Nötigung im Straßenverkehr: Welche Strafen drohen?

Der Ausdruck Nötigung ist relevant für viele Rechtsbereiche. Dieser Ratgeber gibt vorwiegend Auskunft über die Bedeutung von Nötigung im verkehrsrechtlichen Zusammenhang. Unter anderem finden Sie hier auch mögliche Strafen, die bei einer Nötigung drohen können. Außerdem werden in diesem Ratgeber unterschiedliche Arten der Nötigung näher beleuchtet.

Folgende Tabelle zeigt Ihnen zunächst Auszüge aus dem Bußgeldkatalog 2017. Hier sind alle möglichen Strafen für eine Nötigung vermerkt.

TatbestandStrafen, die drohen können
Drohung mit Gewaltbis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Entziehung der Fahrerlaubnis, 3 Punkte in Flensburg, 1 - 3 Monate Fahrverbot
Drohung zu einer bestimmten Handlung, Unterlassung oder Duldungbis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Entziehung der Fahrerlaubnis, 3 Punkte in Flensburg, 1 - 3 Monate Fahrverbot

Was bedeutet der Ausdruck Nötigung? – Eine Definition

Das Strafmaß für die Nötigung im Straßenverkehr ist hoch angesetzt: Eine Freiheitsstrafe kann drohen.

Das Strafmaß für die Nötigung im Straßenverkehr ist hoch angesetzt: Eine Freiheitsstrafe kann drohen.

Die wohl wichtigste Tatsache, die Sie über eine Nötigung wissen müssen, ist, dass es eine Straftat darstellt. Das bedeutet natürlich auch, dass die Strafen dafür recht hoch angesetzt sind. Zum Beispiel kann eine Freiheitsstrafe drohen, welche bis zu drei Jahre andauern kann. Wann genau es sich um eine Nötigung handelt, hängt von vielen Umständen ab und ist nicht pauschal zu beantworten.

Jeder Fall ist anders und muss deshalb separat betrachtet und beurteilt werden. Bei einer Nötigung im Straßenverkehr steht oft Aussage gegen Aussage. Das macht eine intensive Nachforschung unabdingbar.

 

Was heißt also nun Nötigung? Nicht zu verwechseln ist die Straftat der Nötigung mit einer Beleidigung. Das Strafmaß für eine Nötigung wird nämlich wesentlich höher angesetzt, als das für eine Beleidigung.

Laut dem deutschen Strafgesetzbuch (StGB) zählt die Nötigung zu den Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Im § 240 ist die Straftat der Nötigung demnach wie folgt definiert:

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(3) Der Versuch ist strafbar. […]

Wie aus dem Paragraph 240 des StGB deutlich wird, kann selbst der Versuch zur Nötigung strafbar sein. Die Straftat der Nötigung steht demzufolge in dem meisten Fällen in Verbindung mit vorsätzlichem Handeln des Täters. Dieser handelt dann im vollen Bewusstsein und Wissen, dass er den Geschädigten absichtlich nötigt.

Was genau ist eine Nötigung im Straßenverkehr? – Arten

Eine Nötigung im Straßenverkehr wird prinzipiell durch zwei Ursachen hervorgerufen. In jedem Fall wird Gewalt angewandt. Im weit ausgelegten Sinne bedeutet das, dass das Opfer nicht mehr frei über seine Entscheidungen beim Fahren im Straßenverkehr bestimmen kann. Es wird vom Täter zu bestimmten Handeln genötigt. Von dieser Gewaltanwendung ist vor allem die Psyche des Opfers betroffen.

Der Bußgeldkatalog für die Nötigung im Straßenverkehr beinhaltet Strafen vom Fahrverbot über Punkte und dem Entzug der Fahrerlaubnis bis hin zur Freiheitsstrafe.

Der Bußgeldkatalog für die Nötigung im Straßenverkehr beinhaltet Strafen vom Fahrverbot über Punkte und dem Entzug der Fahrerlaubnis bis hin zur Freiheitsstrafe.

Eng ausgelegt ist Nötigung mit Anwendung von Gewalt auf körperliche Gewalt bezogen. Das Opfer kann hierbei körperlich in seinem Verhalten nicht mehr frei handeln, weil er vom Täter körperlich zu bestimmten Handlungen gezwungen wird. Gewaltanwendung in diesem Sinne kann zum Beispiel das Schlagen des Opfers bedeuten.

Ein sogenanntes empfindliches Übel ist hierbei der Einfluss, den der Täter auf das Opfer hat. Während das Opfer nämlich merkt, es könnte einen Nachteil durch bestimmtes Handeln haben, ändert er sein Verhalten aus diesem Grund. Es ist somit in seiner freien Entscheidung eingeschränkt und wird beispielsweise durch zu nahes Auffahren zu bestimmten Handlungen genötigt. Vorfälle dieser Art stehen unter anderem auch beim Fahren auf der Autobahn auf der Tagesordnung.

Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr

In der Regel bedeutet eine Nötigung im Straßenverkehr auch eine Strafe für den Täter – vorausgesetzt die Nötigung wird zur Anzeige gebracht. Ein Beispiel für eine Nötigung im Straßenverkehr ist unnötiges Ausbremsen, was häufig dazu führt, dass Sie jemanden auffahren. Vor allem wenn dieses Ausbremsen plötzlich kommt und völlig ungerechtfertigt ist, kann man von Vorsatz und einer Nötigung reden. Eine Strafe für Nötigung im Straßenverkehr kann je nach Schwere der Tat unterschiedlich ausfallen. Neben der Freiheitsstrafe können Punkte in Flensburg oder ein Entzug der Fahrerlaubnis weitere Folgen einer Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr sein. Was genau auf Sie zukommen kann, besprechen Sie im am besten mit einem Rechtsanwalt, der sich mit der Problematik und dem StGB beziehungsweise dem Strafrecht auskennt.

Nützlich zu wissen: In manchen Fällen zählt Nötigung auch als Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr, zum Beispiel bei kurzem Drängeln. Hierbei spielt der Sicherheitsabstand eine wichtige Rolle.

Möchten Sie sich zum Thema Nötigung umfangreich beraten lassen, sollten Sie eine Konsultation mit einem Rechtsanwalt spezialisiert auf Strafrecht in Erwägung ziehen. Eine Anzeige wegen Nötigung und dessen Strafe wird vor Gericht immer individuell betrachtet und bewertet. Eine gute Vorbereitung mit Hilfe von einem Strafrecht-Anwalt ist hierbei wichtig. Ein Anwalt kann Ihnen außerdem weiterhelfen, wenn es darum geht, wie Sie sich weiter verhalten sollten – vor allem vor Gericht.

{ 0 Kommentare… add one }

Neuen Kommentar verfassen

[x] Schließen
Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Bußgeldkatalog des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.