem Drängler im Straßenverkehr leidet: Ruhig bleiben und sich gar nicht erst stören lassen. Ungehinderte Drängler überholen sowieso oft direkt, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet.
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