Geschwindigkeitsindex und Tragfähigkeitsindex

Reifen unterliegen einem Geschwindigkeitsindex

Reifen unterliegen einem Geschwindigkeitsindex

Fahrzeuge im Straßenverkehr nutzen im Normalfall luftgefederte Reifen, auch „Pneus“ genannt (von griechisch „pneuma“ für Luft). Diese unterliegen einem Reifenindex, der festlegt, welchen Geschwindigkeiten und Lasten sie täglich ausgesetzt werden können, ohne ein Sicherheitsrisiko darzustellen.

Man spricht vom Geschwindigkeitsindex und Lastindex der Reifen. Der Index sollte ernst genommen werden. Nicht nur, weil andernfalls Geldbußen und andere Sanktionen drohen. Die Sicherheit des Straßenverkehrs hängt auch zu einem großen Teil davon ab, dass die Teilnehmer mit verkehrstüchtigen Fahrzeugen unterwegs sind. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Bastler und Tuning-Freunde ihre Autos genau kennen und wissen, welche Reifen Sie verwenden müssen.

Nach einer kurzen Einführung über die Kennziffern am Reifen erfahren Sie In diesem Artikel, welche Geschwindigkeitsklassen es für Reifen gibt und wie Sie den Speedindex an ihrem Pneu ablesen können. Außerdem finden Sie für den Geschwindigkeitsindex der Reifen eine Tabelle, um für jeden Reifen die Höchstgeschwindigkeit ablesen zu können. Darauf folgend wird die Frage geklärt, ob es abweichende Bestimmungen für Motorrad- oder Winterreifen gibt.

Darüberhinaus wird der Tragfähigkeitsindex behandelt, der die Belastbarkeit eines Reifens bestimmt.

Was steht auf einem Reifen?

Sowohl der Reifen-Geschwindigkeitsindex als auch dessen Lastindex müssen gut sichtbar auf seiner Seite eingeprägt oder gedruckt sein. Doch dies sind nicht die einzigen Angaben, die die Hersteller der Pneus anzugeben haben. Zusätzlich müssen folgende Kennziffern vermerkt sein:

  • Die Reifenbreite: Die Felge des Fahrzeugs gibt die Breite des zu verwendenden Reifens vor. Die entsprechende Kennziffer wird in Millimetern angegeben.
  • Das Höhen-Breiten-Verhältnis: Die Höhe und Breite des Reifenquerschnitts wird ins Verhältnis gesetzt und als Prozent-Angabe auf den Reifen gedruckt. Die Zahl muss also immer in Verbindung mit der Angabe zur Reifenbreite in Verbindung gesetzt werden.
  • Der Felgendurchmesser: Die drauf folgende Zoll-Angabe gibt den Durchmesser der Felge an. Felge und Reifen müssen wörtlich „füreinander gemacht“ sein, um einen perfekten und sicheren Sitz zu garantieren.
  • Die Reifenbauart: Außerdem wird die Bauart als Buchstabe gekennzeichnet. Ein Radialreifen wird durch ein „R“ erkenntlich, während ein „D“ einen Diagonalreifen kennzeichnet. Reifen mit Notlaufeigenschaften werden durch ein „RF“ markiert.

Diese vier Grundwerte werden in den Papieren angegeben oder auf den Reifen gedruckt. Lastindex und Speedindex folgen als letzte Angaben in dieser Kennzeichnungsreihe. Ersterer wird als Zifferncode angegeben, während der Geschwindigkeitsindex als Buchstabe dargestellt wird. Im Folgenden wird geklärt, was diese Buchstaben zu bedeuten haben.

Der Geschwindigkeitsindex eines Reifen

Die Pneu-Hersteller sind verpflichtet, ihre Produkte verschiedenen Situationen auszusetzen, um zu testen, ob ihre Reifen den hohen Sicherheitsstandards entsprechen. Dazu zählt auch die Belastbarkeit unter hohen Geschwindigkeiten. Der so verifizierte Geschwindigkeitsindex muss auf der Flanke jedes Reifens eingeprägt oder gedruckt sein.

Die Reifen eines Fahrzeuges sollten grundsätzlich einen höheren Speedindex haben, als es die Höchstrgeschwindigkeit des Kfz zunächst nahelegt.

Beim Reifenkauf kommt es manchmal zu Fragen wie: „Was bedeutet, es wenn ein Reifen den Index H hat?“ Die Antwort: Die Index-Buchstaben stehen für die zugelassene Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Pneus. Dabei gilt bis zu einem gewissen Punkt, dass die Reifenklasse mit jedem Buchstaben des Alphabets ansteigt, ein Reifen der Klasse „B“ also schneller fahren darf, als einer der Klasse „A“.

Die Indexklassen „A“ bis „G“ halten diesem Schema stand, doch werden „H“ und „I“ übersprungen. Von „J“ bis „T“ stimmt die Reihenfolge wieder, danach deckt sich die Buchstabenfolge des Geschwindigkeitsindex nicht mehr mit der des Alphabets.

Allgemein gilt: Nur wer die für sein Fahrzeug passenden Teile verwendet, fährt sicher. Das gilt besonders für die Reifen. Die Geschwindigkeitsindex-Tabelle listet auf, welcher Letter für welche Höchstgeschwindigkeit steht:

GeschwindigkeitsindexZulässige Höchstgeschwindigkeit
A1 bis A8bis zu 40 km/h
Bbis zu 50 km/h
Cbis zu 60 km/h
Dbis zu 65 km/h
Ebis zu 70 km/h
Fbis zu 80 km/h
Gbis zu 90 km/h
Jbis zu 100 km/h
Kbis zu 110 km/h
Lbis zu 120 km/h
Mbis zu 130 km/h
Nbis zu 140 km/h
Pbis zu 150 km/h
Qbis zu 160 km/h
Rbis zu 170 km/h
Sbis zu 180 km/h
T bis zu 190 km/h
Ubis zu 200 km/h
Hbis zu 210 km/h
VRüber 210 km/h
Vbis zu 240 km/h
ZRüber 240 km/h
Wbis zu 270 km/h
Ybis zu 300 km/h
(Y)über 300 km/h

Sonderfall VR und ZR-Reifen

Reifen mit dieser Prägung sind veraltet und werden nicht mehr hergestellt. Falls Sie in ihren Papieren eine dieser Index-Klassen vorfinden, sollten Sie einen Fachmann befragen, welche Reifen für Ihr Fahrzeug alternativ einsetzbar sind.

So ermitteln Sie den Geschwindigkeitsindex für Ihr Fahrzeug

In den Zulassungspapieren eines Autos trägt die zuständige Behörde meist nur einen Speedindex für das Fahrzeug ein. Dabei richtet sie sich nach den Reifen, die vom Werk aus montiert sind. Es besteht unter Umständen jedoch eine Toleranz. Das erklärt sich aus den veränderten Bestimmungen im Jahr 2009.

Für Kfz, die vor dem 1. Mai 2009 zugelassen wurden, gilt eine besondere Regel. Die Hersteller haben bis dahin Reifen auf die Autos montiert, deren Geschwindigkeitsindex deutlich über der Leistung des Autos lag. Beim Reifenwechsel ist gewisser Sicherheitsaufschlag noch immer notwendig, die Höchstgeschwindigkeit ist also nicht allein auschlaggebend für die Bestimmung des Speedindex. Mit der folgenden Formel können Sie errechnen, welche Reifen Sie bedenkenlos kaufen und montieren können.

[Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Kfz] x 0,01 + 6,5 = Sicherheitsaufschlag

Wenn ein vor dem 1. Mai 2009 zugelassenes Auto also 210 km/h Höchstgeschwindigkeit aufweist, errechnet sich der Sicherheitsaufschlag wie folgt:

210 x 0,01 + 6,5 = 8,6

Addiert man den Sicherheitsaufschlag mit der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit, erhält man die zu montierende Reifenklasse. Das Auto im Beispiel müsste also nicht zu Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex H, sondern zu Geschwindigkeitsindex V (mit 218,6 km/h).

Für Fahrzeuge, die seit dem 1. Mai 2009 zugelassen wurden, gelten diese Bestimmungen nicht mehr, die Rechnerei erübrigt sich also. Diese Kfz besitzen in der Regel eines der folgenden Dokumente:

  • EG-Typengenehmigung
  • Einzelgenehmigung nach Paragraph 13 der EG-Fahreuggenehmigung (EG-FGV)

Es wird hier kein Sicherheitsaufschlag addiert und die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Kfz ist ausschlaggebend für den Geschwindigkeitsindex der Reifen.

Die wichtigsten Indexklassen im Einzelnen erklärt

Die Geschwindigkeitsindex-Klassen gelten auch für Motorradreifen

Die Geschwindigkeitsindex-Klassen gelten auch für Motorradreifen


Geschwindigkeitsindex Q: Fahrzeuge, die bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h beschleunigen können, sind mit Pneus der Indexklasse „Q“ ausreichend ausgestattet.

Geschwindigkeitsindex R: Bei einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h mehr, also 170 km/h, ist bereits auf Reifen der Klassen „R“ zurückzugreifen.

Geschwindigkeitsindex S: „S“ steht für „Speed“, daran ist zu erkennen, dass „S“ einst als Klasse für Automobile gedacht war, die ausnehmend schnell unterwegs sind (bis zu 180 km/h). Von hier an sollte es eigentlich nur abwärts gehen. Doch natürlich sind die Autos schneller geworden. Es folgen immerhin noch neun weitere Speedindex-Klassen.


Geschwindigkeitsindex T
: Diese Klasse steht eine über „S“ und ist für Fahrzeuge entwickelt worden, die bis zu 190 km/h schnell fahren können.

Geschwindigkeitsindex H: Ziemlich weit hinten auf der Index-Liste kommt das „H“. Es steht für „high speed“ und bezeichnet Reifen für Autos mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 210 Km/h. Alle Reifen nach dem Geschwindigkeitsindex H benötigen einen höheren Tragfähigkeitsindex. Mehr dazu finden sie weiter unten.

Geschwindigkeitsindex V: Auch das „V“ steht für einen englischen Begriff: „very high speed“. Autos mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 km/h müssen diese Reifen anlegen.

Geschwindigkeitsindex W: Die zweithöchste Klassifizierung ist für Autos entwickelt worden, die eine Geschwindigkeit von 270 km/h erreichen.

Geschwindigkeitsindex Y
: Reifen, die bis zu 300 km/h problemlos funktionieren, sind mit einem „Y“ markiert. Für Fahrzeuge, die darüberhinaus beschleunigen können, montieren Reifen mit der Kennzeichnung (Y).

Für Deutsche Autobahnen sind Reifen mit dem Speedindex H mehr als ausreichend. Was darüber geht ist nicht mehr verkehrssicher einzusetzen und wird vor allem für sportliche Veranstaltungen zum Einsatz zum kommen.

So finden Sie den für ihr Fahrzeug zugelassenen Reifen-Speedindex

Die für Ihr Fahrzeug zugelassene Reifenklasse finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (auch Fahrzeugschein genannt). Dabei kommt es darauf an, wann Sie diesen erhalten haben. Denn je nach Austellungszeitpunkt, ist der für die zugelassene Speedindex der Reifen an einer anderen Stelle zu finden.

Die aktuellen Zulassungsbescheinigungen führen die Reifenbezeichnung unter den Punkten 15.1 und 15.2. Bei Fahrzeugscheinen, die vor 2005 ausgestellt wurden, finden Sie den Reifen-Geschwindigkeitsindex für das Fahrzeug unter den Punkten 20 und 21 oder den Punkten 22 und 23. Bei Fahrzeugen mit einem CoC-Dokument findet sich der Reifenindex unter der Nummer 32 und/oder 50.

Erklärung: CoC-Dokument

Die EG-Konformitätserklärung „Certification of Conformity“ (CoC) ist verpflichtetnd für alle Fahrzeuge, die nicht innerhalb der EU hergestellt, jedoch hier verkauft werden. Darin bezeugen die Autohersteller, dass die Normen und Gesetze der Europäischen Union bei der Farbrikation des Kfz eingehalten wurden. Sollten Sie ein solches Fahrzeug besitzen, finden sie das CoC-Dokument in ihren Fahrzeugunterlagen oder können es beim Hersteller anfordern.

Geschwindigkeitsindex von Winterreifen

Im Prinzip gelten auch für Winterreifen die Geschwindigkeitsindex-Klassen wie für Sommerreifen. Jedoch gibt es hier eine Sonderregelung. Der Geschwindigkeitsindex kann nämlich unterschritten werden. Allerding muss dafür sichergestellt sein, dass

  • die zulässige Höchstgeschwindigkeit des M+S-Reifens gut sichtbar für den Fahrzeugführer am Armaturenbrett angebracht ist und dass
  • eben diese Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten wird.

Die Ausnahmeregelung für Winterreifen ist in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) Paragraph 36 geregelt. Sie gilt natürlich nicht für Sommerreifen, denn im Winter ist davon auszugehen, dass hohe Geschwindigkeiten ohnehin vermieden werden. Dem Fahrer wird also eine besondere Verantwortung übertragen.

Geschwindigkeitsindex für Motorradreifen?

Für Motorradreifen gelten keine besonderen Regelungen bezüglich des Geschwindigkeitsindex. Auch die Fahrzeugpapiere des Kraftrades sollten Angaben zu zulässigen Reifen enthalten. Die Kennziffern hierzu sind identisch mit denen von Pkw-Reifen.

Viele Reifenhersteller geben Unbedenklichkeitsbescheinigungen (UBB) heraus, die den Motorrad-Besitzer darüber informieren, dass auch von den Fahrzeugpapieren abweichende Reifen montiert werden können.

Tragfähigkeitsindex von Reifen

Legt der Geschwindigkeitsindex für Reifen eine Geschwindigkeit fest, die nicht überschritten werden soll, so bestimmt der Lastindex deren Tragfähigkeit. Die vorletzte Position in der Reifenbezeichnung ist eine zwei- bis dreistellige Ziffer, die mittels einer Tabelle in zulässige Kilogramm umgerechnet werden kann. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Kennziffern für den Tragfähigkeitsindex:

Last pro ReifenTragfähigkeitsindex
< 85 kg bis 22
87, 5 kg23
90 kg24
92,5 kg25
95 kg 26
97,5 kg27
100 kg28
103 kg29
106 kg30
109 kg31
112 kg32
115 kg33
118 kg34
121 kg35
125 kg36
128 kg37
132 kg38
136 kg39
140 kg40
145 kg41
150 kg42
155 kg43
160 kg44
165 kg 45
170 kg bis 1400 kg46 bis 120

So finden Sie den Tragfähigkeitsindex ihres Autos

In Feld 8.1 und 8.2 Ihrer Fahrzeugpaiere finden Sie den Lastindex. Es sind zwei Werte, weil die vordere und die hintere Achse gesondert angegeben werden. Andernfalls finden Sie die Information in Feld 22. Ältere Fahrzeugscheine führen die Werte mitunter in den Feldern 12 und 33.

Bis 2004 wurde der Tragfähigkeitsindex oft zu hoch angegeben, weshalb die Fahrzeugpapiere älterer Fahrzeuge gegengecheckt werden können, um den heute gültigen Wert zu ermitteln. Denn seit dem ist es erlaubt, Reifen mit einem niedrigeren Tragfähigkeitsindex zu monterien.

So errechnen Sie den Lastindex ihres Kfz:

Die höchste Achslast ihres Pkw kann durch zwei geteilt werden, um den notwendigen Tragfähigkeitsindex der beiden Reifen zu errechnen. Dies ist nur notwendig, wenn der bisherige Wert beider Reifen mehr als dem der Achslast entspricht.

Speedindex H: Besonderheit beim Tragfähigkeitsindex

Tragfähigkeitsabschläge entstehen bei hohen Geschwindigkeiten automatisch. Dies ist vor allem auf den veränderten Reifendruck zurückzuführen, den das Schnellfahren zur Folge hat. Bei zu geringer Tragfähigkeit der Reifen kann es jedoch zu schweren Unfällen kommen. Denn gerade, wenn hohe Geschwindigkeiten im Spiel sind, sollte Sicherheit absolute Priorität haben.

Es ist daher zu empfehlen, gegebenenfalls beim Kauf der Reifen auf eine höheren Tragfähigkeisindex-Klasse zurückzugreifen, als es in den Fahrzeugpapieren vermerkt wurde. Den die effektive Tragfähigkeit der Reifen hängt direkt mit den gefahrenen Geschwindigkeiten und dem Geschwindigkeitsindex ab. Die folgende tabelle gibt in Prozent die Tragfähigkeit der Reifen an. Dabei wird angenommen, dass die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge tatsächlich ausgereizt wird.

Höchstgeschwindigkeit des KfzSpeedindex HSpeedindex VSpeedindex WSpeedindex Y
210 km/h100 Prozent100 Prozent100 Prozent100 Prozent
220 km/h97 Prozent100 Prozent100 Prozent
230 km/h94 Prozent100 Prozent100 Prozent
240 km/h91 Prozent100 Prozent100 Prozent
250 km/h95 Prozent100 Prozent
260 km/h90 prozent100 Prozent
270 km/h85 Prozent100 Prozent
280 km/h95 Prozent
290 km/h90 Prozent
300 km/h85 Prozent

Bei hohen Geschwindigkeiten lässt die Belastbarkeit der Reifen nach. Bei Reifen mit Geschwindigkeitsindex V beträgt diese bei gefahrenen 260 km/h nur noch 91 Prozent. Es ist also zu raten, zu einem Reifen der Indexklasse W zu greifen, sollte man beabsichtigen, solche Geschwindigkeiten zu fahren. Davon ist allerdings generell abzuraten.

Was geschieht bei Missachtung des Reifnenindex?

Speedindex und Tragfähigkeitsindex müssen eingehalten werden.

Speedindex und Tragfähigkeitsindex müssen eingehalten werden.

Es ist sehr wichtig, auf die für das Fahrzeug passenden Reifen zu achten. Dabei sollte gerade die Tragfähigkeit der Pneus nicht überschätzt werden. Wenn bei hoher Geschwindigkeit ein Reifen platzt, kommt es fast unweigerlich zu schweren Unfällen.

Zwar sieht der deutsche Bußgeldkatalog für nicht passende Bereifung keine gesonderten Bußgelder vor. Doch straffrei kommt man nicht davon, wenn bei einer Polizeikontrolle festgestellt wird, dass die Pneus nicht den Vorschriften entsprechen. Denn das Missachtung der Indexziffern kommt dem Führen eines Fahrzeuges gleich, dessen „Betriebserlaubnis“ erloschen ist. So kann ein Bußgeld von 50 bis 90 Euro anfallen, sofern Sie keine Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass die genutzten Reifen für das Fahrzeug geeignet sind. Solche Unterlagen können sein:

  • Eine Empfelung des Reifen- oder Fahrzeug-Herstellers
  • Eine Empfehlung eines zertifizierten Reifenhändlers

Außerdem müssen die Reifen ordnungsgemäß im Fahrzeugschein eingetragen sein.

Bei besonders schweren Verstößen kann die lokale Zulassungsstelle das Auto auch stilllegen und einem Gutachter vorzeigen lassen. Die Kosten dafür hat der Fahrzeughalter zu tragen. In dem Fall muss die Bereifung angemessen geändert werden, bevor das Auto wieder im Straßenverkehr eingesetzt werden darf.

{ 4 Kommentare… add one }
  • Berat 16. Oktober 2016, 15:06

    Hallo zusammen habe folgendes Problem ich ich bin in der Probezeit und würde heute innerorts mit ~ 70 km/h geblitzt und erlaubt waren nur 50 jetzt ist meine Frage da ich vor ein Jahr schon mal geblitzt worden bin und nur 25 Euro zahlen musste muss ich nun mit einer Verlängerung meiner Probezeitzeit sowie auch die Teilnahme an einem aufbauseminar kann mir jemand da was sagen

    Mit freundlichen Grüßen

    • bussgeld-info.de 17. Oktober 2016, 9:15

      Hallo Berat,

      probezeitrelevante Maßnahmen werden erst ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h ergriffen. Wenn Sie diese Grenze überschritten haben sollten, sind eine Probezeitverlängerung um zwei Jahre sowie die Teilnahme an einem Aufbauseminar möglich.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Elbasan 15. Januar 2017, 23:43

    Hallo,
    ich habe ein Audi A4 B8 3.0TDI Bj.2013 mit einer max Achslast: VA 1200kg HA 1145kg und max Höchstgeschwindigkeit: 250km/h
    ich möchte mir 8,5×20 zoll Felgen mit 245/30 R20 Reifen fahren.
    Die Reifen haben einen index von 90Y darf ich diese Reifen fahren, und bekomme ich sowas eingetragen?
    MfG Elba83

    • bussgeld-info.de 16. Januar 2017, 9:59

      Hallo Elbasan,

      das könnte klappen. Erkundigen Sie sich direkt beim TÜV. Dieser übernimmt solche Zulassungen.

      Ihr Bussgeld-Info Team

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